Limbach

Limbacher Gemeinderat tagte Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt / Änderungen in Bebauungsplänen vorgenommen

„Für den Ausbau von Feldwegen fehlt das Geld“

Limbach.Bevor mit der Besprechung der 16 Tagesordnungspunkte begonnen werden konnte, besichtigten der Gemeinderat Limbach und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr den Neubau des Feuerwehrhauses in Limbach.

Neubau vorab besichtigt

Beim Vor-Ort-Termin im Vorfeld der Gemeinderatssitzung führte Architekt Bangert durch die Räumlichkeiten, die viel Platz für die Einsatzkräfte und die Limbacher Jugendfeuerwehr bereitstellen. Die nächsten Aufgaben sind Außen- und Innenputzarbeiten, sowie die Elektrifizierung des Gebäudes. Im Oktober 2019 sollen die Baumaßnahmen vollständig abgeschlossen sein.

Zu Beginn der Sitzung gab Bürgermeister Weber aus der nicht-öffentlichen Sitzung vom 26.Februar den Erwerb von drei lastenfreien Waldgrundstücken im Gewann Höhwald an der Gemarkung Limbach bekannt.

Auf der Tagesordnung standen sogleich drei Angelegenheiten, die die sieben Abteilungen der freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde betreffen. Die Firma Forplan erläuterte den Feuerwehrbedarfsplan, der als Arbeitspapier für die künftigen Jahre gilt. Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr betonte: „Die Gemeinde Limbach ist gut aufgestellt und die Bürger können beruhigt sein. Der Bedarfsplan zeigt, dass in der Vergangenheit die richtigen Weichen gestellt wurden. Die Bürger können stolz auf ihre freiwilligen Feuerwehren sein.“

Im Namen des Gemeinderats danke Weber den Mitgliedern der Feuerwehr für die gute Zuarbeit und Bereitstellung der Informationen. Das Augenmerk für die kommenden Jahre liege besonders auf der Mitgliedergewinnung im Jugend- und Kinderbereich, der kontinuierlichen Ausbildung und die Erneuerung des Fahrzeugbestands in Balsbach und Heidersbach.

Es folgte der Beschluss zum Kostenersatz für Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr, der – nach Stundensätzen kalkuliert – bei 12,77 Euro Personalkosten und weiteren Pauschalbeträgen für die Fahrzeuge liegt. Außerdem beschloss der Gemeinderat die Satzung zur Entschädigung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die im Fall eines Einsatzes ihre notwendigen Auslagen und ihren Verdienstausfall ersetzt bekommen. Die Satzungen können auf der Homepage der Gemeinde Limbach nachgelesen werden. Bürgermeister Weber dankte den Mitgliedern der Feuerwehren, die sich zum Wohle der Gemeinde einsetzen: „Aus meiner Sicht sind die Beträge für die Feuerwehren daher als gerechtfertigt anzusehen.“

Ein weiteres Thema des Abends war die zukünftige Forstorganisation des Gemeindewalds und der Holzvermarktung, die laut Thorsten Weber bei 175 Hektar Kommunalwald keine eigene Revierleitung lohnend macht. Aufgrund der Forststrukturreform vom Land Baden-Württemberg hat das Landratsamt den Vorschlag unterbreitet, die Betreuung und die Holzvermarktung durch die untere Forstbehörde vornehmen zu lassen. Dem Vorschlag wurde stattgegeben und die Verwaltung wird für die künftige Vermarktung zudem beauftragt, einen Vertrag mit der FVOB eG abzuschließen.

Für die Ortsteile Limbach, Scheringen und Heidersbach wird eine Fremdwasserstudie in Auftrag gegeben, da Niederschlagswasser in die Kanalisation gelangt und zusätzlich Investitionen in die drei Kläranlagen nötig sind. Die Fremdwassermessung und Fremdwasserbeseitigungsstudie belaufen sich auf 47 752,09 Euro. Das Ziel mit einem dann noch folgenden Strukturgutachten ist es, zu ermessen, was die wirtschaftlichste Lösung für den künftigen Betrieb der drei Kläranlagen in der Gemeinde ist. Der Gemeinderat konnte außerdem eine Spende in Höhe von 200 Euro für den Spielplatz in Laudenberg entgegennehmen, der aktuell umgestaltet wird.

Ebenso in den Blick rückten Maßnahmen zu einem zweijährigen Straßenunterhaltungsprogramm für 2019 und 2020, die sich auf Gesamtkosten von 220 000 Euro belaufen. Bisher sind 8000 Euro in den Rückbau des Kreisels an der Draisstraße in Limbach geflossen, der überfahrbar gestaltet ist.

