Lauda / Königshofen

Erster Wein- und Naturerlebnistag am Altenberg Zahlreiche Besucher nutzten Gelegenheit, um Biotope und Rebflächen sowie kulinarische Genüsse kennenzulernen

Weinbau im Einklang mit der Ökologie

Archivartikel

Sehr reger Besuch herrschte beim ersten Wein- und Naturerlebnistag am Altenberg zwischen Lauda und Oberlauda.

Lauda/Oberlauda. Sehr gut frequentiert war an Christi Himmelfahrt der erste Wein- und Naturerlebnistag am Altenberg zwischen Lauda und Oberlauda.

Unter dem Motto „Wein in der Natur erleben, wo er wächst“ hatten die zahlreichen Besucher Gelegenheit, sowohl die dortigen reich strukturierten Biotope und Weinrebenflächen kennenzulernen als auch verschiedene Weine nebst kulinarischen Spezialitäten zu verkosten.

Die Besonderheiten an Pflanzen und Tieren des Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Schutzgebietes sowie der Rebenbewirtschaftung am Altenberg wurden insbesondere bei zwei kostenlosen Führungen durch Michael Salomon, Vorsitzender der Nabu-Gruppe Lauda, und Weingästeführer aufgezeigt. Als Weingästeführer wirkten beim ersten Gang Tilmann Zeller aus Bad Mergentheim und bei der zweiten Tour Manfred Berger aus Gerlachsheim mit.

Dabei konnten die vielen Teilnehmer insbesondere die sehr verschiedenartigen Strukturen und Biotope wie Hecken, Brachflächen, Mager- und Trockenrasen, Steinriegel, Natursteinmauern sowie Weinreben und Streuobstwiesen in Augenschein nehmen.

Ebenso vielfältig und artenreich zeigte sich die Pflanzen- und Tierwelt. Vor allem auf den habtrockenen bis trockenen Standorten ließen sich spezifische, seltene und geschützte Pflanzen wie etwa Helm-Knabenkraut, Bocks-Riemenzunge, Wiesensalbei und Osterluzei finden. Bei den Tieren waren neben ergiebig zu sehenden Schmetterlingen auch mannigfaltige Vogelarten wie zum Beispiel Roter Milan, Dorngrasmücke und Klappergrasmücke zu hören oder mit etwas Glück zu beobachten.

Alternativ konnten die Gäste auf dem rund 2,5 Kilometer langen Rundweg auch auf eigene Faust die Biotope und Natur an diesem Weinberg erkunden. Bei der rollenden Waldschule der Kreisjägervereinigung Tauberbischofsheim waren Präparate heimischer Tiere wie zum Beispiel Baummarder, Waschbär, Mauswiesel, Rebhuhn, Fasan und Schnepfe zu sehen nebst Infos über deren Lebensräume erhältlich. Zudem konnten in einer „Fühlkiste“ versteckt beispielsweise Zähne von Wildschweinen und Rehen ertastet werden.

Wie Rebflächen mit naturnaher und schonender Erhaltung sowie ohne Einsatz von Herbiziden bewirtschaftet werden können, war ebenso bei einem Kooperationsmodell des Weingutes Sack, der Landschaftspflege Karlheinz und Helmut Wild sowie des Weinbauinstituts der Universität Freiburg zu sehen. Um den Pflanzenaufwuchs niedrig zu halten, werden diese Versuchsflächen mit einigen sogenannten „Ouessantschafen“ („Bretonische Zwergschafe“) bewirtschaftet. Zusätzlich wurden Infos über die Aktion „Lebendiger Weinberg“ der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg angeboten.

Start- und Zielort der Führungen sowie des Rundwegs war der „Johannisfeuerplatz“ am Oberen Weinbergweg auf Gemarkung Oberlauda. Auf diesem „Hauptplatz“ sorgten Melanie Schillinger und Jürgen Wiesner, Inhaber des „Ratskellers“ in Lauda, mit kulinarischen Spezialitäten und Getränken für Genüsse.

Ebenfalls an diesem zentralen Platz als auch zusätzlich an zwei Stationen auf dem Rundweg kredenzte das Weingut Johann August Sack aus Lauda verschiedene Weinspezialitäten, die von Geschäftsführer Karlheinz Sack gemeinsam mit lokalen Weingästeführern wie zum Beispiel Elke Nixdorf-Maertens für diesen Erlebnistag in den Reben ausgewählt wurden.

Dazu zählten unter anderem auch zwei Tauberschwarz-Varianten. Überdies gab es Infos über die Kampagne „Verantwortungsbewusster Weinkonsum“ der Initiative „WineInModeration.com - Art de Vivre“. Am Rande bot „Stefan Solo“ aus Bad Sachsa (Südharz“) Unterhaltung.

„Ziel des ersten Wein- und Naturerlebnistag am Altenberg war es, die Besonderheiten dieses Weinbergs und dessen Biotope aufzuzeigen als auch, unter welchen Bedingungen Weinbau in einem FFH-Schutzgebiet sowie Hand in Hand mit der Ökologie und Natur kultiviert werden kann“, betonte Sack.

Der Weingut-Geschäftsführer zeigte sich in einem Resümee ebenso sehr erfreut wie die Kooperationspartner der Nabu-Ortsgruppe und der Kreisjägerschaft sowie die Weingästeführer über die Besuchermenge als auch die durchweg positiven Resonanzen der zahlreichen Gäste. Exemplarisch bezeichneten Besucher den Altenberg aufgrund dessen im Vergleich zu anderen Weinbaugegenden hoher Naturvielfalt sowie Wechselspiel zwischen Weinbau und Biotopen als „Juwel“.

Nach Sacks Angaben wolle man aufgrund des großen Erfolgs beim ersten Wein- und Naturerlebnistag am Altenberg das dortige Konzept „Wein in der Natur erleben, wo er wächst“ voraussichtlich im nächsten oder übernächsten Jahr weiter fortsetzen.