Lauda / Königshofen

Theater in Sachsenflur Erneut steigende Zuschauerzahlen bei den drei Aufführungen / Zwei wichtige Akteure verabschiedet

Warum klauen wir nicht die ganze Bank?

Sein Geld in Aktien anzulegen, kann sehr gewinnbringend, aber auch sehr riskant sein. Diese Erfahrung mussten auch die Sachsenflurer „Spar-Piraten“ in drei Theater-Aufführungen machen.

Sachsenflur. Drei befreundete Familien machen Urlaub auf dem Campingplatz. Die Frauen möchten es sich mal gut gehen lassen und sich was gönnen, schließlich haben sie Urlaub. Die Männer hingegen haben das Sparen zu ihrem Hobby gemacht und den Verein „Die Spar-Piraten“ gegründet. Außerdem haben sie all ihr Erspartes in Aktien angelegt. Treibende Kraft dabei ist der Zahnarzt Markus (Udo Plewa), unterstützt von Dieter (Andreas Trunk). Luciano Singer (Christian Kemmer), der Sohn von Sabine, (Sonja Höhl) ist neben der Sorge um sein Vermögen auch noch mit seiner Gesangskarriere beschäftigt, der aber alle (außer Sabine) keine große Zukunft vorhersagen.

Da die Drei ihren Frauen (Monika Kossowski als Luise, Lucia Schmitt als Anita)bzw. der Mutter den Aktiendeal verschwiegen haben, trifft sie ein Kurs-Crash, bei dem die Aktien ins Bodenlose fallen, besonders hart.

Die Lösung „am beschde, mir sooche gor nigsch un losse alles uff unsch zukumme“ ist auf die Dauer nicht haltbar, die Frauen sind sehr verärgert und verlassen die Männer mit den Worten: „Wir kommen erst zurück, wenn das Geld wieder da ist“. Nun ist guter Rat teuer. Da bringt ihnen ein Zeitungsbericht die rettende Idee: „Wegen Umbauarbeiten hat die A&K-Bank Teile ihrer Geschäftsstelle in einen Wohnwagen ausgelagert.“

So reift bei den drei Bankrotteuren rasch ein Plan. Sie stehlen unter dem Motto „Warum klauen wir nicht die ganze Bank?“ den kompletten Bank-Wohnwagen und gliedern ihn „unauffällig“ (Markus streicht ihn hierfür leuchtend rosa) in ihren Fuhrpark ein, um den enthaltenen Tresor in Ruhe zu knacken.

Menschenraub inklusive

Erschwerend bei der Sache ist allerdings der Umstand, dass der Bankangestellte Guido Groschengräber (Adrian Trunk) mit im Wohnwagen ist. Um ihn ruhigzustellen, braucht Markus ziemlich viel Lachgas, was im späteren Verlauf der Handlung noch zu allerlei Problemen und Missverständnissen führt. Auch lässt sich der Wohnwagen der A&K-Bank nun nicht so einfach „dowwem Begschder Becke“ versenken.

Während die drei Übeltäter noch fieberhaft damit beschäftigt sind, den Bankraub und vor allem den Menschenraub vor ihren besseren Hälften zu verbergen, geschieht das, was im richtigen Leben wohl eher nicht so häufig der Fall ist: Der Wert der Aktien schnellt nach oben, so dass die mobile Bankfiliale, in der auch die Aktien eingeschlossen sind, umgehend zurückgebracht werden muss.

Mit Hilfe der Frauen gelingt es auch, Guido Groschengräber unauffällig wieder ins Bankgeschäft einzugliedern, so dass, wenn der Vorhang fällt, wieder alles in bester Ordnung ist.

Dies könnten, nachdem in der aktuellen Saison die Zuschauerzahlen in der Sachsenhalle erneut angestiegen sind, auch die Mitglieder der Theatergruppe der Heimatfreunde Sachsenflur von ihrer Truppe sagen, wenn … ja wenn da nicht ein dicker Wermutstropfen bei der Sache wäre.

Zum Schluss der letzten Aufführung musste der Vorsitzende der Theatergruppe, Andreas Trunk, namens seiner Mitglieder offiziell Abschied von zwei wichtigen Mitgliedern nehmen.

Die Hauptinitiatorin des Theaterspiels in Sachsenflur in der neueren Zeit, Sonja Höhl, verlässt das Umpfertal mit Ziel Bergstraße, und mit ihr natürlich ihr Ehemann Thomas. Während Sonja Höhl bis vor zwei Jahren den Vorstand innehatte und seit 2000, dem Gründungsjahr der Gruppe, auch immer Regie führte (einmal sogar bei einem selbst geschriebenen Stück), baute Thomas Höhl als Elektronikfachmann im Laufe der Jahre eine wirklich spektakuläre Sound- und Lichtanlage auf und bediente diese auch während der Aufführungen.

So hinterlassen die beiden Stützen des Theaters in Sachsenflur eine große Lücke in der Mannschaft, die sie mit den herzlichsten Wünschen für eine glückliche Zukunft verabschiedete. ebi