Leserbrief

Leserbrief Zur Berichterstattung der letzten Wochen über die Aufbereitungsanlage in Gerlachsheim

Große Empörung und Vertrauensverlust

Mit der Berichterstattung auf der Lauda-Königshofen-Seite im Sommer 2018 gehen die investigativen Journalisten Thomas Schreiner und Klaus T. Mende unserer FN-Lokalredaktion mit Bravour Ihrer Arbeit nach.

Es gelingt Ihnen, das Sommerloch 2018 für die Leserschaft spannungsgeladen zu füllen. Sind es doch scheinbar skandalträchtige Hintergrundinformationen, die sich in gekonnter Weise selbst aufschaukeln?

Auch abgebrühte FN-Leser können ob des umfangreichen Dargebots an Lokalkolorit ihre Emotionen kaum noch im Zaum halten. Hierbei greifen die Redakteure auch auf externe Berichterstatter zurück, die schon seit Jahr und Tag einen sensiblen Riecher für den politischen Skandal in sich tragen. Erstaunt schaut der sonst so biedere FN-Leser aus Tauberbischofsheim wieder auf ein Lauda-Königshofen des „Schreckens“.

Diesmal nicht Königshofen, sondern das barocke Kleinod Gerlachsheim ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und probt den politischen Ungehorsam. Große Empörung und Vertrauensverlust auf ganzer Linie überzieht in diesen Tagen die Kommunalpolitik des Dorfes.

Im Schlepptau dieser Woge wird das komplette politische Establishment der Stadt Lauda-Königshofen und des Landkreises unter Generalverdacht gestellt.

Wächst sich plötzlich der „Straßenschotteraushub“ hiesiger Ortsstraßen ganz beiläufig in der Berichterstattung zu einer Art „atomarer Dioxinverklappung“ aus, sind das nur kleine unscheinbare Übertreibungen, welche die an sich schon spannenden Beiträge zusätzlich bereichern.

Mit Stellungnahmen des gesamten Pfarrgemeinderats unter Einbeziehung der Aussagen des zweiten Vatikanischen Konzils wird eine extreme Überlastung der Ortsdurchfahrt in Gerlachsheim als „Sünde“ gegenüber der Dorfbevölkerung gebrandmarkt.

Hierbei wird dem FN-Leser gekonnt suggeriert, dass der Gemeinderat bei der Genehmigung einer sogenannten „Bodenverbesserungsanlage“ schwere Schuld auf sich geladen haben muss. Diese offensichtliche Fehlentscheidung scheint der endgültige Beweis zu sein, dass der Gemeinderat in seiner Kumpanei mit Bauunternehmern völlig den Draht zur hiesigen Bevölkerung verloren hat.

Josef Seubert, der als Fahrensmann der Friedensbewegung schon anno 1982 im Nato-Doppelbeschluss-Fieber bei „Pershing 2-Sitzblockaden“ Erfahrungen sammeln durfte, läuft wieder zur Hochform auf und beweist Kampagnenfähigkeit auf höchstem Niveau. Den Gerlachsheimern wird gekonnt über die Berichterstattung das Gefühl eingeimpft, wieder einmal mehr, als Bauernopfer auf dem Schlachtfeld der Kommunalpolitik gerichtet zu werden.

Fragt man nach Schuldigen des Dilemmas, gelingt es den Hobbyjournalisten, die Leserschaft zielsicher auf den richtigen Pfad zu lotsen:

„Gierige mittelständische Kleinunternehmer, die ohne Rücksicht auf Verluste nur nach Gewinnmaximierung strebend mit viel Geschick Behörden bestochen und Politikamigos gekauft haben.“ Bürgermeister Thomas Maertens, mit seinem Stadtbaumeister, der wieder einmal uninformiert übertölpelt wird und ein Landrat Reinhard Frank, der im Klub der Löwen diese unrechtmäßigen Gutachten und Baugesuche einfach durchwinkt.

Für die Freien Bürger und SPD ist es ein schwieriger Drahtseilakt, nicht in diesen Strudel von Machenschaften hineingezogen zu werden. „Wie können wir als Alt-68er jetzt noch ohne Blessuren durch die nächste Kommunalwahl kommen?“, so die große Frage bei den Genossen.

Die CDU Lauda-Königshofen mit politischen Karrierestartern weiß auch nicht, ob sie so kurz vor der Kommunalwahl heulen oder lachen soll. Mit der Flucht nach vorne will man die Störung des politischen Friedens vergessen machen. Geschäftsführer Eberhard Köhler vom Konrad Bau schaut ungläubig die täglichen Zeitungsmeldungen an, welche über Ihn hereinbrechen. Er versteht die Welt nicht mehr, hat er doch aus Umweltschutzgründen, wie vom Landkreis gefordert, viel Geld in die Hand genommen, um sich jetzt dafür öffentlich auspeitschen zu lassen.

Mit einem „Weiter so!“ und den Schotterhaufen in der freien Natur wäre er sicherlich billiger und nervenschonender durch diesen Sommer gekommen.

Auch Altvordere wie Ludwig Dopf tauchen plötzlich wie Phönix aus der Asche auf und zeigen die Gründe für diese politischen Verwerfungen in Gerlachsheim seit den 60er Jahren auf.

Ein fehlender Ortschaftsrat, der schon unter Landrat Rühl von ihm gefordert wurde, haben diese skandalösen Vorgänge erst möglich gemacht.

Christina Baum von der AFD signalisiert ob der „Seubertschen“ Kampagne sofort Gesprächsbereitschaft, da „Postfaktisches“ eigentlich bisher ihr Metier war.

Die Ortsdurchfahrt sollte einfach für große Sattelzüge gesperrt werden!