Limbach

Verein zur Förderung der kommunalen Kriminalprävention Rück- und Ausblick im Rahmen der Jahreshauptversammlung / Zahlreiche Projekte unterstützt / Verabschiedung von Ingeborg Koch

„Wir setzen Maßstäbe in Sachen Kriminalprävention“

Archivartikel

Heidersbach.Der Neckar-Odenwald-Kreis ist nach wie vor mit einer der sichersten Landkreise in Baden-Württemberg, was unter anderem auch an der guten Arbeit des Vereins zur Förderung der Kommunalen Kriminalprävention „Sicherer Neckar-Odenwald-Kreis“ liegt.

„Wir setzen Maßstäbe in Sachen Kriminalprävention“, freute sich der Vorsitzende, Landrat Dr. Achim Brötel, im Laufe der Mitgliederversammlung, zu der er im „Hällele“ in Heidersbach eine stattliche Anzahl an Mitgliedern und Interessierten begrüßen konnte.

Ziele des Vereins sind unter anderem die Verbesserung der Sicherheit der Bürger und damit die Steigerung ihrer Lebensqualität, die unterstützende Information der Bevölkerung über Phänomene, Gefahren und Entwicklungen der Kriminalität, die Auszeichnung und Ehrung von Bürgern, die sich bei der Aufklärung von Straftaten verdient gemacht haben (siehe weiteren Bericht) sowie die Durchführung von Aktionen und Projekten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im Landkreis. Letzteres nahm der Limbacher Bürgermeister Thorsten Weber, der in seinem Grußworte die Gemeinde vorstellte, zum Anlass, um auf die teilweise äußerst besorgniserregende Verkehrssituation an der B 27 im Bereich des „Hällele“ hinzuweisen. Die ständigen Geschwindigkeitsübertretungen seien der Bevölkerung schon lange ein Dorn im Auge und eine Blitzersäule sei unumgänglich.

MdB Alois Gerig wertschätzte die Arbeit des Vereins mit den Worten: „Es ist gut, dass es Sie gibt, denn das lässt uns ruhiger schlafen“. Die Zivilcourage sei auf dem Land nach wie vor gegenwärtiger als in der Stadt: „Und das ist gut so.“

Die Fülle der Aktionen und Projekte beleuchte Geschäftsführer Werner Broßmann. 17 Schulen nahmen im Berichtsjahr am Projekt „Digitale Medien – Fluch oder Segen?“ teil. Die Teilnahme wird regelmäßig allen sechsten Schulklassen im Landkreis angeboten.

„Feste feiern – aber richtig“ ist nach wie vor in aller Munde, und mittlerweile wurden über 580 000 Armbändchen zur Alterskennzeichnung von Jugendlichen bei öffentlichen Veranstaltungen verkauft. Weiterhin wurden auch wieder Alkoholtestkäufe durch Jugendliche in diversen Geschäften des Landkreises durchgeführt. Die Ergebnisse sind nach wie vor verbesserungswürdig.

Die „School’s out Party“ fand zum 13. Mal statt und wurde von den Schülern wieder begeistert aufgenommen. Weitere Anmerkungen galten den Projekten „Jugendverkehrsschul-Unterricht durch Senioren“, „Wehr Dich – aber richtig“ und „Helle Köpfe – Mir geht ein Licht auf!“, die allesamt vom Verein mitfinanziert werden.

Der Aktionstag „mobil und sicher“ für junge Fahrer fand dieses Mal im Nikolaus-Kistner-Gymnasium statt. Ziel des Tages ist es, junge Menschen für die jugendspezifischen Risiken im Straßenverkehr zu sensibilisieren.

Für „Kinder sicher unterwegs“ wurden weitere Notfallkarten erstellt und verteilt und das Projekt „Schutzengel“, bei dem lokale Institutionen und Geschäfte als Anlaufstelle für akute Not- oder Problemsituationen von Kindern dienen, wurde auf die Kernstadt Buchen ausgedehnt.

Unter dem Hintergrund stetig steigender Unfallfluchten im Neckar-Odenwald-Kreis wurde das Programm „Unfallflucht – Nicht mit mir“ neu aufgelegt. Ziel der Aktion ist die Senkung der Unfallfluchten, die Erhöhung der Aufklärungsquote, die Förderung der Zivilcourage, die Verbesserung des Zeugenverhaltens und die Senkung der Hemmschwelle bei verdächtigen Beobachtungen die Notrufnummer 110 zu wählen. Hierzu wurden Plakate gestaltet die auf zahlreichen öffentlichen Parkplätzen im Kreis angebracht auf die Aktion aufmerksam machten.

Weiterhin wurden spezielle Parkscheiben gefertigt, die bei öffentlichen Veranstaltungen verteilt wurden.

Nachdem Schatzmeisterin Marion Pfannenschwarz einen akzeptablen Kassenstand vermeldet und Kassenprüfer Edgar Mechler keine Beanstandungen dazu hatte, führte Bürgermeister Weber die Entlastung des Vorstandes durch.

Vor den Neuwahlen wurde es ein wenig wehmütig, denn mit der Verabschiedung von Schriftführerin Ingeborg Koch durch Landrat Brötel ging ein Gesicht der ersten Stunde von Bord. Seit der Vereinsgründung im März 2002 war sie 17 Jahre lang engagiert für den Schriftverkehr des Vereins im Einsatz.

Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Dr. Achim Brötel, Stellvertreter Hans Becker und Volker Noe, Schatzmeisterin Marion Pfannenschwarz, Schriftführer Rüdiger Bäuerlein, Kassenprüfer Klaus Kehl und Edgar Mechler.

Susanne Heering und Angelika Bronner-Blatz präsentierten den von Regisseur Bernd Umbreit gedrehten und vom Verein finanziell geförderten Dokumentarfilm „Das Schweigen brechen“. Dieser verleiht von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen aus der Region eine Stimme und berichtet auf einfühlsame Weise aus dem Alltag im Frauen- und Kinderschutzhaus. Im Film berichten Betroffene über ihre zu Herzen gehenden Schicksale und leisten einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung und Bewusstmachung der Problematik und damit zur Prävention.

Zum Abschluss verdeutlichte Polizeipräsident Hans Becker, dass alle in der Vergangenheit angegangenen Aktionen auf Nachhaltigkeit ausgelegt seien und somit fortgeführt würden.

Als neues Projekt stellte er das interaktive Theaterstück „Hallo Oma, ich brauch’ Geld!“ vor, welches helfen soll, Betrügereien zu Ungunsten älterer Menschen einzudämmen. In Zusammenarbeit mit dem Kreisseniorenrat wird ein interaktives Theaterstück vermittelt, dessen Aufführungskosten vom Förderverein getragen werden. Am 26. November gastiert das Landespolizeiorchester zu einem Benefizkonzert in der Walldürner Basilika. Der Erlös soll dem Frauen- und Kinderschutzhaus zu Gute kommen. von