Lauda / Königshofen

Leserbrief Zum Artikel „Schlussstrich unter unendliche Geschichte“ (FN, 30. Januar)

„Regionalplan sieht Markt mit 1200 Quadratmetern nicht vor“

Die Behauptung des Bürgermeisters, ich hätte als Gemeinderat dem Bebauungsplan Wöllerspfad (vor rund neun Jahren) zugestimmt, ist nicht richtig, denn damals ging es nicht um Wöllerspfad, sondern um das Projekt „Aldi/Edeka/Weber“ am Standort „Aldi“. Dieses war damals vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, wurde aber vom Regionalverband mit Unterstützung unseres Bürgermeisters abgelehnt (Maertens äußerte dort, er befürworte dieses Projekt nicht.).

Bezüglich „Wöllerspfad“ ist das Kalkül des Bürgermeisters von Lauda-Königshofen erneut aufgegangen, nämlich genau die in sein Konzept passenden Informationen weiterzugeben. Dazu die Hinhaltetaktik: Ende November bat ich um einen zeitnahen Gesprächstermin, da im Gemeinderat erneut über Wöllerspfad abgestimmt werden musste. Das Gespräch sollte im Beisein eines an einem größeren Lebensmittelmarkt in Königshofen interessierten Investors sowie eines Vertreters des Gewerbevereins Königshofen stattfinden. Einen Termin bekamen wir vor der entscheidenden Gemeinderatssitzung nicht. Dafür hatte Stadtbaumeister Blessing am 31. Januar Zeit für uns, drei Tage nach der Abstimmung im Gemeinderat.

Eine eigene Entscheidung damit zu begründen, dass alle Punkte „mit der örtlichen Wirtschaft abgesprochen“ seien (FN 30. Januar), suggeriert eine breite Zustimmung zu einem weiteren Lebensmittelmarkt am Standort Lauda statt in Königshofen. Konkret wird Maertens nicht, so dass weiterhin spekuliert werden darf, wer denn nun maßgeblich einen größeren Lebensmittelmarkt in Königshofen verhindern will. Die Gemeinderäte sind es ja nicht, denn diese wollen nur das Beste für Königshofen.

Vielmehr soll der Regionalverband an der Misere schuld sein. Der Vorschlag für die Flächenplanung im derzeit gültigen Regionalplan kam aber von der Stadtverwaltung. In Lauda war eine riesige Fläche für Einzelhandelsbetriebe vorgesehen, für Königshofen blieb nur noch ein kleiner Teil übrig.

Auf dieser Basis erfolgten Besprechungen mit dem Regionalverband, der dann den Regionalplan erstellte. „Wöllerspfad“ wurde der Stadt also nicht gegen deren Willen aufgepfropft, sondern die regionale Entwicklungsplanung erfolgte in Absprache mit der Stadt Lauda-Königshofen!

Nun pocht der Regionalverband auf die Einhaltung des vor einigen Jahren im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung erstellten Regionalplans. Dass in Königshofen ein Lebensmittelmarkt mit 1200 m² nicht genehmigungsfähig ist, liegt einzig und allein daran, dass der Regionalplan hier einen Markt in dieser Größenordnung nicht vorsieht.

Dies müsste auch Stadtrat Jörg Aeckerle wissen, denn seine erwähnte Zustimmung zu einem größeren Markt hätte nur Chancen gehabt, wenn Lauda auf einige Quadratmeter Verkaufsfläche zu Gunsten Königshofens verzichtet hätte.

Der Regionalverband hätte eine neuere Prüfung durchaus in Betracht gezogen für den Fall, dass der Gemeinderat eine andere Aufteilung der Gesamtfläche für Einzelhandelsbetriebe zwischen Königshofen und Lauda beschließt, wie in unserem persönlichen Gespräch mit dem Regionalverbandsvorsitzenden Mandel deutlich wurde.

Sich nun die Hände in Unschuld zu waschen und wieder einmal den Schwarzen Peter zu bemühen oder gar von einer „Uneinigkeit in Königshofen“ zu sprechen (Hildegard Schwab, FN 30. Januar), zeugt von Unwissenheit oder Unredlichkeit.

Frau Schwab empfehle ich, keine Gerüchte in die Welt zu setzen, sondern die im letzten September kurzfristig gesammelten nahezu 1000 Unterschriften zur Kenntnis zu nehmen (unter anderem auch von Unterbalbacher Bürgern!), die in Königshofen einen Vollsortimenter wünschen.