Leserbrief

Leserbrief Zur verfahrenen Situation bei der Planung einer „Bodenverbesserungsanlage“

Gerlachsheimer Bürger sind fest zum harten Widerstand entschlossen

Sehr geehrte Damen und Herren, die Sie sich heute im Rathaus in Lauda treffen, um eine völlig verfahrene Situation zu erörtern. Eine Situation, die entstanden ist durch einen riesengroßen Vertrauensbruch. Entgegen der ursprünglichen öffentlichen Ankündigung wurden nämlich die Abfallmengen mehr als verdreifacht, die zu behandelnden Abfälle auf höchst problematische Stoffe drastisch ausgeweitet und die zu erwartenden Lkw-Schwerlastfahrbewegungen dreist heruntergerechnet.

Und sehr geehrte Damen und Herren aus dem Gemeinderat, die Sie zu Recht Aufklärung fordern über die Vorgehensweise von Bürgermeister, Stadtverwaltung und Firma Konrad Bau bei der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung einer Anlage, von deren gravierend abweichenden Inhalten auch Sie vollkommen überrascht wurden, weil man von Seiten der Stadtverwaltung den Gemeinderat offensichtlich bewusst übergangen hat.

Nehmen Sie alle bitte zur Kenntnis: Am vergangenen Sonntag trafen sich in Gerlachsheim120 Bürgerinnen und Bürger (trotz Ferienzeit), um nach langer Diskussion ihre feste Entschlossenheit zum harten Widerstand gegen diese Abfallbehandlungsanlage zu bekunden.

Es wurde bereits eine Normenkontrollklage beim VGH in Mannheim eingereicht, eine Petition an den Landtag von Baden-Württemberg geschickt und mehrere Widersprüche (trotz zu erwartender hoher Gebühren) gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung erhoben.

Dies dürfte der Stadtverwaltung und Herrn Köhler von Konrad Bau die große Entschlossenheit der Gerlachsheimer Bürgerschaft zeigen, mit allen Mitteln gewaltfrei gegen die drohende Zerstörung unseres Ortes vorzugehen.

Wir wollen hiermit klar zum Ausdruck bringen: Es kann bei den Versuchen, „die Wogen zu glätten“, nicht darum gehen, wieder auf die ursprünglichen 50 000 Tonnen zurückzukommen (um dann doch die Anlage später hochzufahren). Nein, diese Anlage darf an diesem vorgesehenen Ort nicht gebaut werden.

Und noch ein Hinweis für Herrn Köhler: Es dürfte sehr schwer werden, eine solche Anlage direkt hinter dem Ort gegen den entschiedenen Willen der Gerlachsheimer Bevölkerung wirtschaftlich betreiben zu können.

Noch ist Zeit, einen anderen, besseren Standort zu suchen.