Leserbrief

Leserbrief Zum Verkehr in der Kurstadt

Zum Abschuss freigegeben

Ich kann mich noch erinnern - es ist Jahrzehnte her - da schob ich meine kleine Schwester mit dem Kinderwagen spazieren. Damals gab es den "Bembé-Kreisel" noch nicht. Ein Zebrastreifen zierte an jener Stelle die Wolfgangstraße. Ich wollte diesen überqueren. Der Autofahrer muss mich kleinen Stöpfel mit dem überdimensionalen Kinderwagen (Ende der 70er Jahre), echt übersehen haben - Vollbremsung. Überlebt! Dieses Ereignis - vielleicht auch Trauma - prägt mich bis zum heutigen Tag.

Egal, ob ich als Radfahrer oder zu Fuß unterwegs bin - ich bin ja froh, dass ich noch lebe.

Kürzlich hat wieder mal ein Kraftfahrzeug mein Linksabbiegen (angekündigt durch Handzeichen) ignoriert und mich so fast vom Rad geholt.

Dass man am Zebrastreifen anhalten muss, wenn sich dort Fußgänger zum Überqueren der Fahrbahn anschicken, ist auch etwas völlig Neues. Passiert mir persönlich immer an den Zebrastreifen beim "Il Mulino" oder am "Neuen Rathaus". Da fühlt man sich manchmal schon "zum Abschluss freigegeben".

Bedenklich auch, wenn man beachtet, wer da so unter anderem an einem vorbeirauscht: Mütter mit Kindern im Pkw. Ich möchte eine dieser Mütter sprechen, wenn deren Kind am Zebrastreifen angefahren werden würde.

Demnächst werde ich mich doch mal mit einem Klappstuhl und der Digicam dort positionieren und jeden, der ungebremst drüber rauscht, anzeigen.

Wir sind hier nicht im Kavaliersdeliktbereich und ich habe - ums mal gelinde auszudrücken - die Nase voll.