Lauda / Königshofen

FabrikGalerie Lauda Werke von Helmut P. Weste zu sehen / Bilder von subtiler Schönheit

Spiel mit wenigen Farben und Linien

Ausstellungswechsel in der FabrikGalerie Lauda: Für zwei Monate sind nun Werke von Helmut P. Weste hier zu sehen.

Lauda. Anstelle von Dr. Gunther Wobser konnte Dr. Marc Stricker zahlreiche Gäste willkommen heißen und den Künstler, der in München und Waldbronn lebt und arbeitet, vorstellen.

"Farbe und minimale Form sind der Schlüssel zur seelischen und geistigen Macht" - dies ist eine der wichtigen Aussagen des "minimalistischen Malers" Helmut P. Weste alias Warth. Nun mag man rätseln, wofür "Warth" steht - ist es etwa der Begriff Kunst (Art), der in diesem Namen steckt?

"Hinsehen"

Des Rätsels Lösung verblüfft: Es gibt keines. Hier steht einfach der Mädchenname seiner geliebten, mit seinem Künstlernamen verewigten Mutter. Doch ist dies die einzige, einfach nachvollziehbare Aussage. Westes Werke jedoch fordern ungeteilte Aufmerksamkeit und ein "Hineinsehen", um Hintergründe zu erforschen.

So sah es auch Laudator Norbert Gleich in der von ihm vorgetragenen Biografie, die den Weg des in Marbach geborenen Künstlers von der Ausbildung zum Chemigraph/Lithograph in Stuttgart und dem Studium der Betriebswirtschaft, dem Berufsleben auf internationaler Ebene und seiner intensiven Auseinandersetzung mit der Malerei aller Epochen und Stile bis zur heute praktizierten Kunst der "minimalistischen Art" skizzierte.

"Sie sollten meine Arbeiten lange anschauen. Mit indifferentem Blick. Dann öffnet sich Ihnen der meditative Charakter meiner Arbeiten. Losgelöst von unserer genialen, naturalistischen Welt", so Helmut P. Weste, oder "meine radikale Malerei beschränkt sich auf eine reduzierte und äußerst differenzierte Farberscheinung. Mir ist wichtig, die Reduktion alles Figürlichen und die puristische Konzentration auf die Klarheit der reinen Farbe und der dynamischen Lichtschwingungen im Raum . . . So, wie diese Arbeiten still und konzentriert sind, so werden sie für den Betrachter erst erfahrbar durch die Dauer und Konzentration des Sehens, dem sich die Prozesse, Unterschiede und Ereignisse der Farbe, ihre Stofflichkeit, Nicht-Struktur, Bewegung, die ihr eigene Zeit und der ihr eigenen Raum eröffnen."

Dem Betrachter, der sich auf diese Sicht einstellt, eröffnen sich Werke von subtiler Schönheit. Schon im Entree der FabrikGalerie zeigt sich, wie vielfältig und wandelbar, ja wie reizvoll dieses Spiel mit wenigen Farben und klaren Linien sein kann - und gelegentlich findet man in der Gesellschaft von Rot, Schwarz, Weiß sogar ein winziges "Einsprengsel" in einem hellen Braun oder einem Anflug von Grün. Der Suchende findet von Fall zu Fall auch andere Farben, diese aber in beinahe homöopathischen Dosen. Es gibt immer wieder Überraschungen.