Main-Tauber

Bildung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert Gehaltsplus für 12 000 angestellte Lehrkräfte und fordert zu Warnstreiks auf

Am Montag droht Unterrichtsausfall

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft am Montag, 25. Februar, die angestellten Lehrkräfte an Schulen in Nordwürttemberg zum ganztägigen Streik auf. Auch in der Region arbeiten fast an jeder Schule angestellte Lehrer oder -innen, die sich am Warnstreik beteiligen werden.

Zur landesweiten Kundgebung in Stuttgart starten die streikenden Lehrkräfte vom Bahnhof in Lauda um 9.10 Uhr (Eintreffen bis 8.55 Uhr am Fahrkartenautomat) sowie in abgesprochenen Fahrgemeinschaften. Weitere Teilnehmer sind willkommen.

„Vor der dritten Verhandlungsrunde im Potsdam Ende Februar werden wir mit den Streiks den Arbeitgebern klar machen, dass sie endlich ein akzeptables Angebot vorlegen. Wir freuen uns, dass Innenminister Thomas Strobel unsere Vorschläge unterstützt. Die Gehälter für Landesbeschäftigte müssen steigen, damit der öffentliche Dienst attraktiv bleibt. Dazu gehören neben dem Gehaltsplus auch eine bessere Eingruppierung der angestellten Lehrkräfte und der beim Land beschäftigten Erzieher und Sozialarbeiter“, sagte Jana Kolberg, Kreisvorsitzende GEW in Bad Mergentheim.

Die dritte Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern findet am 28. Februar und 1. März in Potsdam statt.

Forderungen

Die GEW fordert gemeinsam mit ver.di, IG BAU und GdP eine Lohnerhöhung von sechs Prozent, mindestens 200 Euro und weitere Verbesserungen. Für die tarifbeschäftigten Lehrkräfte erwartet die GEW, dass eine „Paralleltabelle“ eingeführt wird, mit der die Entgeltgruppen EG 9 bis EG 12 den nummerisch gleichen Besoldungsgruppen A 9 bis A 12 bei der Beamtenbesoldung zugeordnet werden.

Außerdem will die GEW, dass die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder auf das Gehaltsniveau der Kolleginnen und Kollegen bei den Kommunen angehoben werden. Gegen die hohe Zahl von Befristungen im öffentlichen Dienst sollen wirksame Schritte unternommen werden. Außerdem soll das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten sowie auf die Versorgungsempfänger der Länder und Kommunen übertragen werden.

Hintergründe

Bei der Tarifrunde 2019 für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) geht es um die allgemeine Lohnerhöhung für rund eine Million Tarifbeschäftigte bundesweit. Dazu zählen bei der GEW vor allem die bundesweit etwa 200 .000 angestellten Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen.

Auch die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder sowie an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen kämpfen um mehr Lohn. Die Tarif- ist auch eine Besoldungsrunde. Für die 1,3 Millionen Beamte fordern die Gewerkschaften die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Besoldung.

Ziel ist auch, die Zahl der Befristungen im öffentlichen Dienst einzudämmen. In Baden-Württemberg arbeiten 65 704 Personen an den Hochschulen, darunter 61 908 Arbeit-nehmer/innen und 3796 Beamten.

Besonders betroffen von Befristungen sind neben der Wissenschaft auch die Schulen. Alleine in Baden-Württemberg ist jede vierte angestellte Lehrkraft nur befristet beschäftigt. In Baden-Württemberg sind zehn Prozent der rund 120 .000 Lehrer Angestellte. Außerdem arbeiten als Tarifbeschäftigte im Landesdienst knapp 800 Pädagogische Assistenten an Schulen und Hunderte von Erzieherinnen an Heimsonderschulen.