Leserbrief

Leserbrief Zur geplanten „Abfallaufbereitungsanlage“ der Firma Konrad Bau in Gerlachsheim

„Haben wir Bürger denn keine Rechte?“

Wehret den Anfängen . . .“ – mit diesem Sprichwort habe ich schon seit dem Jahr 2015 im Informationsabend und unter dem jeweils ersten Punkt der relevanten Gemeinderatssitzungen „Fragen, Anregungen und Vorschläge der Einwohner zu Angelegenheiten der Stadt“ Bürgermeister Maertens und die Gemeinderäte vor dem, was auf diese Genehmigung der „Änderung Bebauungsplan Pfützenäcker“ folgen wird, deutlich gewarnt.

Dieses Vorhaben wird außer Kontrolle geraten und nicht mehr zu bremsen sein.

Für die Benutzung dieses Sprichworts „Wehret den Anfängen“ wurde ich von Herrn Bürgermeister Maertens öffentlich angegriffen.

Jetzt sind meine Befürchtungen sogar noch übertroffen worden. Ich bin sprachlos, wie so etwas passieren konnte! Herr Bürgermeister Maertens, die Gemeinderäte und die Stadtverwaltung haben sich von der „anständigen“ Firma Konrad-Bau (Herr Köhler) über den Tisch ziehen lassen. Unser schöner Weinort Gerlachsheim soll zum großen „Schuttabladeplatz“ mit unvorstellbarem Lärm werden.

Ich will die vielen anzukarrenden Abfälle und die damit zusammenhängenden Gefahren nicht mehr einzeln aufzählen. Das haben schon andere Leserbriefschreiber getan. Aber es ist sehr beängstigend, was da alles auf uns zukommen soll. Wie kann das Landratsamt (Umweltschutzamt) eine solche Krach- und Staubanlage so nahe an unserem Wohngebiet nur genehmigen, zumal das so große Verkehrsproblem in keiner Weise gelöst ist? Es wird jetzt noch viel größer!

Schon seit vielen Jahren beschweren wir uns in unzähligen Briefen an das Landratsamt (Verkehrsamt) und an die Stadtverwaltung Lauda-Königshofen über den Krach und die Verkehrsgefährdung des viel zu starken Durchgangsverkehrs an unseren Häusern vorbei (L 511). Nichts ist geschehen!

Im Juni 2014 haben dann alle Bewohner der Würzburger Straße in Richtung Grünsfeld durch eine Unterschriftenaktion mit beinahe 40 Unterschriften an das Landratsamt (Verkehrsamt) und die Stadtverwaltung Lauda-Königshofen auf diese unerträglichen Missstände des Durchgangsverkehrs hingewiesen und endlich um Abhilfe gebeten. Nichts ist geschehen!

Im Sommer 2017 wurden, auf unsere Initiative hin, auch bei uns hier draußen vor dem Ortsschild in Richtung Grünsfeld, endlich die gefahrenen Geschwindigkeiten von einem Ingenieurbüro erhoben. Von den gemessenen Autofahrern wurden dabei 16 Prozent festgestellt, die über 60 km/h fahren. Die Anzahl der Autofahrer, die auch zu schnell, zwischen 50 und 60 km/h fahren, wurden wohlweislich erst gar nicht veröffentlicht. Trotz dieses klaren Tatbestands ist bisher nichts geschehen!

All diese unzähligen Versuche, vor unseren Häusern endlich eine positive Verkehrssituation zu erreichen, wurden für eine Änderung nicht einmal in Erwägung gezogen (zum Beispiel Einführung 30 km/h, Geschwindigkeitskontrollen, Ortsschild versetzen, Kreisverkehr, Verkehrsschild „Sie fahren . . .“ öfters aufstellen, Einbau Verkehrsinsel und so weiter).

Wie soll das aber jetzt erst weitergehen, wenn demnächst zusätzlich an 300 Tagen (?) im Jahr zwischen 6 und 22 Uhr (?) an allen Werktagen 25-Tonner durch unsere enge Ortsdurchfahrt donnern? Die angegebene Zahl von 20 Lkw am Tag ist illusorisch. Die Lkw müssen wieder zurückfahren und das verarbeitete Material muss auch wieder abgeholt werden. Bei der genannten Menge des zu verarbeitenden Materials muss zusätzlich mit deutlich mehr als 80 Lkw am Tag gerechnet werden. Uns hier in der Würzburger Straße nützt dabei die neu von der Firma Konrad Bau geplante Zufahrt von deren Betriebsgelände auf die L 511 überhaupt nichts. Die Verkehrsgefährdung wird dann noch viel größer und der Lärmpegel wird unerträglich sein.

Diese vielen Lkw machen unseren Ort (mit den engen Stellen) vollends kaputt. Die Gefährdung der Einwohner ist zu groß. Man kann doch nicht abwarten bis der erste schwere Unfall passiert ist.

Diese Situation ist unerträglich. Nicht nur alle herzkranken Menschen halten diese Belastungen nicht mehr aus. Der bisherige Lärm hat uns schon krank gemacht. Können Sie das verantworten? Sogar die Fenster müssen bei dieser Hitze geschlossen bleiben.

Unsere Immobilien verlieren immer mehr an Wert. Unsere Lebensqualität ist heute schon stark beeinträchtigt. Eine Gartenbenutzung ist nicht mehr möglich. Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass das alles ein Irrsinn und unzumutbar ist. Keiner von uns Gerlachsheimern will diese „Bodenverbesserungsanlage“ – nur der Bürgermeister, die Gemeinderäte und der Firmeninhaber. Uns Einwohnern wird zugemutet, was wir absolut nicht wollen. Haben wir Bürger denn keine Rechte?