Lauda / Königshofen

Galerie „das auge“ Gleich vier Künstlerinnen stellen im Juli aus / Vernissage

Werke fordern Entdeckergeist

Lauda-Königshofen.Der Kunstkreis Lauda-Königshofen präsentiert in seiner Galerie „das auge“ im alten Rathaus am Marienplatz Werke von vier Künstlerinnen aus Bad Mergentheim – und sie haben sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Sie fordern den Besucher zu etwas „Entdeckergeist“ heraus; ihre einzelnen Arbeiten sind auf mehrere unterschiedliche Plätze verteilt. Eröffnet wurde die Ausstellung von Hanni Schifferdecker und Karl von Baumbach; er stellte die Künstlerinnen und ihren Werdegang vor.

Hier sei noch eine im Vorfeld niedergeschriebene Stellungnahme des Vorsitzenden Gleich festgehalten: „Der Vorstand des Kunstkreises ist allen Kunstschaffenden sehr dankbar, dass sie das Angebot wahrnehmen, sich mit dem Ergebnis ihrer kreativen Aktivitäten der Öffentlichkeit vorzustellen. Wir freuen uns deshalb sehr, dass unter der Federführung von Ingrid Linnert diese Ausstellung realisiert werden konnte.“

Das gemeinsame Malen in vertrautem Kreis bietet Austausch und Anregung, sagt Ingrid Linnert. „Meine besondere Liebe gilt den Farben“ stellt sie fest; schon ihre Farbkompositionen und die Collagen im Eingang sprechen deutlich für diese Vorliebe, erst recht ihr beinahe plakatives Bild „Baum vor roter Sonne“ und – nicht zu vergessen – das „Goldene Tor“, in dem sie neben einigen anderen Materialien auch Sägemehl verarbeitete.

Iris Rüdenauers Bild „Himba - Frau auf dem Weg zum Fest Namibia“ macht in ihrer farbenfrohen Tracht geradezu Lust aufs Mitfeiern, die schwungvolle „Ameisenart“ der Künstlerin fesselt den Blick und im „Monte blue“ erahnt der Betrachter einen Zauberberg. „O.T.“ – ohne Titel – diese Entscheidung der Künstlerin für weitere Bilder fordert die Fantasie des Betrachters heraus; seine Auffassung prägt das Kunstwerk ganz persönlich, denn kaum zwei Menschen sehen darin das Gleiche.

Irmela Stephan hat in ihrem Bild „Dorfteich in der Provence“, sichtlich prädestiniert für die Aquarellmalerei, eine wunderschöne Spiegelung festgehalten; ganz allmählich lösen sich die zarten Konturen im fließenden Wasser auf, hinterlassen jedoch eine zart strukturierte Restfläche. Ein Meisterwerk der Linienführung in der Bleistiftzeichnung ist das lässig über den Bügel gehängte „Hemd“, wohl nicht grundlos als unverkäuflich gekennzeichnet.

Einer ganz anderen Art der „Spiegelung“ hat sich Roswitha Smid gewidmet; insgesamt hat sie sich total auf Abstraktion konzentriert. Ihr „Rotes Leuchten“ im Doppelpack dominiert und strahlt durch den gesamten Raum, bildet einen auffallenden Kontrast zum Nachbarbild. Mit zwei weiteren Bildern „O.T.“ auf der nächsten Wand lenkt sie das Auge auf kontrastierende Farben und schafft auch hier den bekannt „neudeutschen“ Eyecatcher.

Besondere plastische Werke aus Speckstein von Roswitha Smid, dazu Kugeln und Eier in allen Schattierungen von Ingrid Linnert sind in einer Glasvitrine zu sehen.

Die Ausstellung ist an den Sonntagen im Juli von jeweils 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr zu sehen; an den Nachmittagen kann man auch wechselweise die Künstlerinnen antreffen und sich über Wissenswertes informieren lassen. irg