Leserbrief

Leserbrief Zu „Ökologisches Profil schärfen“ (FN 3. Dezember)

Ökologische Augenwischerei

Als Imker könnte ich mich eigentlich über den Zeitungsartikel freuen, dass die Stadt Walldürn ihr ökologisches Profil schärfen möchte und die Aufnahme in das Förderprogramm „Natur nah dran“ beantragt hat. Damit sollen die Bienenpopulation gestärkt und Trittsteine für Wildbienen und Schmetterlinge geschaffen werden.

Wäre da nicht der Flächennutzungsplan 2030 und die Flächennutzungsplanänderung „Schöner Busch“. Hier sollen allein im Walldürner Stadtgebiet 8,74 Hektar ökologisch hochwertige Grünflächen mit Streuobstwiesenbestand und 14 Hektar Wald für Wohn- und Gewerbebauflächen der Spitzhacke zum Opfer fallen. Flächen, die in etwa einer Größe von 32 Fußballfeldern entsprechen.

Wer das Zitat des Bürgermeisters „Wir möchten als Kommune einen Beitrag gegenüber der Umwelt leisten.“ liest, stellt sich doch unmittelbar die Frage, warum einerseits ökologisch wertvolle, bereits bestehende und als Trittsteine etablierte Flächen vernichtet werden sollen und andererseits ein paar innerstädtische Blühflächen als ökologisches Aushängeschild für die „Marke“ Walldürn herhalten müssen.

Naturnahe Flächen erhalten und weitere Flächen schaffen – wäre dies nicht ein zeitgemäßes, ökologisches Profil? Was man hier macht, halte ich für ökologische Augenwischerei!