Lauda / Königshofen

Ortsumfahrung MdB Steffen Bilger verschaffte sich vor Ort einen Überblick über den Trassenverlauf

Staatssekretär will Königshöfer Verkehrsprobleme überprüfen

Archivartikel

Das Bundestagsmitglied Steffen Bilger (CDU) informierte sich über den Trassenverlauf der geplanten Ortsumgehung über den Turmberg.

Königshofen. Auf Einladung des CDU-Ortsverbands Königshofen und der Bürgerinitiative Pro Königshofen machte sich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und Bezirkschef der CDU Nordwürttemberg, MdB Steffen Bilger, vor Ort ein Bild über den Verlauf der geplanten Osttrasse. Gut informiert über die Königshöfer Verkehrsprobleme diskutierte er in diesem Zusammenhang mit Vertretern beider Vereine. Anwesend waren auch der CDU-Fraktionschef im Landtag, Dr. Wolfgang Reinhart, sowie Dominik Martin, Bezirksvorsitzender der JU Nordwürttemberg.

Karl Stark betonte, dass die große Mehrheit der Königshöfer Bürger die Osttrasse ablehne. Auch mit Tunnel sei diese für die Anwohner nicht hinnehmbar, da sie im Vergleich zur Westtrasse keinerlei Vorteile bringe. Die Westtrasse sei bereits beschlossene Sache gewesen, der Bürgermeister habe aber trotz Kenntnis der Notwendigkeit einer Ausnahmeregelung diese nicht beantragt. Wegen des neuen EU-Rechts sei es nun zu spät.

Steffen Bilger machte deutlich, dass das FFH-Gebiet sehr hoch gewichtet werde. Die Osttrasse werde daher als „zumutbare Alternative“ betrachtet. Genau dies aber sehen viele Königshöfer nicht so. Roland Stein, Vorsitzender der Bürgerinitiative, sagte, die Königshöfer könnten nicht nachvollziehen, „dass eine Bundesstraße mitten durch ein großes Wohngebiet führen soll, nur um einige Allerweltsbäume und Kleintiere, die am gesamten Flusslauf der Tauber zu finden sind, zu schützen.“ Völlig unverständlich sei, dass hier die „Umwelt“ über den Schutz der unmittelbar betroffenen Menschen gestellt werde.

Wie Steffen Bilger weiter erklärte, werde bei der Entscheidung für eine bestimmte Trassenführung auch die Abstimmung des Gemeinderats mit in Betracht gezogen. Dieter Markert, CDU-Stadtrat aus Königshofen, erläuterte, wie der Gemeinderatsbeschluss 2017 für die Osttrasse zustande gekommen sei, indem nämlich gesagt wurde, die Westtrasse sei nicht realisierbar. Viele Königshöfer seien überzeugt, dass die Westtrasse Aussicht auf Erfolg gehabt hätte, wenn Bürgermeister Maertens rechtzeitig (2010) einen Antrag auf eine Ausnahmeregelung gestellt hätte, wie ihm dies vom damaligen Regierungspräsidenten Schmalzl nahegelegt wurde, zumal selbst Verkehrsminister Herrmann bei früheren Besuchen in Königshofen (das FFH-Gebiet gab es damals schon) die Westtrasse als die bessere Lösung bezeichnet hatte.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die beiden schienengleichen Bahnübergänge, die mit einer Osttrasse weiterhin bestehen bleiben, mit der Westtrasse jedoch beseitigt werden könnten. Steffen Bilger versprach, die mögliche Beseitigung der Bahnübergänge im Rahmen eines Programms (Schließung von Bahnübergängen) zu prüfen.

Angesprochen wurde nicht nur das Problem der sehr häufig geschlossenen Bahnschranken mit ihren Folgen für den Durchgangsverkehr sowie die Königshöfer Betriebe im Westen, sondern auch das Verkehrsproblem an der Hauptstraße, das mit einer Osttrasse ebenfalls nicht zufriedenstellend gelöst werden könne. Nahezu die Hälfte der Fahrzeuge würde nach den Berechnungen des Regierungspräsidiums Stuttgart weiterhin über die Hauptstraße fahren.

Die Forderung einer Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 sah Bilger problematisch. Experten sehen bei Tempo 40 einen günstigeren Verkehrsfluss. Zudem würde sich die Zahl der Kraftfahrzeuge, die die Autobahn vermeiden und die B 290 benutzen, nach Einführung einer Lkw-Maut auf Bundesstraßen möglicherweise verringern.

Im Namen beider Vereine würdigte Karl Stark die Politiker, dass sie sich die Zeit für das Anliegen vieler Königshöfer Bürger genommen hätten. bpk