Main-Tauber

Landratsamt Karin Schulze mit Wahrnehmung der Geschäfte der Bauamtsleiterin beauftragt

Denkmalschutz findet sie spannend

Karin Schulze steht nun an der Spitze des Bauamtes im Landratsamt Main-Tauber-Kreis.

Main-Tauber-Kreis. Nach einem internen und externen Ausschreibungsverfahren wurde sie durch Landrat Reinhard Frank mit der Wahrnehmung der Geschäfte der Amtsleiterin beauftragt. Eine Wahl durch den Kreistag soll gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Landrat Reinhard Frank beglückwünschte Karin Schulze und zeigte sich zufrieden mit der Personalentscheidung: "Für einen Behördenchef ist es die halbe Miete, wenn er gute Führungskräfte hat, die sich ihre anspruchsvolle Aufgabe auch zutrauen." Zudem freute er sich, dass eine weitere Frau eine Amtsleitung übernommen hat. Ihr Vorgänger Günter Siegl ist in den Ruhestand gegangen.

Die 58-Jährige darf als "Eigengewächs" des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis bezeichnet werden. Geboren in Gaildorf, ist sie in Königshofen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Die Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst absolvierte sie an der damaligen Fachhochschule in Stuttgart. Anschließend nahm sie eine Tätigkeit bei der Stadtverwaltung Garching (Bayern) auf. Dort war sie zuletzt stellvertretende Bauamtsleiterin.

Im Jahr 1990 kehrte Karin Schulze zum Landratsamt Main-Tauber-Kreis zurück, wo sie zunächst als Sachbearbeiterin und später als Sachgebietsleiterin im Sozialamt tätig war. Von 1996 bis 1998 arbeitete sie im Bereich Gewerbe- und Gaststättenrecht, bis dieser ans Veterinäramt überging. Karin Schulze dagegen wechselte in das Bauamt. Dort war sie zunächst Sachgebietsleiterin Verwaltung für den Bereich Mitte, nach einer Neustrukturierung ab 2004 für den Bereich Süd. Im Jahr 2013 wurde ihr zusätzlich die stellvertretende Amtsleitung für den Innendienst übertragen.

Architektur und Denkmalschutz findet die Amtsleiterin spannend. "Ich finde es wichtig, prägende historische Gebäude für die Zukunft zu erhalten." Ein wichtiges Anliegen ist es ihr, einen Beitrag zur Digitalisierung der Baurechtsverwaltung zu leisten. "Die Bürger sollten unsere Dienstleistungen möglichst papierlos in Anspruch nehmen und beispielsweise einen Bauantrag online stellen können", ist sie überzeugt. Ihr Ziel: weniger Papierberge im Landratsamt, schnellere und bequemere Verfahren für Kunden und Mitarbeiter.

Als Amtsleiterin trägt Karin Schulze die Personalverantwortung für ein 18-köpfiges Team, das auch in den Bereichen vorbeugender Brandschutz und Feuerwehrwesen, Katastrophenschutz, Wohnraumförderung und Schornsteinfegerwesen tätig ist. Rund 1000 Baugenehmigungen im Jahr werden erteilt, was zu einem Gebührenaufkommen von rund 1,2 Millionen Euro führt. Zuletzt machten die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsanträge für neue Windkraftanlagen einen beträchtlichen Teil der Arbeit des Bauamtes aus. Nach den jüngsten Änderungen der Einspeisevergütung ist diese Flut glücklicherweise abgeebbt.

Insbesondere bearbeitet Karin Schulze in der neuen Aufgabe Gerichtsverfahren, beispielsweise wenn Entscheidungen des Bauamtes von Bürgern angefochten werden. "Die Menschen sind streitlustiger geworden. Wenn Bürgerinnen und Bürger in einem Widerspruchsverfahren nicht erfolgreich sind, ziehen sie fast immer vor Gericht", sagt sie. Besonders stolz kann das Team des Bauamtes darauf sein, dass im Bereich der hochkomplexen Genehmigungsverfahren für neue Windkraftanlagen noch kein Prozess verloren wurde. Dies belegt den eingelösten Anspruch, stets so akkurat zu arbeiten, dass die getroffenen Entscheidungen rechtssicher und gerichtsfest sind.

"Vor Gericht stets Recht zu bekommen, ist eine klare Qualitätsaussage. Dies zeigt, dass alle Antragssteller gleich behandelt werden und die Verfahren fachlich korrekt abgearbeitet werden", erklärt Landrat Reinhard Frank.

Karin Schulze ist verheiratet und lebt in Gaildorf und am Zweitwohnsitz in Königshofen.