Main-Tauber

Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim Arbeitslosenzahlen auf historischem Tief / Stellenangebote angestiegen

2018 war ein Jahr der Rekorde

Archivartikel

Odenwald-Tauber.„2018 war ein Jahr der Rekorde: Die Arbeitslosenzahlen sanken auf ein historisches Tief, die gemeldeten Stellenangebote und die Beschäftigung stiegen auf ein Rekordhoch. “ So fasst Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, in einem Satz zusammen.

Im Jahresdurchschnitt waren 9196 Menschen arbeitslos gemeldet, 10,1 Prozent weniger als 2017 – der niedrigste Wert seit 27 Jahren. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Agenturbezirk lag bei 2,7 Prozent, was einen Rückgang von 0,4 Prozent zu 2017 bedeutet.

Mit 7641 gemeldeten Stellenangeboten wurde dagegen ein absolutes Rekordhoch seit Beginn des neuen Jahrtausends erklommen. Im Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt waren das 13,1 Prozent mehr freie Stellen.

„Besonders freut mich, dass alle Personengruppen von dieser sehr guten Entwicklung und mit Unterstützung der Arbeitsagentur und den Jobcentern profitieren konnten“, so Karin Käppel.

Den prozentual größten Rückgang zum letzten Jahr gab es bei den Langzeitarbeitslosen (minus 16,8 Prozent), gefolgt von den Jungen unter 25 Jahren (minus 13,5 Prozent) und den Ausländern (minus 8,2 Prozent). Auch die Älteren und Schwerbehinderten konnten die Arbeitsmarktsituation für sich nutzen, aber nicht ganz in diesem Umfang.

Zum Stichtag 31. März 2018 waren 241 926 Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 5790 oder 2,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Beschäftigungsaufbau fiel damit höher aus als in Baden-Württemberg, der bei 2,4 Prozent lag.

Im Main-Tauber-Kreis lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent (Vorjahr 2,9 Prozent). Es wurden 2009 Arbeitslose gezählt, 217 oder 9,7 Prozent weniger als 2017. Der Bestand an Stellenangeboten lag bei 2561; 13,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Neckar-Odenwald-Kreis betrug die durchschnittliche Arbeitslosenquote 3,2 Prozent (Vorjahr 3,6 Prozent). Es wurden 2553 Arbeitslose gezählt, 310 oder 10,8 Prozent weniger als 2017. Der Bestand an Stellenangeboten lag bei 1202; 15,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Hohenlohekreis lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 2,3 Prozent (Vorjahr 2,6 Prozent). Es wurden 1536 Arbeitslose gezählt, 190 oder 11,0 Prozent weniger als 2017. Der Bestand an Stellenangeboten lag bei 1539; 16,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Ausblick auf 2019

Das Wirtschaftswachstum bleibt, verliert aber etwas an Schwung. Laut Prognosen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden sich die deutsche Wirtschaft und der Arbeitsmarkt weiter gut entwickeln, wenn auch keine Rekordzahlen mehr erwartet werden. „Eine gute Ausgangsbasis also für 2019“, so Karin Käppel. „Die Deckung des Fachkräftebedarfs, die Integration von Langzeitarbeitslosen, Älteren und Schwerbehinderten bleiben auch im neuen Jahr unsere großen Herausforderungen am Arbeitsmarkt“, sagt Käppel.

Zum Januar 2019 sind zwei neue Gesetzte in Kraft getreten: das Teilhabechancen- und das Qualifizierungschancengesetzes. „Die Einführung und Umsetzung sind zwei große Aufgaben, die die Arbeit der Arbeitsagentur und der Jobcenter sicher maßgeblich mitbestimmen werden“, erklärt die Agenturleiterin an.

Was beinhaltet das Teilhabechancengesetz? Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen zum Teil mehrere Jahre ohne Beschäftigung sind, sollen Schritt für Schritt wieder am Arbeitsleben teilnehmen können. Mit dem Gesetz soll die Situation der Langzeitarbeitslosen weiter verbessert werden. Es umfasst die zwei Förderinstrumente „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen (§ 16e SGB II)“ und „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ (§ 16i SGB II)“. Damit wird es möglich, Langzeitarbeitslose intensiv zu begleiten, zu qualifizieren und in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Qualifizierungschancengesetz

Das Qualifizierungschancengesetz: Fit machen für die Anforderungen des Arbeitsmarktes und dem Fachkräftebedarf aktiv zu begegnen gehören, wie auch im vergangenen Jahr, zu den Schwerpunkten.

Die Arbeitswelt ändert sich, die Digitalisierung verstärkt die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens, eröffnet aber auch neue Chancen. „Diesen Wandel begleiten wir und fangen ihn durch berufliche Qualifizierung auf“, sagt Karin Käppel.

Mit dem Qualifizierungschancengesetz verstärkt der Gesetzgeber nun die Fördermöglichkeiten für die Weiterbildung Arbeitsloser und in den Betrieben. So können Beschäftigte unterstützt werden, wenn sich ihr Arbeitsplatz aufgrund Digitalisierung und Automatisierung verändert. Für 2019 plant die Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim dafür an die zehn Millionen Euro ein. „Wir sind bereits mitten im Wandel der Arbeitswelt. 2019 wird ein Jahr der Chancen werden. Veränderte Anforderungen und Schwerpunkte, aber auch große Herausforderungen, die wir aktiv und nachhaltig auch in diesem Jahr mitgestalten werden“, so der Ausblick der Agenturleiterin.