Lauda / Königshofen

Internationaler Austausch Handballer der HG Königshofen/Sachsenflur zu Gast bei ungarischem Verein / Feier des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft

Sport, Kultur und Geselligkeit im Mittelpunkt

Archivartikel

Königshofen/Sachsenflur.Wieder einmal Koffer packen hieß es für die jugendlichen Handballer der HG Königshofen/Sachsenflur und ihre Betreuer. Ziel ihrer Jugendbegegnungsmaßnahme war zum wiederholten Mal der südungarische Ort Hosszuheteny bei Pécs. Diesmal galt es, das 25-jährige Bestehen der gemeinsamen Partnerschaft zu feiern, und so machte sich die 30-köpfige Gruppe gut gelaunt auf die 1000 Kilometer lange Reise.

Wie in jedem Jahr hatten die Verantwortlichen der Aktion auch dieses Mal wieder ein abwechslungsreiches Programm für die fünf Tage in Ungarn zusammengestellt. Gefördert wurde die Maßnahme erneut vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie vom Main Tauber Kreis.

Nach zwölfstündiger Fahrt endlich am Ziel angekommen, galt es erst einmal, die dortige Schulsporthalle in ein Schlaflager umzuwandeln, ehe nach einem gemeinsamen Abendessen die Vorstellung des Programmablaufes sowie einige Kennenlernspiele für die Jugendlichen, die zum Teil zum ersten mal in Ungarn dabei waren, den ersten Abend beschlossen. Viel zu erzählen hatten sich dagegen die Betreuer beider Seiten, die zum Großteil schon die gesamten 25 Jahre mit von der Partie sind und längst gute Freunde geworden sind.

Natürlich geht es um Sport, wenn sich zwei Handballvereine besuchen. Und so schauten auch diesmal alle wieder gespannt auf die Handballturniere, die wieder einmal in der Sporthalle im benachbarten Pécsvarad ausgetragen wurden. Zwar hatte man in Hosszuheteny berechtigte Hoffnungen, eine eigene Sporthalle zu bekommen. Doch letztendlich wurde vor einem Jahr aus Kostengründen lediglich der Hartplatz neben dem Schulgebäude saniert, sehr zur Enttäuschung der Gastgeber.

Bei den Jugendlichen aus dem Taubertal löste es schon ein gewisses Erstaunen aus, dass auf diesem Hartplatz ganzjährig trainiert wird, und lediglich zu den Spielen am Wochenende eben jene Sporthalle in Pécsvarad zur Verfügung steht. Doch zurück zum diesjährigen Turnier: Die männliche Jugend aus Königshofen und Sachsenflur dominierte hierbei ein starkes Teilnehmerfeld und durfte bei der abendlichen Siegerehrung den Siegerpokal entgegennehmen. Die Mädchen der HG kamen letztlich auf den dritten Platz, was auch ihnen noch einen Pokal einbrachte.

Doch auch der kulturelle Aspekt kam nicht zu kurz, ist es doch ein Hauptziel einer solchen internationalen Begegnungsmaßnahme, die Kultur der anderen Nation kennenzulernen und in regen Kontakt mit deren Jugendlichen zu kommen. Dies gelang auch bei gemeinsamen Ausflügen in die Landeshauptstadt Budapest, wo neben dem Besuch der Fischer-Bastei sowie der historischen zweistöckigen Markthalle auch eine Stadtrundfahrt auf dem Programm stand.

Natürlich blieb den Jugendlichen auch noch etwas Zeit zum gemeinsamen Shoppen. In Pécs gibt es einen klassischen ungarischen Markt, der anders als in Budapest, im Freien stattfindet und bei dem man von Essen über Kleidung und Elektroware bis hin zu lebenden Tieren alles kaufen kann. Mittlerweile ist es schon fast Tradition, dass der Markt alle zwei Jahre von den Nachwuchshandballern besichtigt wird und so besuchten auch dieses Jahr die Jugendlichen begleitet von ihren neuen ungarischen Freunden den Markt.

Danach folgte eine Stadtbesichtigung von Pécs und der Besuch eines kleinen Festivals auf dem Marktplatz, auf dem die Jugendlichen viel über die Tradition des ungarischen Essens erfuhren. Mehr über die Historie der Donauschwaben, die in früheren Jahrhunderten von Deutschland Richtung heutigem Ungarn auswanderten, erfuhren die Jugendlichen bei einem Ausflug ins Dorf Nadasch mit Besuch des dortigen Heimatmuseums. Die Historie beider Nationen im Vergleich war dann auch Thema einer abendlichen Diskussionsrunde.

Die angenehmeren Seiten Ungarns lernte die Gruppe bei einem Ausflug nach Siófok am Plattensee kennen. Bei über 30 Grad Lufttemperatur kam eine Erfrischung im „ungarischen Meer“ gerade recht.

Von der ungarischen Gastfreundschaft konnte man sich spätestens nach einer Wanderung auf eine Weinberghütte überzeugen. Hier wurde ein stilechtes ungarisches Kesselgulasch zubereitet und serviert, von dem alle begeistert waren. Außerdem wurde hier auch das 25- jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert, zu dem viele Akteure der vergangenen Jahre gekommen waren, um die letzten 25 Jahre nochmals Revue passieren zu lassen.

Auseinander ging man natürlich nicht, ohne bereits erste Planungen für den Besuch der ungarischen Freunde im nächsten Jahr in Königshofen gemacht zu haben. hg