Lokalsport

Leichtathletik Die Baden-Württembergischen Meisterschaften der Senioren im Wurffünfkampf fanden in Igersheim statt / LG Freiberg stellt die meisten Teilnehmer

Ein 85-Jähriger zeigt, „wo der Hammer hängt“

Archivartikel

In Igersheim wurden die letzten Stadionmeisterschaften dieser Saison der Senioren ausgetragen. Bei angenehmen Temperaturen gelang es manchem Teilnehmer aus Baden und Württemberg immer wieder, die aktuellen Bestleistungen abzurufen, obwohl, wie in Mehrkämpfen vorgeschrieben, lediglich drei Versuche des Kugelstoßens, Hammer-, Gewicht-, Speer und Diskuswerfens zur Verfügung standen.

Nicht wenige Wettkämpfer kamen erst vor wenigen Tagen von den Weltmeisterschaften in ihren Altersklassen aus Malaga zurück und profitierten von der „Nachform“ dieses zweiwöchigen Topereignisses. Nach gut sechs Stunden Wettkampfdauer graulierten Anita Bayha-Zaiser als Seniorenwartin des WLV und Ottmar Heiler als Vizepräsident des BLV nicht nur den erfolgreichen Sportlern, sondern dankten auch dem 1. FC Igersheim mit Sportchef Heinz Losert als umsichtigen Ausrichter und den zahlreichen kompetenten Kampfrichtern aus der Region.

Mit 85 Jahren war Wendelin Acker (TSV Burladingen) mit Abstand Ältester am Start. Bereits vor wenigen Wochen war er mit fast 500 Punkten Vorsprung in Zella-Mehlis Deutscher Meister in diesem vielfältigen Mehrkampf geworden. Im „Ländle“ konnte er seine Punkte aus Thüringen fast exakt bestätigen und holte sich mit sehenswerten Leistungen den nächsten Titel ab. Er schleuderte den Hammer auf 30,25 Meter, stieß die Kugel mit 10,06 Meter ein weiteres Mal über die begehrte Zehn-Meter-Marke, ließ den Diskus auf 21,45 Meter segeln, brachte den Speer auf 14,98 Meter und drehte das Wurfgewicht auf ansehnliche 11,36 Meter, was ihm in der Endabrechnung 3784 Punkte bescherte.

Weltmeister musste zuschauen

Die Altersklasse M 75 gewann Walter Müller vom TSV Urach mit 2985 Punkten vor Günther Braun vom TSV Crailsheim (2715), Horst Häusler vom VfL Herrenberg (2536) und Karl Klaiber vom TSV Gauselfingen (2478). Leider konnte der vielfache Weltmeister Hermann Albrecht aus Satteldorf wegen eines langwierigen Rheumaleidens nur als fachkundiger Zuschauer das Geschehen in Igersheim verfolgen. Man sah ihm an, dass das Feuer immer noch in ihm lodert und er für neue Auftritte in der kommenden Saison in Lauerstellung ist.

Enger war die Entscheidung in der Klasse M75. Josef Halder (Spvgg. Rommelshausen-LA Kernen) setzte sich mit 3327 Punkten gegen Reinhold Keller von der LG Neckar-Enz durch, der 3274 Zähler holte. In der M 70 lag Klaus Breimaier (LG Glems) mit 2500 Zähler exakt 200 Punkte vor Gerhard Höschele (KSG Gerlingen).

Einen bärenstarken Eindruck hinterließ Hartwig Vöhringer (LG Rems-Welland). Mit 31,08 Meter beim Hammerwerfen, 11,95 Meter mit der Kugel, 44,27 Meter mit dem Diskus, 44,08 Meter mit dem Speer und 13,78 Meter mit dem neun Kilogramm schweren Stein blieben für ihn in der M60 stolze 3586 Punkte.

In der Klasse M55 ging der Titel an Harald Michel. Im Gewichtwurf mit 9,97 Meter holte er sich die meisten Punkte. Es folgten 8,05 Meter mit der Kugel, 24,24 Meter mit dem Hammer, 23,85 Meter mit dem Diskus und 28,64 Meter mit dem Speer. Insgesamt ergab es 2.212 Punkte und der Titel in dieser Klasse blieb in Igersheim.

Die LG Freibeg war mit den meisten Werfern angetreten. Sie holten sich den Titel in der Klasse M40 durch Nils Reuschenbach, der mit 11,43 Meter beim Kugelstoß sein bestes Ergebnis hatte. Insgesamt kam er auf 2.455 Punkte.

Ebenso den Titel in der Klasse M50 durch Volker Wagenknecht mit 2.725 Punkten. Ebenso ging der Mannschaftstitel an die LG Freiberg.

Bei den Frauen erzielte Teodora Albrecht (Spvgg. Satteldorf) in der W 70 mit 3788 Punkte ein herausragendes Ergebnis, wobei sie vor allem in den Drehwürfen brillierte. Zweite wurde Margot Bernhard vom VFL Sindelfingen.

Die deutsche Meisterin Claudia Vollert von der LG Radolfzell verbesserte ihre Punktzahl von den nationalen Titelkämpfen recht deutlich auf 3748 Zähler. Im Hammerwerfen hatte sie bei exakt 30 Meter besonderen Grund zur Freude. Zweite wurde Lisbeth Greiner (TG Nürtingen).

In der W 45 war Ulrike Schiele (Unterländer LG) einzige Starterin und lieferte mit 233 Punkten ein achtbares Ergebnis ab. Als Gaststarterin, sie wechselte von Sindelfingen in ihre neue Heimat zum TV St. Wendel, brachte es Sabine Grißmer auf 3141 Punkte.

Im kommenden Jahr bewirbt sich Igersheim erneut für diese baden-württembergischen Senioren-Meisterschaften. Um ein Überschneiden des Termins mit einer Meisterschaft des Rasenkraftsportverbandes zu vermeiden wurde intern der Termin bereits jetzt auf den 5. Oktober festgezurrt. ohe