Lauda / Königshofen

Konzert Duo „Sandrose“ bot einen unterhaltsamen Musikabend

Veredelte Klänge einer Säge

Archivartikel

Gerlachsheim.Einen wunderbar stimmungsvollen und hoch unterhaltsamen Musikabend mit dem Duo „Sandrose“ präsentierte die Gerlachsheimer „WeinLese“ im stilvollen Ambiente ihres Hofes.

Das Duo „Sandrose“ mit Julia Rosenberger aus Marktsteft (Landkreis Kitzingen) an der Harfe und partiell an der Blockflöte sowie mit Ralph Stövesandt aus Würzburg an der Gitarre und Singenden Säge besteht seit 2009. Rosenberger studierte in Würzburg Harfe. Seither wirkt sie in verschiedenen Ensembles unter anderem mit Kammermusik, im Duo „La Rose“ in zweifacher Harfenbesetzung und in Bands mit. Zudem gibt sie Unterricht in Harfe und arbeitet als Musiktherapeutin im „Erich Kästner Kinderdorf“ in Oberschwarzach (Landkreis Schweinfurt).

Der in Tauberbischofsheim geborene Stövesandt, von Beruf aus zunächst Schlosser, erlernte mit zwölf Jahren Posaune und Gitarre. Ab seiner Jugend beginnend spielte er immer wieder in verschiedenen Bands und Ensembles, so etwa in den 80er Jahren in einem Düsseldorfer Zigeuner-Jazz-Duo. Seit etwa einem Jahrzehnt arbeitet Stövesandt, dessen Vater in Tauberbischofsheim von der Musik lebte, als freischaffender Musiker sowie Erbauer und Händler Singender Sägen. Im Taubertal ist er vielen Musikfreunden vor allem als Mitglied von „3 Franken mit dem Kontrabass“ bekannt.

Bereits 1991 kam ihm bei einer Szene in dem Kultfilm „Delikatessen“ die Idee, seinerseits das Spielen der Singenden Säge auszuprobieren. Das erste Exemplar legte sich Stövesandt 1998 zu, als er in einer Musikhandlung in Düsseldorf tätig war. Seit rund 15 Jahren baut er selber Singende Sägen, die er insbesondere in Deutschland sowie nach Österreich und in die Schweiz, mitunter europaweit bis hin international wie etwa nach Japan vertreibt. „Mit viel Handarbeit sowie jedes Stück ein Unikat mit individueller Gravur versehen“, beschreibt der Spezialist die besonderen Qualitäten und Merkmale seiner Singenden Sägen, die durch ihn auf Basis von aus Feinedelstahl hergestellten Sägerohkörpern ihren regelrechten Feinschliff bekommen sowie veredelt und ebenfalls individuell als Musikinstrumente komplettiert werden.

„Ganz besondere Klänge an diesem wunderschönen Sommerabend“, hatte „Hausherrin“ Sylvia Hambrecht zur Begrüßung der zahlreichen Gäste das Duo „Sandrose“ zu Recht angekündigt. Denn mit erquicklicher Frische verwoben Rosenberger und Stövesandt den Klang dieser teilweise ungewöhnlichen Instrumente mit ihrem sehr abwechslungsreichen Repertoire, das einen ebenfalls äußerst stimmungsvollen Bogen von Klassik über Filmmelodien, Jazzklängen und Popballaden bis hin zur Weltmusik umfasste.

Ergänzt wurde der Melodienreigen durch zahlreiche Eigenkompositionen wie etwa das märchenhafte „Damals“ oder „Freitags im Boot“. Filmmusiken waren unter anderem aus dem romantischen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, bei dem Stövesandt an diesem Abend erstmals seine Singende Säge erklingen ließ, und aus „Titanic“ („My Heart Will Go On“) zu hören.

Klassische Instrumentalweisen in ganz speziellen Arrangements wurden beispielsweise mit Puccinis „Oh mein geliebter Vater“ und bei einem Potpourri mit Melodien von W. A. Mozart als stürmisch geforderte „Zusatz-Zugabe“ präsentiert. Zünftig bayerisch ging es exemplarisch bei der Zugabe „Das Wasserl“ her. Zugleich führte das Duo die Zuhörer auf eine internationale bis hin weltweite Musikreise unter anderem nach Italien, Spanien, Irland, Japan und Südamerika.

Für zusätzlich stimmungsvolle Atmosphäre sorgten Simon und Eva Schäffner mit einer speziellen Lichttechnik. Auf diese Weise bot das Duo „Sandrose“ im harmonisch stilvollen Innenhof der WeinLese einen außergewöhnlichen, qualitativ hochwertigen und sehr kurzweilig unterhaltsamen Musikgenuss, den die zahlreichen Zuhörer absolut angemessen mit stürmischen Applaus würdigten und der dem Publikum wohl noch lange in bester Erinnerung bleiben könnte. pdw