Main-Tauber

Pflege Aktionstag der Krankenhausverbände / Caritas-Vertreter verlangt nachhaltige Finanzierung

Die Rahmenbedingungen verbessern

Archivartikel

Stuttgart/Bad Mergentheim.Die kirchlichen Krankenhäuser im Land verstärken ihren Druck auf die politisch Verantwortlichen, um die Situation für die Mitarbeitenden in der Pflege nachhaltig zu verbessern. Bei einem Aktionstag Pflege in der Stuttgarter Liederhalle sprachen sie sich für eine professionelle Pflege mit mehr Zeit für Hingabe und Zuwendung zum Patienten aus. Sie überreichten eine entsprechende Resolution mit 5000 Unterschriften ihrer Mitarbeitenden an die Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens und Karin Maag. Im Stuttgart dabei: Rund 50 Mitarbeitende aus dem Caritas-Krankenhaus sowie eine Delegation der Johannes-Diakonie Mosbach.

„Als kirchliche Krankenhäuser ist es uns ein besonderes Anliegen, dass es tatsächlich eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Pflege gibt“, machte Bernd Rühle, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhausverbandes Baden-Württemberg, deutlich. Der christliche Auftrag erfordere auch entsprechende Rahmenbedingungen.

Aus der Politik gebe es mit dem Entwurf zum Pflegepersonal-Stärkungsgesetz dazu im Moment erste „positive Signale“. „Es ist sehr erfreulich, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Leistungen der Pflege anerkennt.“ Aber es gebe noch viele offene Fragen. „Wir brauchen nachhaltige Lösungen und keine Strohfeuer“, so Rühle.

In einem Impuls griff Heribert Prantl von der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung diesen Gedanken auf. Bei der Sorge um alte und kranke Menschen sei „eine Auferstehung der Nächstenliebe und wärmende Zuneigung notwendig“, betonte er. „Für gute Pflege braucht es Zeit, Geborgenheit und Barmherzigkeit.“ Diese könne man nicht betriebswirtschaftlich optimieren. Prantl: „Krankenhäuser und Pflegeheime dürfen keine Fabriken sein, in denen das Wichtigste ist Geld zu machen, sondern Orte, an denen geheilt und gepflegt wird.“

Bei einer Podiumsdiskussion mit den beiden Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens und Karin Maag trugen die Vertreter der Krankenhäuser noch einmal ihre Forderungen an die Politik vor.

Frank Feinauer, Pflegedirektor im Caritas-Krankenhaus, wandte sich gegen eine Kultur des Misstrauens. „Als kirchliche Krankenhäuser haben wir den Willen, das Geld, das uns zur Verfügung steht, sinnvoll einzusetzen, aber wir werden von den Rahmenbedingungen behindert.“ Er verlangte eine „langfristige und nachhaltige Finanzierung der Pflege“ und keine kurzfristigen auf wenige Jahre ausgelegten Fördermaßnahmen. Er forderte die versprochene volle Refinanzierung der Tarifsteigerungen durch die Krankenkassen für das Pflegepersonal umzusetzen. „Das Geld aus den DRGs reicht nachweislich nicht aus.“ ckbm