Main-Tauber

Biotopkartierung Flächen außerhalb der Siedlungsbereiche stehen im Fokus / Informationsveranstaltungen in Hochhausen und Weikersheim

Altes wird geprüft, Neues aufgenommen

Archivartikel

Wichtige Grundlagen für den Naturschutz sollen bei den anstehenden Biotopkartierungen im Main-Tauber-Kreis geschaffen werden.

Tauberbischofsheim. Im Main-Tauber-Kreis findet in diesem und nächsten Jahr jeweils zwischen Ende April und November eine Offenland-Biotopkartierung außerhalb der Siedlungsbereiche statt. Für Landwirte und andere interessierte Personen werden hierzu am Donnerstag, 16. Mai, zwei Informationsveranstaltungen im Tauberbischofsheimer Ortsteil Hochhausen und Weikersheim angeboten.

Wichtiges Anliegen

Der Schutz von Natur und Landschaft ist ein wichtiges Anliegen des Landes und der Europäischen Union. Die Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie) ist eine zentrale Grundlage des Naturschutzes in Europa.

Seit dem Erlass dieser Richtlinie im Jahr 1992 und deren Umsetzung in Bundes- und Landesrecht hat sich in Baden-Württemberg viel getan. Im Rahmen der Berichtspflicht zu den europäischen Naturschutzrichtlinien müssen Daten zum Vorkommen und zur Verbreitung der FFH-Lebensraumtypen wie zum Beispiel FFH-Mähwiesen erhoben werden und alle sechs Jahre an die EU gemeldet werden.

Da es sich bei einem Großteil der Lebensraumtypen zugleich um gesetzlich geschützte Biotope (Lebensräume) nach dem Bundesnaturschutzgesetz handelt, wird die Erhebung der geschützten Biotope und der Lebensraumtypen miteinander verknüpft.

Mit Hilfe der Kartierung sollen umfassende Kenntnisse über die Vorkommen der naturschutzfachlich bedeutsamen Biotope wie Wacholderheiden oder Feldhecken und FFH-Lebensraumtypen wie magere Flachland-Mähwiesen sowie über ihre Ausstattung und Wertigkeit gewonnen werden.

Die Offenland-Biotopkartierung liefert somit wichtige Grundlagen für den Naturschutz. Sie stellt notwendige Informationen für die unterschiedlichsten Verfahren und Fachplanungen bereit. Hierzu gehören zum Beispiel die Eingriffsregelung, die Landschaftsplanung, die Erarbeitung von FFH-Managementplänen, der Vertragsnaturschutz und Agrarumweltmaßnahmen. Im Main-Tauber-Kreis erfolgte die letzte Aktualisierung der Biotopkartierung im Jahr 2007.

Aktualisierte Daten

Durch eine Offenland-Biotopkartierung außerhalb der Siedlungsgebiete sollen diese Daten im Auftrag der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) aktualisiert werden.

Die Kartierung wird von fachlich qualifizierten Personen vorgenommen, die über langjährige Erfahrungen verfügen. Während der Geländearbeit werden sowohl alte Biotope überprüft und aktualisiert als auch neu entstandene Biotope sowie FFH-Lebensraumtypen aufgenommen.

Freier Zugang

Im Rahmen dieser Erhebungen ist es den Kartierern als Beauftragte der LUBW grundsätzlich erlaubt, Grundstücke ohne vorherige Anmeldung zu betreten, wie es in Paragraf 52 des Naturschutzgesetzes geregelt ist. Der Erfassungszeitraum ist in diesem und im kommenden Jahr während der Vegetationsperiode jeweils von Ende April bis November angesetzt.

Die LUBW bietet im Rahmen zweier Geländetermine für Landwirte und andere interessierte Bürger und Bürgerinnen praxisorientierte Informationen, vor allem über die Hintergründe sowie Art und Umfang der Kartierung an.

An diesem Tag werden von den beauftragten Fachbüros ebenfalls Vertreter anwesend sein und die Kartiermethodik erläutern sowie in der Praxis vorführen.

Die Informationsveranstaltungen finden am Donnerstag, 16. Mai, statt. Treffpunkt zur ersten Veranstaltung ist um 9 Uhr im Tauberbischofsheimer Ortsteil Hochhausen am westlichen Ortsausgang am Parkplatz am Friedhof. Parkmöglichkeiten bestehen am Friedhof sowie einreihig entlang der Straße „Alte Steige“.

Vom Treffpunkt aus ist ein gemeinsamer Fußmarsch von etwa 600 Metern notwendig.

Vor-Ort-Information

Für die zweite Veranstaltung ist der Treffpunkt ebenso am 16. Mai in Weikersheim, und zwar auf dem großen Parkplatz am westlichen Ortsausgang. Der Parkplatz liegt direkt am Verkehrskreisel, der über die L 2251 oder L 1001 erreicht wird. Vom Treffpunkt aus ist wiederum ein gemeinsamer Fußmarsch von etwa 600 Metern erforderlich.

Weitere Informationen zur Offenland-Biotopkartierung und zu Natura 2000 gibt es auf den Internetseiten der LUBW (www.lubw.baden-wuerttemberg.de).

Nach Abschluss der Erhebungen werden die Daten jedem Bürger über den Daten- und Kartendienst der LUBW unter http://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/ im Internet kostenfrei zur Verfügung gestellt. lra