Lokalsport

Triathlon Rund 10 000 Zuschauer in Ingolstadt bei den Deutschen Meisterschaften / Drei Athleten des TV Bad Mergentheim waren am Start

Thomas Tietz holt DM-Bronze auf der Mitteldistanz

Thomas Tietz vom TV Bad Mergentheim gewann bei der Deutschen Triathlon-Meisterschaft in Ingolstadt auf der Mitteldistanz die Bronzemedaille. Insgesamt nahmen bei hochsommerlichen Temperaturen 2600 Sportler an diesen Titelkämpfen teil. Drei Athleten der Triathlonabteilung des TV Bad Mergentheim gingen dabei auf drei unterschiedlichen Distanzen an den Start.

Die Veranstaltung wurde rund um einen schön gelegenen Baggersee unweit der Ingolstädter Innenstadt ausgetragen. Für Thomas Tietz (27 Jahre) ging es auf der Mitteldistanz um die Deutsche Meisterschaft (900 Teilnehmer gesamt) in der Altersklasse 25 bis 29. Da seine Saisonhighlights (Alpe-d’Huez-Triathlon und Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Südafrika) erst spät in der Saison liegen und somit die Form noch nicht voll ausgeprägt war, ging er mit gebremster Erwartungshaltung ins Rennen. Es galt, die positiven Trainingseindrücke und Wettkampfleistungen auf kurzen Strecken auf die längere Distanz zu transferieren.

Auf den 1,9 Kilometern Schwimmen bei einer Wassertemperatur von knapp über 24 Grad sah sich der Lehramtsanwärter mit der gewohnten Aufgabe der „Schadensbegrenzung“ konfrontiert. Mit einer Zeit von 30:00 Minuten gelang ihm diese recht gut, zumal sich der Zeitrückstand im zuvor einkalkulierten Rahmen bewegte.

Für das Radfahren, seine eigentliche Paradedisziplin, hatte er entgegen seiner üblichen Renngestaltung eine eher defensive Taktik gewählt – in der Hoffnung, später auf der Laufstrecke Akzente setzen zu können. Sein Ziel auf der 86 Kilometer langen, leicht welligen, aber sehr schnellen Strecke war es, sich gut zu positionieren, ohne in den Grenzbereich zu gehen. Diese vernünftige Renneinteilung resultierte in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde, was die drittbeste Zeit der AK 25, in der 64 Teilnehmer starteten, bedeutete.

Für den Laufpart hatte Tietz sich einem Schnitt von 4:00 Minuten pro Kilometer vorgenommen, um sich bei optimalem Verlauf auf der zweiten Hälfte der 20 Kilometer zu steigern. Allerdings pendelte sich das Tempo schon früh etwas höher ein. Anscheinend hatte sich die verhaltene Rad-Taktik ausgezahlt: „Die Beine fühlten sich dabei so entspannt an wie nie zuvor“.

Auf der letzten der vier Runden um den Baggersee konnte er das Tempo sogar noch einmal erhöhen, sodass im Ziel eine starke Laufzeit vom 1:17:57 Stunden (3:53 Minuten pro Kilometer) stand. Es war die zweitbeste Zeit in der AK 25. Mit der Gesamtzeit von 4:01:39 Stunden errang er schließlich die Bronzemedaille. In der Gesamtwertung belegte er den sechsten Platz ohne und den 13. Platz inklusive des Profi-Feldes.

Zwei von Thomas Tietz trainierte Athletinnen, Simone Kuhn (29 Jahre) und Susan Langner (30), waren in Ingolstadt gleichfalls am Start. Kuhn war für die olympische Distanz über 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Rad Fahren und 9,8 Kilometer Laufen gemeldet. Bereits im Wasser legte sie mit einer Zeit von 27:52 Minuten den Grundstein für ein starkes Rennen. Hier scheint das konsequente Schwimmtraining bei Olaf Schulze im „Solymar“ Früchte zu tragen.

Nach einem reibungslosen Wechsel nahm sie, auf Rang 17 im Frauenfeld liegend, die Radstrecke in Angriff. Hier gelang es Kuhn mit einem Schnitt von 36 km/h, ihre Position im Vorderfeld der 130 Sportlerinnen zu festigen. Es war die elftbeste Zeit aller Frauen. Ihre Kräfte gut einteilend, ließ sie darauf noch eine starke Laufleistung folgen: Die 46:31 Minuten (4:45 Minuten pro Kilometer, 17. Zeit) in ihrer früheren Angstdisziplin rundeten eine von Start bis Ziel ausgeglichene und ansprechende Leistung ab. Am Ende landete Simone Kuhn nach 2:25:29 Stunden auf dem elften Gesamtrang und dem fünften Platz der Altersklasse W25 bis 29.

Susan Langner war auf der Sprintdistanz (0,75 Kilometer Schwimmen, 19 Kilometer Rad, 4,6 Kilometer Lauf) vertreten. In ihrem erst zweiten Triathlon nach der Baby-Pause ging es zunächst um das Sammeln weiterer Wettkampferfahrung. Auch sie begann ihr Rennen mit einer vielversprechenden Schwimmleistung. Nach 14:16 Minuten wechselte sie an Position zwölf des Frauenfeldes auf das Rad. Hier zeigte sie sich, verglichen mit ihrem letzten Triathlon in Buchen, deutlich verbessert und ging nach einem soliden 33,5-km/h-Schnitt auf die Laufstrecke. Mit einem Kilometerschnitt von 4:39 min/km erkämpfte Langner sich den siebten Gesamtrang von zirka 150 Frauen und den Sieg in der Altersklasse W30 bis 34. Besonders bemerkenswert war ihre zeitliche Verbesserung um sechs Minuten gegenüber ihrer letzten Teilnahme in Ingolstadt 2015. tvm