Lokalsport

Fußball Mannschaft aus der Kreisliga A2 holt überraschend den Hohenloher Bezirkspokal / Nach dem 1:1 spielt nur noch der Außenseiter

Einsatzfreudigere Gerabronner

Archivartikel

TSV Hessental – TSV Gerabronn 1:4

Hessental: Frescher, Schiele,Befus (83. Grindler), Radzik, Becker (46. Solonez), Huß, Hajian (46. Wittmann), Krout (73. Kocacöl), Fischer, Kronmüller, Weiß

Gerabronn: Fritsch, Haberlandt, Riedl (38. Hartwich), Pelzer, Thomas (75. Buchholz); Mook, Szvoboda (83. Kazan), Erhardt, Dumalski, Krey, Schmidt (83. Schleicher).

Tore: 1:0 (4.) Jakob Krout, 1:1 (10.) Cris Dumalski, 1:2 (23.) Sergej Mook, 1:3 (28.) Tobias Pelzer, 1:4 (80.) Tobias Pelzer. – Schiedsrichter: Rene Fröschle (SRG Öhringen). – Zuschauer: 1100 in Igersheim.

Der TSV Gerabronn sorgte am Donnerstag vor 1100 Zuschauern unter idealen Rahmenbedingungen mit seinem ungefährdeten 4:1-Endspielsieg gegen den Bezirksligisten TSV Hessental für ein Novum: Erstmals in der Geschichte des Hohenloher Bezirkspokals sicherte sich ein A-Ligist den Pott (wir berichteten).

„Ich bin glücklich, es war ein tolles erstes Jahr für mich als Spielertrainer, wir haben als Mannschaft sehr gut zusammengehalten und funktioniert, die Relegationsteilnahme geschafft und heute dieses Finale hochverdient gewonnen“, freute sich der ungarische Coach des TSV Gerabronn. „Wir haben nach etwas hektischem Beginn Fußball gespielt, während der Gegner es nur mit langen Bällen versuchte.“

Der Bezirksligist nutzte die anfängliche Nervosität der Gerabronner: Im Anschluss an einen effetvollen Freistoß von Slawek Radzik legte Alexander Befus per Kopf präzise für Jacob Kraut auf, der unbedrängt zum 1:0 einköpfte. Der Anfangsschwung des Pokalsiegers von 2016 erwies sich aber als ein Strohfeuer, das durch den Ausgleichstreffer schon in der zehnten Minute erlosch: Nach einer weiten Flanke von rechts nutzte Cris Domalski frei vor Torwart Frescher die erste Gerabronner Torchance, ebenfalls mit einem Kopfball, zum 1:1. Danach spielte nur noch der A-Ligist.

Enttäuschung hält sich in Grenzen

„Der Gegner war einsatzfreudiger und laufbereiter, wir haben das getan, was wir können, und das hat eben nicht gereicht“ zeigte sich der Hessentaler Trainer Jürgen Hartmann als guter Analytiker und fairer Verlierer. Seine Enttäuschung hielt sich in Grenzen: „Für uns war es schon ein toller Erfolg, das Finale erreicht zu haben“, meinte Hartmann nach dem Spiel. Mit schnellem Kombinationsfußball stellten die spielstärkeren Gerabronner die anfällige Hessentaler Defensive immer wieder vor große Probleme. Konnte Torhüter Eugen Frescher in der 16. Minute einen „20-Meter-Hammer“ von Sergeij Mook noch mit einer Glanzparade entschärfen, war er sechs Minuten später machtlos: Nach glänzender Einzelleistung von Johannes Haberlandt und sehenswerter Ballübergabe schlug das nächste Geschoss des schussgewaltigen Gerabronner Zehners unhaltbar im Hessentaler Kasten ein.

In der 28. Minute bestach Mook dann durch seine Passgenauigkeit, als er nach einer sehenswerten Kombination das Leder dem schnellen Tobias Pelzer in den Lauf servierte. Pelzer lief alleine auf den Hessentaler Schlussmann zu und ließ ihm auch beim dritten Gerabronner Treffer zum 3:1-Halbzeitstand keine Abwehrchance. Nach dem Seitenwechsel bemühte sich der Bezirksligist um den Anschlusstreffer. Die Gerabronner Abwehr überstand jedoch zwei brenzlige Situationen unbeschadet. Nur ein einziges Mal musste sich der Ex-Hollenbacher Oberliga-Torwart Joachim Frisch (im Herauslaufen) bewähren. Sein Gegenüber stand dagegen noch mehrfach im Brennpunkt, denn bis zum Spielende gab es Gerabronner Torchancen fast im Fünf-Minuten-Takt , unter anderem auch bedingt durch haarsträubende Fehlpässe und Ballverluste der Hessentaler. Wenn man dem spiel- , lauf,- und kampfstarken AII-Vertreter überhaupt einen Vorwurf machen kann, dann den, dass er die beiden besten Möglichkeiten in der 65. und 70. Minute fast fahrlässig liegen ließ. Das vierte Tor fiel dann aber doch noch: Die indisponierte Innenverteidigung des Bezirksligisten ließ in der 80. Minute eine harmlose, eigentlich verunglückte Rechtsflanke passieren und ermöglichte so dem völlig freistehenden Tobias Pelzer seinen zweiten Treffer in dieser sehr fairen Partie, in der Schiedsrichter Rene Fröschle und seine beiden Assistenten Michael Schokatz und Sascha Perekovic ein leichtes Amt hatten.

Schon vor dem Finale war Fairness groß geschrieben: Mit einem großen Transparent „ SV Wachbach - Fairplay Pokalsieger 2018“, bedankten sich die Gerabronner bei ihrem Halbfinalgegner, der nach einem Formfehler des TSV (in der Nachspielzeit wurde ein Spieler eingewechselt, der nicht auf dem Spielberichtsbogen stand) nicht auf fadenscheiniges Recht gepocht, sondern die sportliche Niederlage akzeptiert und auf einen Einspruch verzichtet hatte.

Auch für den Gastgeber gab es uneingeschränktes Lob: „Der FC Igersheim hat alles hervorragend organisiert“, betonte Bezirks-Spielleiter Hartmut Megerle.