Lauda / Königshofen

Leserbrief Zur geplanten Aufbereitungsanlage in Gerlachsheim

Standort „ein Fall beispielloser Dreistigkeit“

Sehr geehrter Herr Seubert und Mitunterzeichner des Leserbriefs vom 25. März.

Die Aufbereitungsanlage im Gewerbegebiet „Pfützenäckern“ in Gerlachsheim wurde, unter welchen Umständen auch immer, nach geltenden Gesetzen und Vorschriften von der Stadt Lauda- Königshofen genehmigt und ist somit rechtskonform.

Es bleibt jedoch nachvollziehbar, dass diese Genehmigung keine allgemeine Zustimmung bei den Gerlachsheimer Bürgern findet. Auch ich wäre mit einem Wohnsitz in Gerlachsheim sofort ihrer Bürgerinitiative beigetreten.

Es zeugt von großem Engagement, dass sie die Stadtverwaltung zu weiteren Handlungen, wie etwa die Suche nach alternativen Standorten, veranlasst haben.

Ein Fall beispielloser Dreistigkeit ist jedoch der alternative Standort an der B 290/ Gemarkungsgrenze Distelhausen.

Geht es etwa nach dem St.- Florian-Prinzip? Laut diesem werden Verhaltensweisen, potenzielle Bedrohungen oder Gefahrenlagen nicht direkt gelöst, sondern einfach auf andere verschoben.

Das eigentliche Problem der Gerlachsheimer wird also plötzlich zu einem Problem für einen völlig unbeteiligten Dritten, in diesem Fall Distelhausen, gemacht.

Aber auch wir Distelhäuser wollen keine Aufbereitungsanlage direkt vor unserer Haustür.

Nur zur Erinnerung: Distelhausen ist jetzt schon durch die A 81 und B 290 erheblichen Lärm- und Feinstaubbelastungen ausgesetzt. Da der alternative Standort in der Talsohle liegt, vergrößert sich dieses Problem noch zusätzlich. Soll Distelhausen zu einem zweiten Stuttgarter Neckartor werden?

Weitere Argumente wurden bereits von Bürgermeister Vockel (Tauberbischofsheim) in den Fränkischen Nachrichten genannt.

Die Stadt Lauda- Königshofen hat ein ausgewiesenes Industriegebiet fernab jeder „Zivilisation“.

Sie wirbt damit sogar auf ihrer Homepage. Der Name: „ Industriepark ob der Tauber auf dem Waltersberg“. Weiterhin hat sie „… die Möglichkeit, Ihnen [dort] schnell und unbürokratisch preiswerte erschlossene und auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Flächen anzubieten“.

Dieses ist inzwischen mit zwei eigenen Zu- und Abfahrten bestens für den zu erwartenden Last- bzw. Sattelzugverkehr geeignet.

Dieser Schwerverkehr würde kein einziges Wohngebiet tangieren – weder in Gerlachsheim noch in Distelhausen.

Warum geht die Stadt Lauda-Königshofen nicht diesen Weg? Ist etwa eine Verlagerung an bisher nicht bebaute Orte für die Stadt einfacher?

Oder treffen Argumente und Zitate der Bürgerinitiative nur für Gerlachsheimer zu?

Zum Beispiel: „In dieser Hierarchie steht – so sagen es Bibel und Grundgesetz – der Mensch ganz oben“.

Ich hoffe dieser kleine Anstoß regt zum Nachdenken an.