Main-Tauber

Jörg Hasenbusch wird 75 Jahre Der Volljurist setzt sich heute mit großem Engagement für Menschen mit Behinderung ein

„Das Schicksal hat es gut mit mir gemeint“

Archivartikel

Assamstadt.Aktiv und engagiert wie eh und je ist der frühere Erste Landesbeamte des Main-Tauber-Kreises, Jörg Hasenbusch. Heute feiert er seinen 75. Geburtstag.

Jörg Hasenbusch, von 1981 bis 2008 Erster Landesbeamter und ständiger Stellvertreter der Ländräte Georg Denzer und Reinhard Frank, feiert heute seinen 75. Geburtstag. An der Schwelle zum neuen Lebensjahr blickt der in Bublitz (Pommern) geborene Volljurist zufrieden und dankbar auf seinen bisherigen Lebensweg zurück.

„Das Schicksal hat es immer gut mit mir gemeint und in allen wichtigen Entscheidungen hatte ich immer die richtigen Ratgeber oder Freunde an meiner Seite“, fasst er im Gespräch mit dieser Zeitung, in der ihm eigenen Art, kurz und knapp zusammen. Dabei entging er auf der Flucht im Februar 1945, im Alter von gerade mal zwei Jahren, nur knapp dem Bombenhagel auf die Stadt Dresden.

Bleibende Eindrücke

Schon als Schüler zog es den Jubilar in die Ferne und bereits mit zwölf Jahren erlebte Hasenbusch die besondere Atmosphäre der Weltmetropole Paris. Westeuropa und der nahe Osten hatten es ihm angetan und mit großer Dankbarkeit erinnert sich Hasenbusch an die bei den Reisen in diese Länder erlebte Gastfreundschaft und Unterstützung, die bleibende Eindrücke bei ihm hinterließen.

Dem Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Tübingen, Würzburg, Genf und Freiburg folgte ab 1973 die Anstellung als Regierungsassessor beim Landratsamt Esslingen und dort die Leitung der Außenstelle Nürtingen. Von 1975 bis 1977 war Hasenbusch Persönlicher Referent des Stuttgarter Regierungspräsidenten Friedrich Römer und gleichzeitig Pressereferent dieser Behörde.

Ständiger Vertreter des Landrats

Als nächste berufliche Station folgte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Familie und Sozialordnung in Stuttgart und schließlich 1981 der Wechsel zum Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Hier war Hasenbusch nicht nur ständiger allgemeiner Vertreter des Landrats, sondern darüber hinaus für den Großteil des staatlichen Bereichs zuständig, der neben den kommunalen Aufgaben zum Landratsamt gehört.

So leitete der Regierungsdirektor das Dezernat „Umwelt und Technik“, das seit der Verwaltungsstrukturreform erheblich gewachsen war und rund 240 Mitarbeiter umfasste. Besonders an die jahrelange, angenehme Zusammenarbeit mit Landrat Georg Denzer erinnert sich der Jubilar in seinem Rückblick. Die „lange Leine“ nutzte der mit den preußischen Tugenden Pflichtbewusstsein und Pünktlichkeit bestens vertraute Landratsstellvertreter, um seine Fähigkeiten punktgenau dort einzusetzen, wo sie gebraucht wurden.

Wichtige Stationen

Weitere Marksteine der Laufbahn waren die Bewältigung der Hochwasserkatastrophe in Königheim an Fronleichnam 1984, bei der Hasenbusch den Katastrophenschutzstab leitete. Die in diesen Wochen erfahrene Solidarität sei beispielhaft gewesen. Auch das Programm „Pflege der Trockenhänge im Taubertal“ und die Verbesserung der Wasserversorgung fielen in den Zuständigkeitsbereich des damaligen Ersten Landesbeamten. Gerne erinnert er sich auch an die Abordnung an das Sächsische Staatsministerium des Innern in Dresden 1990, während der er mit seiner Dienststelle eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Regierung, Landkreisen und Gemeinden zu erfüllen hatte.

2008 folgte dann eine „massive Zäsur“, als der dienstälteste Vize-Landrat im ganzen Ländle in den Ruhestand ging. Landrat Reinhard Frank gratulierte Hasenbusch damals „zu einem Vierteljahrhundert erfolgreicher Tätigkeit als Vizechef unserer Kreisverwaltung“.

Er habe sich große Verdienste um den Main-Tauber-Kreis erworben und er schließe sich inhaltlich voll der Beurteilung seines Vorgängers an: „Jörg Hasenbusch ist der beste Erste Landesbeamte, den man sich wünschen kann“.

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Landrastsamt lehnte Hasenbusch sich nicht zurück. Als Akademiedirektor von Kloster Bronnbach und Vorsitzender des Vereins Lebenshilfe fand er neue Tätigkeitsfelder, denen sein ganzer Einsatz gilt. Daneben war Hasenbusch maßgeblich an der Gründung des Kreisjugendorchesters (heute Kreisjugend-Blasorchester) beteiligt. Wer juristische Beratung braucht, kann den Jubilar als freiberuflichen Anwalt aufsuchen.

Große Zufriedenheit

Besonders die Arbeit für die Lebenshilfe, der Einsatz für Menschen mit Behinderung und die Realisierung der gleichberechtigten Teilhabe dieser Personen am Leben, erfüllt ihn mit großer Zufriedenheit. Gerne würde er und er würde diese Funktion noch weiter ausüben.

Zum heutigen 75. Geburtstag plant der Jubilar zusammen mit seiner Familie eine Fahrt ins Blaue. Gefeiert wird später. Den sicherlich zahlreichen Gratulanten, schließen sich die Fränkischen Nachrichten gerne an.