Main-Tauber

AOK Heilbronn-Franken Erfolgskurs hält weiter an / Auch im Geschäftsjahr 2017 weiter gewachsen / Gesundheitsförderung und Prävention sind Schwerpunkte

Beitragssatz bleibt mit 15,6 Prozent stabil

Archivartikel

Die Zeichen stehen weiter auf Wachstum: Auch im Geschäftsjahr 2017 setzte die AOK Heilbronn-Franken ihren Erfolgskurs fort. Der Beitragssatz bleibt im vierten Jahr in Folge mit 15,6 Prozent stabil.

Tauberbischofsheim. Es läuft: Mitgliederzuwachs, stabiler Beitragssatz, große Kundenzufriedenheit und gute Wirtschaftlichkeit. AOK-Bezirksdirektorin Michaela Lierheimer konnte beim Jahrespressegespräch am Dienstag im KundenCenter Tauberbischofsheim durchweg positive Zahlen präsentieren. Dabei betonte sie, dass vor allem Prävention und Gesundheitsförderung in den nächsten Jahren Schwerpunktthemen sein werden.

Mitgliederzuwachs

Die AOK Heilbronn-Franken ist im Jahr 2017 gewachsen. Bei einem Marktanteil von 47 Prozent ist sie die größte Krankenkasse der Region. 425 000 Menschen sind bei ihr versichert. Im Main-Tauber-Kreis nahm die Zahl der Versicherten um 1797 zu. Dies entspricht drei Prozent.

Lierheimer führt die für die Gesundheitskasse erfreuliche Entwicklung auf die gute Versorgung und den „exzellenten Service“ in den rund 17 Kundencentern zurück: „Sowohl in der Gesundheitsversorgung als auch in der Vorsorge, also Prävention, setzen wir in der Region Maßstäbe.“ Diese Zunahme sei letztendlich der entscheidende Ausweis für die Attraktivität der Kasse. „Auch landesweit wächst die AOK weiterhin stärker als ihre Mitbewerber“, so die Bezirksdirektorin.

Gesundheitsförderung

Diese Aussage unterlegte Michaela Lierheimer mit Zahlen und Fakten. Für die Gesundheitsförderung gibt die AOK 8,25 Euro je Versicherten aus, vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist ein Satz von 7,17 Euro. „Zudem setzen wir die Präventionsmaßnahmen mit eigenem geschulten Personal ortsnah um“, betont Lierheimer. „Damit können wir ein Höchstmaß an Qualität sicherstellen.“ Rund 70 Mitarbeiter seien in Voll- und Teilzeit in den sechs Gesundheitszentren der Region aktiv. Mehr als 5500 Teilnehmer nutzten 2017 knapp 560 Kurse in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Entspannung. In den Rückenstudios seien etwa 53 000 Trainingseinheiten durchgeführt worden.

Rund 300 Betriebe in der Region hätten im betrieblichen Gesundheitsmanagement bei 600 Maßnahmen die Unterstützung der AOK-Experten in Anspruch genommen. „Von der Projektförderung in den nichtbetrieblichen Lebenswelten haben rund 100 Kitas, Vereine und Schulen profitiert“, führt die Bezirksdirektorin aus. „Unser Engagement in diesem Präventionsbereich werden wir in diesem Jahr noch weiter ausbauen.“

Gute Investition

Dieses Engagement in der Prävention zahlt sich letztendlich auch aus. Demnach werden die Kosten des AOK-Rückenkonzepts überkompensiert. „Das Return on Investment liegt bei 1:2,1“, sagt Dr. Rene Schilling, Leiter Stabstelle Kommunikation und Politik. „Das AOK-Rückenkonzept ist außerdem auch aus gesellschaftlicher Perspektive effektiv. Die eingesparten Produktionsausfallkosten betragen 1307 Euro je Teilnehmer auf 24 Monate im Vergleich zu einem Patienten mit gleichen Beschwerden, der nicht am Rückenkonzept teilnahm.“

Fachleute würden davon ausgehen, dass allein über die Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten schätzungsweise sieben bis acht Prozent der Kosten im Gesundheitssystem eingespart werden könnten. Auch dem vorzeitigen, krankheitsbedingten Ausscheiden von Erwerbstätigen aus dem Erwerbsleben lasse sich entgegenwirken. „Das ist mit Blick auf die Finanzierung der Rentenkassen nicht zu vernachlässigen“, so Schilling.

Gutes Finanzergebnis

Auch betriebswirtschaftlich lief es für die AOK Baden-Württemberg mehr als zufriedenstellend im letzten Jahr. „Die weiterhin gute Wirtschaftslage, steigende Versichertenzahlen und ein geringerer Ausgabenanstieg trugen zum guten Ergebnis bei“, führte Michaela Lierheimer aus. Einnahmen von 13,5 Milliarden Euro bei Ausgaben von 13,2 Milliarden Euro sorgten für einen Überschuss von 292 Millionen Euro. Mehr als 4,1 Milliarden Euro gab die AOK im Land für die Versorgung ihrer Versicherten in den Krankenhäusern aus. In Heilbronn-Franken waren es 363 Millionen Euro. Davon entfielen auf Kliniken im Main-Tauber-Kreis 57 Millionen Euro, im Landkreis Schwäbisch Hall 69 Millionen Euro, im Stadt- und Landkreis Heilbronn 180 Millionen Euro sowie auf Kliniken außerhalb der Region 57 Millionen Euro.

Als Beispiel für innovative Versorgung der Versicherten führte Michaela Lierheimer noch die „AOK-pro Reha“ an. Seit 2015 gibt es bei Knie- und Hüftgelenkersatz und seit 2017 bei Oberschenkelhalsbrüchen mit besonderem Hilfebedarf spezielle Rehabilitationsprogramme. Diese werden nun auf Schlaganfallpatienten ausgeweitet. „Die Patienten dürfen darauf vertrauen, dass sich ihre Behandlung an den aktuellen medizinischen Leitlinien orientiert“, so Lierheimer. Die Versicherten seien überdurchschnittlich zufrieden.

Zukunftsaufgaben

Trotz der positiven Nachrichten sieht Michaela Lierheimer in der nahen Zukunft Handlungsbedarf. Im ländlichen Bereich, zu dem der Main-Tauber-Kreis gehört, gelte es dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken. Kritisch sieht sie auch die unzureichende Investitionskostenförderung des Landes bei Krankenhäusern und den zunehmenden Mangel an Pflegekräften. Auch bemängelt sie, dass nicht alle Kliniken den gleichen Stand haben. Trotz gleichermaßen erhöhter Aufwendungen von Seiten der Kassen gebe es ein Qualitätsgefälle.