Main-Tauber

Elektromobilität Stadtwerke Wertheim, Stadtwerk Tauberfranken und Überlandwerk Schäftersheim gehören Konsortium zum Ausbau der Stationen an

Elektro-Ladenetz für das ganze Land

Archivartikel

Verkehrsminister Winfried Hermann übergab den Förderbescheid für das Landesprogramm „Flächendeckendes Sicherheitsladenetz für Elektrofahrzeuge“ an die Projektpartner.

Main-Tauber-Kreis/Stuttgart. Es ist bis jetzt die Gretchenfrage für jeden Elektroauto-Fahrer: Reicht der Akku? Doch genau diese Frage soll in Baden-Württemberg bald der Vergangenheit angehören. Denn ab Frühjahr 2019 soll man von jedem Ort im Land aus in maximal zehn Kilometern Entfernung eine Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge erreichen. Umsetzen soll das ein Konsortium aus EnBW, 74 Stadtwerken und Versorgern sowie drei Kommunen. Verkehrsminister Winfried Hermann übergab kürzlich in Stuttgart den offiziellen Förderbescheid für das Landesprogramm „Flächendeckendes Sicherheitsladenetz für Elektrofahrzeuge“ (SAFE) an die versammelten Projektpartner.

Starker Partner

„Gerade im ländlichen Raum ist ein dichteres Netz an Lademöglichkeiten eine wichtige Voraussetzung, dass sich die Menschen für ein Elektrofahrzeug entscheiden. Deshalb fördert das Land den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Das Konsortium aus EnBW, Energieversorgern, Stadtwerken und Kommunen ist dabei ein starker und zugleich dezentral aufgestellter Partner. Zusammen verfolgen wir das Ziel, eine umwelt- und klimaschonende Mobilität zu ermöglichen“, so Verkehrsminister Hermann

„Mit der gebündelten Kraft von Stadtwerken, Kommunen und EnBW ist unser Konsortium der richtige Partner für das Land“, zeigten sich Paul Gehrig, Geschäftsführer des Stadtwerk Tauberfranken, und Thomas Beier, Geschäftsführer Stadtwerke Wertheim, überzeugt. Volker Hofmann, Geschäftsführer des Überlandwerks Schäftersheim ergänzt: „Unser gemeinsames Zielbild ist, dass man im ganzen Land beruhigt elektrisch unterwegs sein kann. Dafür haben wir uns zusammengetan und freuen uns über den Erfolg bei der Ausschreibung des Landes.

Mit dem Stadtwerk Tauberfranken, dem Überlandwerk Schäftersheim sowie den Stadtwerken Wertheim sind auch drei Kooperationspartner aus der hiesigen Region beigetreten, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur im Main-Tauber-Kreis voranzutreiben.

Verschiedene Raster

Mehr als 19 000 Elektrofahrzeuge sind derzeit in Baden-Württemberg unterwegs – Prognose stark steigend, so heißt es in dem Pressebericht . Dem Bedarf an Ladestationen nicht nur in Ballungszentren, sondern im ganzen Land gerecht zu werden, lautet die zentrale Vorgabe des Förderprogramms: In einem Raster von zehn mal zehn Kilometern befindet sich mindestens eine Station mit mindestens 22 Kilowatt Ladeleistung. In einem zweiten Raster von 20 mal 20 Kilometern soll es zudem mindestens eine Schnellladesäule mit 50 Kilowatt Ladeleistung geben. Insgesamt soll das SAFE-Ladenetz aus mehr als 400 Ladestationen bestehen und mindestens sechs Jahre von den Partnern betrieben werden.

Da bereits über 300 vorhandene Ladestandorte der teilnehmenden Partner mit in das Netz einbezogen werden, müssen bis zum Stichtag im April 2019 „nur“ 48 Schnellladestationen und 94 „normale“ Ladestationen neu errichtet werden. Hinzu kommt die Ertüchtigung von zwölf bestehenden Stationen.

Das Land bezuschusst das Projekt mit 2,2 Millionen Euro. Das entspricht bis zu 50 Prozent der Investitionssumme; den Rest tragen die Partner selbst. Für die technischen Anforderungen hat das Land die Latte hoch gelegt: Das flächendeckende Ladenetz soll dem jeweils aktuellen einheitlichen Standard entsprechen, der in der Ladesäulenverordnung geregelt ist. Es muss zum Beispiel möglich sein, dass Kunden beliebiger E-Mobilitätsanbieter über Roaming an den Stationen, die im Rahmen von SAFE aufgebaut werden, ihr Fahrzeug laden können.

Nach der Übergabe des Förderbescheids beginnt für die Projektpartner nun die heiße Phase: die Auswahl der richtigen Standorte und der Aufbau der Ladestationen stehen nun an.