Lauda / Königshofen

Vortragsabend Vera Braun sprach beim VdK Königshofen/Beckstein über „Rauhnächte“

Tage mit einer außergewöhnlichen Energie

Königshofen.Beim letzten Monatstreff des VdK Königshofen/Beckstein wartete der Vorsitzende Dieter Ilg im Gasthaus „Zum Gänschwirt“ mit einem Vortrag von Vera Braun über die Rauhnächte in ihrer vielseitigen Bedeutung auf. Vera Braun aus Oberlauda bezeichnete in ihrem Beitrag die Rauhnächte als eine energetisch herausfordernde Zeit. So seien nach alter Überlieferung die finsteren Mächte in der Zeit zwischen dem 25. Dezember und dem 5. Januar sehr mächtig, Seelen würden wiederkehren, Geister erscheinen, Dämonen Haus und Hof übernehmen.

Für die Germanen, meinte die Referentin, seien diese Nächte eine besondere, auch heilige Zeit, in der nicht gearbeitet werden durfte. Es war die Zeit, dem Rhythmus des Lebens zu lauschen. Stattdessen nutze man die Zeit für Familie, zum Feiern und zum Orakeln. In Haus und Hof wurde ausgiebig geräuchert, um Mensch und Tier, Hab und Gut zu beschützen und Dämonen zu vertreiben.

Der Ursprung des Wortes „Rauhnacht“ sei nicht ganz geklärt, meinte Braun und fügte hinzu, dass der Brauch für das Räuchern ebenfalls in Betracht käme. Als Rauhnächte oder Weihnächte würden gemeinhin die Zwölf Heiligen Nächte (auch Zwölfte oder Glöckelnächte) bezeichnet. Zähle man auch den 24. Dezember dazu, den Heiligen Abend, der zugleich der Adam-und-Eva-Tag sei, wo wir der Vertreibung aus dem Paradies gedenken, ergäben sich Dreizehn Heilige Nächte.

Die Vorhersagen beziehen sich auf das kommende Jahr, meinte die Rednerin, jede der Rauhnächte ziele auf einen Monat des folgenden Jahres. Alles soll in diesen Tagen beobachtet werden. Jeder Tag beinhalte eine besondere Qualität, so bestimme die Jahreszeit schon immer das Leben der Menschen. Tatsächlich seien die Tage zwischen den Jahren, heilige Tage. Die Natur hat sich zurückgezogen und am 21. Dezember ist die längste Nacht im Jahr.

In den dunkelsten Tagen des Jahres würde das Licht der Hoffnung gefeiert, das Christuslicht. Die Tore zur Anderswelt sind weit offen. Die geistige Ebene sei seit dem 1. Advent sehr nahe. Die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig seien ganz besondere Tage und trügen eine außergewöhnliche Energie in sich. Man nennt sie auch Schwellenzeit, die hätte mit einer alten Mondrechnung zu tun.

Während dieser Tage träfe die Welt des Sichtbaren auf die Welt des Unsichtbaren. Die himmlischen Welten seien dann ganz nahe und berühren uns Menschen in unserem Dasein.

In dieser Zeit gehe es darum, sich mit den Kräften zu verbinden, die jenseits von Zeit und Raum lägen. „Sie fordern uns auf, uns in unser Innerstes zurückzuziehen. Die Innenwelt möge sich in der Stille neuformieren und entdeckt werden. Durch diese Kräfte können unsere Träume und Visionen von dem Weg vom Unsichtbaren in die Welt des Sichtbaren gebracht werden. Träume erhielten dadurch eine Form“, so die Referentin.

Vera Braun wies in diesem Zusammenhang auf die Tage vor Weihnachten hin. Die Vorweihnachtszeit sollte genutzt werden, um das vergehende Jahr nochmals Revue passieren zu lassen. „Diese Zeit steht uns zur Verfügung, um das Alte bewusst loslassen zu können. Also Ereignisse bereinigen, die nicht in das Neue Jahr mitgenommen werden sollen“, so Braun weiter.

Auch mentale Belastungen und Prägungen aus dem alten Jahr könnten kraftvoll losgelassen werden. Schon bei den Germanen wurden Feuerrituale veranstaltet, um Altes und Überholtes zu transformieren. In diesen alten Traditionen verwand man Räucherware, denn das Feuer hätte die Kraft der Transformation. In Verbindung mit Kräutern und Harzen verstärke man die seelische und mentale Reinigung, damit Neues Platz habe, müsse man das Alte gehen lassen.

Zum Schluss ihrer Ausführungen meinte Vera Braun: „Richtet die Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit, segne sie und lasse sie los.“ ilg