Main-Tauber

Tag des Schlaganfalls Jährlich etwa 200 Betroffene im Main-Tauber-Kreis

Bei Ernstfällen entscheiden Minuten über die Folgen

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Es kann jeden treffen: Entgegen weitläufiger Meinung können auch junge Menschen einen Schlaganfall erleiden. So waren im Jahr 2017 in Baden-Württemberg 142 Personen zwischen 30 und 39 Jahren betroffen, bei insgesamt 13 673 Schlaganfällen von AOK-Versicherten. Mit fortschreitendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit für diese Erkrankung erheblich zu: Bei den über 85-Jährigen waren es im gleichen Jahr landesweit 3168 Akutbehandlungen. Dies gibt die AOK Heilbronn-Franken zum „Tag gegen den Schlaganfall“, dem 10. Mai bekannt.

Im Main-Tauber-Kreis verharrt die Zahl der Schlaganfälle bei den AOK-Versicherten auf einem gleichbleibend hohen Niveau: 209 im Jahr 2013, 167 im Jahr 2015 und 197 im Jahr 2017. Die Daten der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit rund 45 Prozent aller Versicherten die mit Abstand größte Krankenkasse im Land ist. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts zeigt, dass Männer häufiger betroffen sind als Frauen.

AOK-Arzt Dr. Jan Paulus: „Der Begriff Schlaganfall bezeichnet einen plötzlich auftretenden Ausfall von Gehirnfunktionen. Diese Schädigung entsteht häufig durch einen Gefäßverschluss, also einen Hirninfarkt. Ursache kann zudem eine Hirnblutung sein.“ Die akuten Beschwerden seien davon abhängig, welche Hirnregionen betroffen und wie stark die Schädigung ist. Zu den typischen Auswirkungen zählen eine plötzliche Lähmung in einer Körperhälfte oder -region, Gefühllosigkeit, Sprach-, Hör- und Sehstörungen, heftiger Kopfschmerz, starker Schwindel und Bewusstlosigkeit, so der Mediziner.

Bei einem Schlaganfall entscheiden oft Minuten darüber, wie gravierend die Erkrankung verläuft. Dr. Paulus: „Das Gehirn reagiert sehr schnell auf den Sauerstoffmangel. Deshalb muss sofort über die Notrufnummer 112 ärztliche Hilfe angefordert werden.“ Falsch sei die These, dass man gegen den „Schicksalsschlag Schlaganfall“ nichts machen könne.

„Die Risikofaktoren, die das Entstehen eines Schlaganfalls begünstigen, sind weitgehend gleich mit denen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Schon eine Gewichtsabnahme bei bestehendem Übergewicht, regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauersport, sowie wenig Alkohol und Salz können den Blutdruck nachhaltig senken und damit zu einer deutlichen Verringerung des Schlaganfallrisikos führen“, rät Dr. Jan Paulus. aok