Main-Tauber

Kreisfeuerwehrverband Main-Tauber Delegierte trafen sich zu Versammlung im Unterschüpfer Schloss / Langjährige Mitglieder geehrt

Einsatzbereitschaft hervorgehoben

Archivartikel

Die Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Main-Tauber fand kürzlich im Schloss in Unterschüpf statt. Dabei wurden auch verdiente Mitglieder geehrt.

Main-Tauber-Kreis. Nach der musikalischen Eröffnung der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Main-Tauber durch den Kreisspielmannzug unter Leitung von Michael Kronhofmann begrüßten Bürgermeister Christian Kremer und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Sebastian Quenzer, die Versammlungsteilnehmer. Zu ihnen zählten auch Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, der Notfallseelsorge und des Kreisfeuerwehrverbandes Schwäbisch Hall.

Landrat Frank dankte allen Feuerwehrangehörigen für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Dies sei in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr, da sich immer mehr Bürger ins Private flüchteten statt sich für die Gemeinschaft einzubringen. Positiv sei das Engagement bei den Hilfsorganisationen, was auch die konstanten Mitgliederzahlen bei den Feuerwehren belegten. Der Landrat betonte zudem, dass der Ehrenamtspreis des Landratsamtes 2018 an einen Feuerwehrangehörigen ging.

Unterstützung des Landes

MdL Professor Dr. Wolfgang Reinhart dankte ebenfalls den Feuerwehrangehörigen. Er sicherte weiter die Unterstützung des Landes für das Feuerwehrwesen mit Zuschüssen etwa für den Bau von Feuerwehrgerätehäusern zu. Der Redner machte zudem deutlich, dass nicht allen in der Gesellschaft geläufig sei, was die Feuerwehren in ihrer täglichen Arbeit alles leisten. Die Bereitschaft zum freiwilligen Dienst sei in einer Zeit, in der sich der Zusammenhalt in der Gesellschaft an vielen Stellen zu lockern scheine, besonders wertvoll. Daher dürften verbale und körperliche Angriffe gegen Einsatzkräfte nicht toleriert werden. Reinhart: „Wer Feuerwehrleute im Einsatz attackiert oder behindert, der handelt gegen uns alle.“

In seinem umfangreichen Bericht berichtete Vorsitzender Sebastian Quenzer über die Aktivitäten der Feuerwehren in den Jahren 2017 und 2018. Deutlich wurden dabei die gestiegenen Einsatzzahlen im Main-Tauber-Kreis. Wurden die Wehren 2017 zu 839 Einsätzen gerufen, waren es 2018 insgesamt 1255. Als Gründe für die Steigerung nannte Quenzer Unwetter mit Starkregenereignissen, Stürme und die lange Trockenheit.

Gut aufgestellt

Trotz einem leichten Rückgang seien die Feuerwehren im Main-Tauber Kreis gut aufgestellt, betonte er weiter. Ende 2018 waren 4211 Feuerwehrangehörige in den Abteilungen im Kreis im Dienst. Wichtig sei auch die Arbeit der Jugendfeuerwehren, gewinne man doch aus diesen ein Großteil der späteren Aktiven, so Quenzer.

Dieser hob weiter den guten Stand der Ausbildung hervor. 2018 wurden 464 Feuerwehrangehörige im Kreis aus- beziehungsweise fortgebildet. Der Kreisfeuerwehrverband veranstaltete zudem zwei Lehrfahrten für Führungskräfte nach Ulm und nach Bregenz, lud zu Fachseminaren über Hygiene- und Partikelschutz sowie zu einem Schulungsabend zum Thema Feuerwehrschläuche ein und unterstützte somit die Ausbildung der Feuerwehrangehörigen des Landkreises.

Der Floriansabend 2018 bei der Firma Wirthwein in Creglingen stand unter dem Motto „Ausbildung im Wandel der Zeit“ statt, wobei Ausbildungskonzepte der Feuerwehr und der Industrie verglichen wurden.

Das Vorhaben zur Kameradschaftshilfe bei Unfällen oder Todesfällen konnte aus steuerrechtlichen Gründen nicht umgesetzt werden. Der Vorsitzende appellierte daher an die Politik, die Unterstützung für Kameraden und deren Angehörigen bei Verletzungen oder Todesfällen schnellstmöglich und massiv zu verbessern.

Mehr Jugendliche dabei

Kreisjugendfeuerwehrwart Jochen Herrschlein verwies in seinen Bericht auf einen Anstieg bei den Mitgliederzahlen. So versehen im Main-Tauber-Kreis 952 Kinder und Jugendliche ihren Dienst bei den Jugendfeuerwehren. Dabei werden ihnen viele Aktivitäten geboten: vom Kreiszeltlager über Gaudi-Turnier, Leistungsmarsch, Erlebnistour bis hin zu den Abnahmen der Jugendflamme.

Ein besonderer Höhepunkt war die Versammlung der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Bad Mergentheim. Ein Dank für die Unterstützung ging an die Organisatoren.

Es folgten die Berichte des Stabführers des Kreisspielmannszugs sowie des Altersobmanns. Der Finanzbericht viel positiv aus. Die Prüfer bescheinigten eine korrekte und übersichtliche Kassenführung.

Einstimmig entlasteten die 67 Delegierten den Vorstand. Ebenso stimmte die Versammlung ohne Einwände einer Satzungsänderung zu.

Auszeichnung

Im Anschluss wurden Michael Kronhofmann für seine langjährige Tätigkeit als Kreisstabführer und Oliver Käss für sein langjähriges Engagement im Kreisfeuerwehrverband sowie als Kreisausbilder mit der silbernen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Die goldene Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbands erhielt Edgar Wenisch aus Boxberg für seine über 30-jährige Tätigkeit als Kreisausbilder.

Bürgermeister Joachim Döffinger aus Assamstadt wies zudem auf die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses hin. Dabei machte der Rathauschef deutlich, dass ein neues modernes Gerätehaus eine der Grundlagen für eine gut funktionierende Feuerwehr sei.

Professor Dr. Werner Romen vom DRK-Kreisverband bedankte sich für die gute Zusammenarbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst und ging auf den Betrieb der gemeinsamen integrierten Leitstelle ein. Auch er verurteilte die Gewalt gegenüber ehrenamtlichen Rettungskräften und die Behinderung von Einsatzkräften bei ihrer Tätigkeit zum Wohle und zum Schutz der ganzen Bevölkerung.