„Einfache Lösung gegeben“

Weitere Maßnahmen betreffen die Heidersbacher Straße und den Fußweg von der Muckentaler Straße zur Straße „Tiefe Wiesen“ in Limbach, die alte Waldhausener Straße und Elztalstraße in Scheringen, den Mühlweg in Heidersbach, am Hirschberg in Laudenberg, sowie den Gehweg Mittelstraße-Lindenstraße und Zufahrt Hofmann in Krumbach.

Eine optionale Maßnahme im Straßenunterhaltungsprogramm wäre die Halte- und Wendestelle für den Neo-Bus, der von Mudau nach Eberbach fährt. Die Haltestelle an der schwarzen Straße würde die Gemeinde 30 000 Euro kosten. Im Gemeinderat jedoch wurden weitere Lösungen angeregt, zumal laut dem Gemeindeoberhaupt eine einfache Lösung mit der Haltestelle im Ort in Wagenschwend gegeben ist. Die Verhandlungen werden noch dieses Jahr geführt. Die Unterhaltung von Feldwegen trotz der bisherigen Straßenbaumaßnahmen nicht aus dem Blick zu verlieren, regte Gemeinderatsmitglied Gerhard Noe an. Denn diese würden nicht nur von den Landwirten, sondern auch von Radfahrern und Wanderern gerne genutzt. Der Ausbau von Feldwegen wird in einem Programm vom Land Baden-Württemberg mit 20 Prozent gefördert, so Noe. Der Bürgermeister lenkte ein, dass dies durchaus ein Thema sei, aber ein Feldwegeausbau derzeit keine Option sei und das Geld für die Unterhaltung von Straßen genutzt werden sollte. Zumal das Förderprogramm Unterhaltungsmaßnahmen von Feldwegen nicht bezuschusst werde.

Der Gemeinderat stimmte dem geänderten Bebauungsplankonzept im Gewerbegebiet „Hilbertsfeld“ in Limbach zu. Konkret ist es geplant, zunächst weitere 2,25 Hektar Gewerbefläche auszuweisen, da Anfragen von fünf örtlichen Gewerbebetrieben vorliegen. Die erforderlichen Flächen sollen direkt an das bestehende Gewerbegebiet „Haasenäcker-Gewerbegebiet 2“ in Limbach angebunden werden, welches sich am Ortsausgang Limbach Richtung Muckental befindet. Zur Erschließung ist ein möglicher Trassenkorridor am südlichen Ende der Draisstraße vorgesehen. Die Kosten für die Erschließung der Erweiterungsflächen liegen bei 180 000 Euro.

Weitere Änderungen betreffen drei Flurstücke im vierten Bauabschnitt im „Billäcker“, Ortsteil Limbach. Um den Bauplatzinteressenten gerecht zu werden, werden die Flurstücke erweitert. Hierfür ist vorgesehen, den Fußweg entlang der L 584 aufzugeben und den geplanten Baugrundstücken zuzuschlagen. Ebenso wegfallen, wird der bisher vorgesehene Fußweg zwischen der Krumbacher Straße und der Lessingstraße, der dem Bauplatz Flurstück 1747 zugeschlagen wird. Die Offenlegung des Bebauungsplans erfolgte von Dezember bis Januar 2019. Währenddessen sprach sich ein Bürger gegen die Aufgabe des Fußweges an der L 584 aus. Allerdings ist nach Meinung des Gemeinderats der direkte Fußweg nicht zwingend erforderlich. Der Weg in Richtung Krumbach ist durch den bestehenden Wirtschaftsweg und „Alten Kirchweg“ am westlichen Rand des Baugebiets „Billäcker“ gegeben und könne über die Goethestraße und Hölderlinring erreicht werden. Die Wegeführung ist mit 300 Metern doppelt so lang, aber die Gemeinde hält diese fußläufige Verbindung für zumutbar.

Im Bebauungsplan zum Wohngebiet „Ziegelhüttenstraße“ im Ortsteil Heidersbach wurde die Änderung aufgenommen, Flach- und Pultdächer zuzulassen und die Gebäudehöhe entsprechend festzusetzen. Es folgte die Zustimmung des Gemeinderats zum Wohnungsneubau in der Talstraße in Wagenschwend und der Neubau eines Gartenhauses an der „Tiefen Wiese 5“ in Limbach.

Zuletzt verwies das Gemeindeoberhaupt auf die aufgehobenen Ausschreibungen für den geplanten Schulausbau am Schlossplatz in Limbach. Die Ergebnisse lagen 30 Prozent über den Kostenberechnungen. Seit letzter Woche sind die Ausschreibungen unter anderem für die Gewerke Elektro- und Rohbau wieder offen und es ist möglich Angebote abzugeben. Die Ministerin Susanne Eisenmann gab außerdem die vollumfängliche Genehmigung für die beantragte Förderung von 1,416 Millionen Euro für die Schule am Schlossplatz bekannt. Insofern hofft Bürgermeister Weber auf gute Ausschreibungsergebnisse, um mit der gesamten Maßnahme beginnen zu können. JS