Main-Tauber

Vernissage in der Neuen Galerie Die Ausstellung „Dreifachartig“ ist bis 29. Juli im Kloster Bronnbach zu sehen

Akzentuierte künstlerische Gesamtschau

Archivartikel

Drei Künstler, drei Kunsttechniken drei unterschiedliche künstlerische Ansätze: In der Neuen Galerie des Klosters Bronnbach wurde die Schau „Dreifachartig“ eröffnet.

Bronnbach. „Das dreifache Anderssein dieser Ausstellung besteht nicht nur in der handwerklichen Machart, sondern auch in der künstlerischen Eigenart, dem Stil“, unterstrich Gunter Schmidt vom Künstlerarbeitskreis bei der Vernissage. Malerei, Druckgrafik und Skulptur der drei in Unterfranken lebenden Künstler Matthias Engert, Hermann Oberhofer und Helmut Nennmann wurden am Sonntagabend präsentiert.

Dreifaches Miteinander

„In ihrem dreifachen Miteinander bilden die Gemälde von Helmut Nennmann, die Drucke von Hermann Oberhofer und die Metallskulpturen von Matthias Engert eine akzentuierte Gesamtschau“, so Schmidt weiter. Und „sie gestalten den Ausstellungsraum in ansehnlicher Weise.“ Der Maler Helmut Nennmann studierte Garten- und Landschaftsarchitektur und besuchte anschließend die Kunstakademie. Aus der ersten Phase bewahrte er sich die Vorliebe für das Motiv Landschaft. Im zweiten Leben gibt er sich ganz der Malerei hin. Seine Werke sind sehr klassisch und beschäftigen sich mit zeitlos attraktiven Themen.

Gegenständliche Sichtweise

Nennmann gibt seinen Bildern durch seine gegenständliche Sichtweise eine eigene Note. Einige Partien behalten ihre ursprüngliche Gestalt, andere Teilbereiche verändern ihre Form und entfernen sich aus ihrer ursprünglichen Gegenständlichkeit. Das Miteinander von konkreten und sich auflösenden Formen nennt der Künstler „gezielte Ungenauigkeit“. Nennmann selbst bezeichnet seine Bilder als „schwebende Malerei im Zwischenbereich von Gegenständlichkeit und Abstraktion“.

Ganz anders der Holzschneider Hermann Oberhofer. Seine Herangehensweise ist kernig und beherzt, denn die Technik des Holzschnitts zwingt zu einer zupackenden Art. „Das Material setzt dem Gestaltenden recht heftigen Widerstand entgegen“, wie es Gunter Schmidt formulierte.

Der Holzschneider skizziert die gewünschten Formen auf einer Holzplatte, ritzt mit Hilfe geeigneter Messer Linien ein, verbreitert sie zu Flächen und kreiert so seine gewünschten Formen. Hochstehende Teile werden mit Druckfarbe eingewalzt. Das aufgelegte Papier wird per Hand oder Maschine angepresst und bildet danach das Motiv ab. Noch aufwendiger ist das Verfahren bei der Herstellung von Farbdrucken. Aus solchen besteht eine ganze Reihe der erstaunlich großformatigen Drucke, die Oberhofer in der Neuen Galerie präsentiert.

Die Skulpturen von Matthias Engert unterscheiden sich von der herkömmlichen Dreidimensionalität dieser Kunstsparte. Die Skulpturen Engerts sind eher Objekte, linear konstruierte Gebilde, strenge Konstruktionen aus Eisen, Eisenbändern von gleicher Breite und Stärke, die sich in konsequenten 90-Grad-Winkeln hin und weg winden , um dann zu einem geschlossenen Ganzen zurückführen.

„Aufgesetzt auf proportional angepasste mittelhohe Steinsockel werden sie zu kühl-eleganten Kronen“, beschreibt Gunter Schmidt die Arbeiten des gelernten Gold- und Silberschmieds. Die Nähe zur Architektur bestärkt und festigt Engerts Neigung zur Geometrie und zur Mäander-Konstruktion. Das Styling seiner Arbeiten mutet technologisch an, beinhaltet aber eine nicht unmittelbar lesbare verschlüsselte Sprache – ein Code, wie Schmidt in seiner Einführung betonte.