Leserbrief

Leserbrief Zu Leserbrief „Biotonne sollte zur Pflicht werden“ (27. Juni)

Nicht in jedem Haushalt notwendig

Sehr geehrter Herr Hofmann,

wie Sie in Ihrem Leserbrief anmerken, liest man gerne den Bericht von Frau Heike von Brandenstein, dass sich durch den Einsatz von Detektoren die Qualität des Biomülls deutlich verbessert hat und dadurch eine Erhöhung der Müllgebühren durch den AWMT vermeidbar ist, was schließlich uns Bürgern zu Gute kommt.

Bis hierher teile ich gerne diese Auffassung und spreche mich insbesondere beim Biomüll voll für eine weitere Qualitätsverbesserung aus.

Ihren folgenden Anregungen und Aussagen kann ich allerdings grundsätzlich nicht in allen Punkten folgen. Obgleich ich selbst Nutzer einer eigenen Biotonne bin und ich diese meist auch in vollem Umfang fülle und auch noch zusätzlich einen eigenen Komposthaufen in Betrieb habe, kann und muss es nicht für alle Bürger so sein. Dass Essensreste und verschiedene Küchenabfälle nicht auf den Kompost gehören, dürfte hinlänglich bekannt sein.

Meine Meinung ist, dass eine Biotonne nicht zur Pflicht für jeden Haushalt werden muss, zumal es unterschiedlich geführte und auch viele Kleinhaushalte gibt, bei denen nur im geringen Umfang Essensreste und Küchen- und keine Gartenabfälle aufkommen.

Dazu gehören gewiss auch Singlehaushalte unter anderem in Mehrgeschosswohnungen oder in Wohnhäusern, die womöglich von alten Menschen bewohnt werden und womöglich dies durch „Essen auf Rädern“ versorgt werden. Für diese Leute wird nach meiner Auffassung in der Regel die Pflicht-Restmülltonne genügen, um dort kleine „Bio“-Reste – womöglich in Zeitungspapier verpackt – unterzubringen. Laut „Abfall-ABC“ gehören zum Beispiel auch Knochen aus dem Küchenbereich nicht in die Biotonne, sondern in die graue Tonne.

Für den „kleinen Geldbeutel“ würde eine braune „Pflicht“-Tonne weitere Mehrkosten bedeuten und außerdem würden an den Leerungstagen (ganz besonders dann, wenn mehrere Abfallarten am gleichen Tag abgefahren werden) zusätzlich viele oft wenig gefüllte Biotonnen auf den Gehsteigen oder an Straßenrändern auf ihre Leerung warten. Abgesehen davon müssten zusätzliche Stellmöglichkeiten für die Biotonnen von den verpflichteten Nutzern in Haus und Hof gefunden werden.

In bestimmten Fällen bietet sich wahrscheinlich auch die gemeinsame Nutzung (wie auch bei der blauen Abfallpapiertonne) auf einem Grundstück an, wie sie gemäß § 22 (5) Abfallwirtschaftsordnung zugelassen ist.