Main-Tauber

Scheckübergabe Matthias-Grünewald-Gymnasium Tauberbischofsheim und Lernhaus Ahorn engagieren sich erfolgreich bei einem Nichtraucherwettbewerb

Ein kleiner Erfolg im Kampf um die Suchtproblematik

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Nach den aktuellen Ergebnissen der Drogenaffinitätsstudie für 2015 rauchen rund zehn Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen deutschlandweit. Bei den 18- bis 25-Jährigen ist das Rauchen mit insgesamt etwa 30 Prozent weiter verbreitet.

Und auch die Ergebnisse der CTC-Schülerbefragung 2016 im Kreis zeigen, dass etwa 14 Prozent der Elf- bis 14- Jährigen schon zur Zigarette griffen haben. Bei den 15- bis 17-Jährigen sind dies schon rund 50 Prozent im Durchschnitt aller Befragten.

Die gute Nachricht dabei ist aber auch: Gut die Hälfte aller Jugendlichen vor Ort entscheiden sich für das Nicht- oder sogar Nie-Rauchen. Dafür engagiert sich unter anderem auch der bundesweite Wettbewerb für rauchfreie Schulklassen „Be Smart – Don’t Start“. Dieser fand im Schuljahr 2017/18 zum 21. Mal statt.

Der Nichtraucherwettbewerb ist das in Deutschland am weitesten verbreitete Programm zur Prävention des Rauchens und wird gefördert unter anderem durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche Krebshilfe sowie durch weitere öffentliche und private Institutionen.

Dabei soll Schülern durch die Teilnahme ein Anreiz gegeben werden, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Er richtet sich daher besonders an die Klassen, in denen noch nicht geraucht wird oder nur wenige Schüler rauchen. „Be Smart“ ist für Schüler der Klassenstufen fünf bis neun konzipiert.

Rauchfrei sein heißt: Die Klasse sagt „Nein“ zu Zigaretten, E-Zigaretten, Shishas, E-Shishas, Tabak und Nikotin in jeder Form, denn gerade die E-Produkte und Shishas sind bei Jugendlichen stark im Trend.

Auch werden spezifische Ziele verfolgt: Zunächst wird das Thema „Nichtrauchen“ in die Schulen gebracht und attraktiv für Schüler gemacht.

Zudem geht es auch um die Verzögerung bzw. Verhinderung des Einstiegs in das Rauchen bei nichtrauchenden Schülern. Schließlich wird bei den Schülern, die bereits mit dem Rauchen experimentieren, das Einstellen des Zigarettenkonsums angestrebt, so dass sie nicht zu regelmäßigen Rauchern werden.

Die Entscheidung, ob eine Klasse am Wettbewerb teilnehmen möchte oder nicht, liegt allein in den Händen der Schüler. Dazu wird eine Abstimmung durchgeführt, bei der sich mindestens 90 Prozent der Schüler für eine Teilnahme aussprechen müssen.

Nach Anmeldung der Klasse werden die Materialien zur Durchführung des Wettbewerbs zugeschickt. Die Schüler unterschreiben einen Vertrag, in dem sie sich verpflichten, in der Zeit des Wettbewerbs nicht zu rauchen. Sie geben einmal wöchentlich an, ob sie rauchfrei sind oder nicht. „Diese Selbstauskunft wird auch davon beeinflusst, dass Mitschüler meist wissen, wer doch geraucht hat oder ob sich das Gros an die Selbstverpflichtung gehalten hat“, erläutert die Kommunale Suchtbeauftragte Sigrid Mündlein vom Gesundheitsamt.

Wenn mehr als zehn Prozent der Schüler einer Klasse rauchen und sich somit nicht an den Vertrag gehalten haben, scheidet die Klasse aus dem Wettbewerb aus. Am Ende jedes Monats sendet die Klasse eine Postkarte an die Wettbewerbsleitung oder meldet sich online zurück, um zu bestätigen, dass sie noch im Rennen ist.

In diesem Jahr wurde bundesweit mit rund 80 Prozent bei den erfolgreichen Klassen eine neue Top-Quote erreicht. In Baden-Württemberg liegen die Schulklassen mit 81,9 Prozent sogar über dem bundesdurchschnittlichen Wert.

Im Kreis hatten sich fünf Klassen zur Teilnahme am Wettbewerb entschlossen, drei von ihnen haben es erfolgreich geschafft: die Klassen 9a und 9b unter der Leitung von den Biologie-Lehrern Markus Kohler und Diana Orthober des Matthias-Grünewald-Gymnasiums Tauberbischofsheim sowie die LG8 unter der Leitung von Tanja Schmittner des Lernhauses Ahorn.

Alle Klassen, die während der gesamten Wettbewerbsdauer rauchfrei sind, erhalten ein Klassenzertifikat für die erfolgreiche Teilnahme. Natürlich werden auch bundesweit attraktive Preise wie eine Klassenreise vergeben. Darüber hinaus unterstützt der Aktionskreis Sucht- und Gewaltprävention, Sicherheit und Gesundheitsförderung (AkS) die Arbeit in den Schulen und vergibt an die erfolgreichen Schulklassen je einen Geldpreis in Höhe von 200 Euro für die Klassenkasse.

„Wir würden uns wünschen, dass damit Aktionen zur Förderung der Klassengemeinschaft getragen werden können. Die Jugendlichen haben sich die Anerkennung auf jeden Fall verdient“, schließen Michael Goldhammer und Gerd Frick. Beide sind als Vorstände im AkS engagiert. lra