Main-Tauber

Leserbrief Zu Zuschriften zur „monoethnische Gesellschaft“

Ausgrenzung mit Methode

Wenn sich die AfD-Landtagsabgeordnete mit Yascha Mounks Behauptung anfreunden mag, dass wir es in Deutschland mit einer „monoethnischen“ und „monokulturellen“ Gesellschaft zu tun hätten, dann wird sie sicher auch sein Buch gelesen haben: Der Zerfall der Demokratie. Wie der Populismus den Rechtsstaat bedroht (da kommt sogar die AfD vor).

Schön, dass sie den linksliberalen Yascha Mounk schätzt, aber vielleicht schätzt sie auch nur seine verunglückte Formulierung von der „monoethnischen“ und „monokulturellen“ Gesellschaft?

Die beiden Begriffe, als Schlagworte verwendet, legen ja nahe, dass wir ein homogenes „Volk“ wären, und jeder weiß, dass das Quatsch ist (Frau Dr. Sutthoff hat dazu in ihrem Leserbrief viel Richtiges geschrieben).

Wenn die AfD Minderheiten (kulturelle, ethnische, religiöse, sexuelle) ausblendet, zum Teil ausgrenzt, dann hat das Methode. Denn eine solche Minderheit („die Muslime“) eignet sich wunderbar, „dem deutschen Volk“ Angst vor der „Umvolkung“ einzujagen (eine Gedanke, der natürlich nienienie mit nationalsozialistischem Gedankengut in Verbindung steht). Mit der AfD wird keine Einigkeit darüber herzustellen sein, dass alle Minderheiten Menschenrechte haben und dass sie in diesem Land Rechte genießen, solange sie auf dem Boden der freiheitlichen Grundordnung stehen und die Gesetze achten (zu denen übrigens auch das Parteispendengesetz gehört).

Zum Glück lassen sich die meisten Menschen in Deutschland keine Angst vorm fremden Mann einjagen und legen eine große Weltoffenheit an den Tag.

Im Main-Tauber-Kreis geht die Toleranz so weit, dass die Wählerschaft ein Mitglied der thüringischen Bevölkerungsminderheit in den Stuttgarter Landtag entsendet hat. Geht doch!