Limbach

Heimat- und Museumsverein Wagenschwend Außerschulischer Lernort / Festabend zum 20-jährigen Bestehen / Reise durch 20 Jahre Vereinsgeschichte

Überregional einen guten Namen gemacht

Archivartikel

Lob, Anerkennung und Dank von den zahlreichen Ehrengästen erhielt das Vorstandsteam rund um Gerhard Schäfer beim Festabend zum 20-jährigen Bestehen des Heimat- und Museumsvereins.

Wagenschwend. Die Mitwirkung dreier Chöre sowie des von Gerhard Schäfer selbst geleiteten Musikvereins verriet beim Festabend des Heimat- und Museumsvereins Wagenschwend ein funktionierendes Dorfleben. Die Bedeutung des Vereins und des einzigen Museums für die Gesamtgemeinde würdigte Limbachs Bürgermeister Thorsten Weber. Er konnte zwar noch kein grünes Licht für das nächste Bauprojekt geben, den Umbau zweier Garagen zu einem Ausstellungsraum für ein Landschaftsmodell des gesamten Odenwalds, aber vorerst mit einem Umschlag die finanzielle Situation des Vereins aufzubessern half.

Vorsitzender Gerhard Schäfer beschrieb in seiner Begrüßung die Bedeutung von Heimatmuseen für die Gesellschaft. Sie bestehe nicht zuletzt darin, dass damit ein Recht auf Bildung für alle garantiert werde. Das Museum sei ein außerschulischer Lernort, auch dadurch, dass man die museale Ausstattung mit einem neuen Konzept versehen habe. Ein Museumsführer diene als erster Überblick über die einzelnen Ausstellungen. Pläne für eine Erweiterung gebe es bereits.

„Wimpernschlag“ der Geschichte

Der Erste Landesbeamte des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Björn-Christian Kleih, zeigte sich besonders angetan vom „Wimpernschlag der Weltgeschichte“, der mit den Ereignissen um die polnische Zwangsarbeiterin Hanka Szendzielarz Wagenschwend erreicht habe und der im Museum ausgezeichnet dokumentiert sei. Auch wie der Verein die Vorfälle zum Aufbau von Kontakten mit Polen genutzt habe, fand die Anerkennung Kleihs.

Der Museumsbeauftragte des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Jörg Scheuerbrandt, der bei der Einrichtung der Exponate zur Gemeinde- und Römergeschichte dem Verein beratend zur Seite stand, fand alle Kriterien, die an gute Museumsarbeit anzulegen seien und die auch in der Vereinssatzung niedergelegt seien, von Vorstand und Mitgliedern in vorbildlicher Weise erfüllt. Auch freue er sich über die Mitarbeit des Vereins im Verband der Odenwälder Museen. Mit der Teilnahme am Projekt „Ungewöhnliche Geschichten“ habe sich der Verein, wie auch sonst, überregional positioniert.

Im Mittelpunkt des Abends stand eine Reise durch 20 Jahre Vereinsgeschichte in Wort und Bild, die Norbert Schwing, das Gedächtnis des Vereins, in akribischer und anschaulicher Weise zusammengestellt hatte.

Historischen Wert haben schon die Bilder von der Vereins- und Museumsgründung im Jahr 1998. Dass das Museum schon im Jahr der Vereinsgründung eröffnet werden konnte, zeugt vom schon damals zu beobachtenden Elan der Vereinsführung. Weitsicht verriet die damalige Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Matthias Baumann, die dem Verein die Räumlichkeiten des alten Schul- und Rathauses zur Verfügung stellte.

Mit dem „Wagenschwender Schönklang“ eröffnete der lokale Musikverein den Abend und beeindruckte dann durch das Stück „Antonin’s New World“, das sich als eine Bearbeitung von Melodien aus Dvoraks Symphonie „Aus der neuen Welt“ herausstellte.

Ein Fest der Freude

Der „Liederkranz Balsbach“ unter Leitung von Manfred Schäfer huldigte zunächst mit dem Hymnus „Klänge der Freude“ dem Anlass, um dann mit dem lateinamerikanischen Song „Sambalelé, kleiner Chico“ den Raum des Dorfgemeinschaftshauses mit schwungvollen Rhythmen zu füllen. Der Kirchenchor „Frohsinn“ unter dem Dirigenten Werner Scheuermann trug mit „Wir feiern ein Fest der Freude“ der Stimmung des Abends Rechnung, um dann mit dem Brahms-Lied „Erlaube mir, fein’s Mädchen“ ins 19. Jahrhundert zu entführen. Und bevor der zweite Vorsitzende Siegbert Hädicke sich bei Gerhard Schäfer bedankte („Ohne ihn gäbe es das Museum nicht“), ebenso bei allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten, trugen die Sänger des vereinseigenen Ensembles „HuMOR“ (steht für Heimat- und Museumsverein und Ortschaftsrat) zwei Liebeslieder vor. Stilvoll wurde der Abend beendet mit dem von allen Anwesenden gesungenen Heimatlied „Mein Wagenschwend“, dessen Text vom langjährigen Wagenschwender/Balsbacher Pfarrer Ottmar Volz, Ehrenbürger von Limbach, stammt. Gerhard Schäfer hat ihn vertont. Karl Wilhelm Beichert