Lauda / Königshofen

Bienenhaltung Imkerverein sammelte bei Monatsversammlung erste Erfahrungen mit der neuen Ernte

Würziger Honig mit einem geringem Wassergehalt

Archivartikel

Heckfeld.Zur letzten Monatsversammlung vor der Sommerpause hieß der Vorsitzende des Imkervereins Taubergrund, Bernd Weckesser, nochmals zahlreiche Mitglieder im Schulungsraum des Lehrbienenstandes bei Heckfeldwillkommen. Neben seinen Ausführungen zu den aktuellen Arbeiten am Bienenvolk gab er einen Rückblick auf den Veitshöchheimer Imkertag und die letzten Aktivitäten des Imkervereins, sowie wichtige Infos aus den Verbänden.

Am Bienenstand ist etwas Ruhe eingekehrt. Nach der Frühjahrestracht geht in diesen Tagen auch die Trachtzeit für den Sommerhonig zu Ende. Einige Imker, die schon abgeschleudert haben, berichten von einem guten, würzigen Honig mit geringem Wassergehalt und qualitativ guten Eigenschaften. Auch von der Menge des Ertrages können die Imker zufrieden sein.

Warten auf Waldtracht

Dagegen warten die wenigen Waldimker immer noch auf eine mögliche Waldtracht. Vom Trachtmeldedienst hört man jedoch sehr unterschiedliche Nachrichten. Nun ist es aber an der Zeit, an die bevorstehende Behandlungsphase gegen die Varroa zu denken und sich rechtzeitig einen Überblick über den Befall zu verschaffen. Deshalb Varroa-Schieber in die Völker geben und den Befall nach drei Tagen kontrollieren. Die erste Behandlung sollte in jedem Fall noch Ende Juli erfolgen. Die Jungvölker müssen in ihrer Entwicklung beobachtet und notfalls mit Flüssigfutter zu weiterem Brutaufbau angeregt werden.

In einem ausführlichen Rückblick auf den Veitshöchheimer Imkertag ging Bernd Weckesser vor allem auf die Vorträge über Bienenwachs, „Bienenbäume“ der Zukunft unter dem Eindruck des Klimawandels, sowie die Gefahr durch neue Schädlinge, die auch den Bienenvölkern gefährlich werden können, ein.

Oft unterschätzt, ist das Bienenwachs der zentrale Stoff im Bienenvolk während Honig „nur“ als Kohledydratspeicher anzusehen ist. Wachs ist Dichtmaterial, Larvenstube, Vorratsbehälter und Kommunikationsnetz. Imker sollten also dem Wachs eine hohe Wertschätzung entgegenbringen und sorgsam damit umgehen und damit auch Wachsverfälschungen entgegenwirken.

Erhebliche Einflüsse

Der bevorstehende Klimawandel hat erhebliche Einflüsse auf Bäume und Sträucher. Nicht alle werden gleichermaßen davon profitieren. So ist der Kirschbaum als Profiteur anzusehen, der Ahorn wird dagegen unter zunehmender Trockenheit leiden.

Durch die Globalisierung sind auch neue Schädlinge auf dem Vormarsch. Bereits 2004 ist die asiatische Hornisse in Frankreich angekommen und wird auch schon in Deutschland beobachtet. Sie ist in ihrer Volksstärke deutlich stärker als unsere einheimische Hornisse und ernährt sich zu 85 Prozent von Honigbienen und kann ein Bienenvolk in seinem Bestand gefährden. Ebenso der kleine Beutenkäfer, der 2009 nach Italien eingeschleppt wurde und vor allem schwache Bienenvölker zerstören kann.

In Bayern wird derzeit zur genauen Beobachtung ein entsprechendes Monitoring (Projekt BeeWarned) aufgebaut. Abschließend wurde nochmals das bestehende Bekämpfungskonzept gegen die Varroatose vorgestellt.

Neue Konzepte sind kaum wirksam oder in ihrer Handhabung zu aufwendig. Deshalb gilt nach wie vor der Grundsatz bei der Anwendung der natürlichen Säuren (Ameisen- und Oxalsäure): „Die konsequente Behandlung und Einhaltung der Zeiten ist der Schlüssel zum Behandlungserfolg“.

In seinen weiteren Ausführungen erinnerte der Vorsitzende nochmals an den Imkerausflug im Juni nach Illertissen, an dem über 50 Personen teilgenommen haben. Am Vormittag wurde das 2016 neu eröffnete bayrische Bienenmuseum im Vöhlinschloss besucht und alle waren beeindruckt von der umfangreichen und hervorragend präsentierten Sammlung rund um die Honigbiene. Außergewöhnlich war auch ein 3D-Film, in dem man sich in die Welt eines Honigbienenvolkes versetzt fühlte.

Das Museum basierte auf einer Sammlung des Arzneimittelherstellers Karl August Forster, der schon 1932 ein Arzneimittel aus Bienengift gegen rheumatische Erkrankungen herstellte.

Hierzu mussten über 1000 Bienenvölker betreut werden. Am Nachmittag wurden die Teilnehmer durch eine Ausstellung des Museums für Gartenkultur geführt und erfuhren hierbei vieles über die Geschichte der Gartenbestellung mit den unterschiedlichsten Geräten und Hilfsmitteln. Den Abschluss bildete ein gemütliches Abendessen in einer fränkischen Brauereigaststätte in Oberdachstetten.

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ stellte G. Prieschl kurz eine Handlungsanleitung für artgerechte Bienenhaltung des Biologen Torben Schiffer vor, der in den letzten 15 Jahren über die unterschiedlichen innen-klimatischen Verhältnisse von Baumhöhlen und modernen Imkerbeuten forschte. Er beschreibt imkerlich relevante Erkenntnisse dieser Forschung und möchte damit zu einer natürlicheren und artgerechteren Bienenhaltung motivieren. Er stellt vor allem die moderne Magazinbeute mit Gitterboden, Folienabdeckung und zu bodennahem Standort in Frage, da das Innenklima zu feucht ist und somit auch dem Pseudoskorpion, der in günstiger Symbiose mit der Honigbiene gelebt hat, keinen Lebensraum mehr bietet.

Nicht für den Großteil

In der anschließenden Diskussion wurde vornehmlich die Meinung vertreten, dass eine solche Umstellung möglicherweise für einige wenige rein ökologisch ausgerichtete Imker, nicht jedoch für den Großteil der Imkerschaft realisierbar sei.

Abschließend wurden vom Vorsitzenden die Behandlungsmittel zur Varroabehandlung ausgegeben. Mitglieder, die ihre bestellten Mittel noch nicht abholen konnten, sollen dies direkt beim Vorsitzenden nach telefonischer Voranmeldung (09343/580514) noch tun.

Die nächste Monatsversammlung findet am Freitag, 14. September, um 18 Uhr am Lehrbienenstand bei Heckfeld statt. güpr