Lauda / Königshofen

Geburtstag Königshöfer Urgestein Willi Ott wird heute 85 Jahre alt / Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen

Vom Fähnrich zum Ehrenvorsitzenden des Turnvereins

Archivartikel

Königshofen.Voller Tatendrang und stets mit Herzblut bei der Sache: So würde wohl fast jeder, der ihn kennt, Willi Ott beschreiben. Heute feierte das Urgestein der Königshöfer Vereinslandschaft seinen 85. Geburtstag.

An Ausstrahlung, an Überzeugungskraft hat Ott wenig eingebüßt. Doch natürlich steht er, lange Jahre Sprecher der örtlichen Vereine und Vorsitzender des Turnvereins 1882 Königshofen, heute nicht mehr in der ersten Reihe. Noch immer aber ist er Förderer des Königshöfer Vereinslebens, Berater, wo das nötig ist, Unterstützer und Gast bei Veranstaltungen. Denn die Leidenschaft für Sport und Gemeinschaft, sagt er, lasse ihn auch mit 85 nicht los. Wer ihm zuhört, merkt schnell, was das bedeutet. Besonders eindrucksvoll kann Ott von Deutschen und Landesturnfesten erzählen. 1954 besucht er das erste davon, mit 20 Jahren in Freiburg war das. Seither hat er wenige dieser Veranstaltungen verpasst.

Für eine Sache brennen kann Ott noch immer. Zwar sind es heute andere Dinge, denen er sich voller Hingabe zuwendet. Die hübschen Holz-Vogelhäuschen etwa, von denen er mittlerweile schon fast 600 Stück gebaut hat. Oder die 1000 Eier für den Osterbrunnen, die er gleich zweimal lackiert hat. Sein großes Steckenpferd: der Turnverein Königshofen. 42 Jahre stand er ihm als Vorsitzender vor, heute ist er Ehrenvorsitzender.

Doch schon als Kind ins Turnen gehen - das gab es zu Otts Zeiten nicht. „Wir haben in der Gasse gespielt“, erinnert sich das dritte von neun Kindern. Dann kam der Krieg. Mit dem Aufbau des zerstörten Königshofens wurde auch die Turnhalle wiederbelebt. Ab 1948 turnte Ott dort mit anderen Jugendlichen. Noch jetzt strahlt Ott, wenn er stolz von seiner Zeit als Fähnrich erzählt. Ott war gerade mal 28 Jahre alt. Das alte Vorstandsduo – darunter sein Vater – war kurz hintereinander gestorben. Willi Ott übernahm ohne zu zögern. „Aber mit viel Unterstützung“, wie er heute sagt. Zusammen mit seiner Frau Inge hat er viele Zeltlager organisiert. Der Jubilar war jemand, dem die Jugend am Herzen lag. Die Kegelbahn wurde unter seiner Ägide gebaut, Kinderturnen vorangetrieben, mit dem Sportabzeichen begonnen, die TV-Halle in die Messe eingebunden. Seit Jahren ist Ott auch Mitglied des Kirchenchores. Die Aufstellung eines Osterbrunnens am Gooden ist ebenfalls ihm zu verdanken.

Auch in anderen Königshöfer Vereinen ist er heute noch aktiv - und er vertrat sie jahrelang gegenüber der Stadt. Die Aufgabe als Sprecher der örtlichen Vereine sei nicht immer leicht gewesen. „ Willi Ott ist Gründungsmitglied des Heimat- und Kulturvereins und des Aktionsforums. ist Mitglied des Vereins Historisches und Kulturelles, des Vdk und des Nabu Deutschland.

Neben der goldenen Ehrennadel (1979) und einer Urkunde für Besondere Verdienste (1987) des TVK erhielt Ott auch die Ehrennadel in Gold (1972) und den Ehrenbrief (1988) des Deutschen Turnerbunds, den Gau-Ehrenbrief (1982) und die Verdienstplakette (1987) des Main-Neckar-Turngaus sowie die Ehrenurkunde (1996) des Sportkreises Tauberbischofsheim. Von Lothar Späth durfte er 1982 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg entgegennehmen. ib