Main-Tauber

Bioenergie-Region Durchwachsene Silphie ist Insektenweide und Substrat zugleich

Energiepflanze mit einem hohen Potenzial

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Ob neben Ackerrandstreifen oder auch Blühflächen im Zuge von Agrarumwelt- und Biotopvernetzungsmaßnahmen: Derzeit blühen etwa zwölf Hektar der Durchwachsenen Silphie im benachbarten Hohenlohekreis – ein Projekt der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber.

Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanze wird bis zu drei Meter hoch, blüht gelb und ist mehrjährig. Aufgrund ihrer Stiel- und Blattgestaltung wird sie auch Becherpflanze genannt. In diesen Bechern kann die Silphie Regenwasser sammeln und speichern.

Auf Initiative des Landwirtschaftsamtes im Landratsamt Hohenlohekreis wurden 2017 weitere sechs Hektar als Untersaat im Mais neu ausgesät. Nachdem die Silphie im Ansaatjahr nur eine Rosette bildete, blüht sie 2018 nun das erste Mal. Nach der Ernte im Herbst mit dem Feldhäcksler treibt die Silphie im kommenden Frühjahr wieder aus.

Diversität steigern

Dabei handelt es sich um freiwillige Maßnahmen der Biogasanlagenbetreiber, die durch den Anbau auf ihren Flächen einen ökologischen Beitrag leisten.

Somit trägt die Landwirtschaft einen weiteren Teil zum Erhalt bzw. der Steigerung der Biodiversität bei. Sebastian Damm, Geschäftsführer Abfallwirtschaft Hohenlohekreis, Landwirtschaftsmeister Gerhard Giebler sowie der Leiter des Dezernates für Ländlichen Raum Dr. Wolfgang Eißen sind begeistert von der Durchwachsenen Silphie: „Es erfreuen sich nicht nur Landwirte, Hobbygärtner und Passanten an der gelb blühenden Trachtpflanze, sondern auch Wildbienen, Honigbienen und viele weitere Insekten finden im eigentlich trachtarmen Spätsommer somit Nektar und Pollen.“

Angebaut wird die Silphie als ergänzende Kultur zum Mais und dient als Substrat für die Gewinnung erneuerbarer Energien in Biogasanlagen. Die Durchwachsene Silphie hat schon fast Tradition, denn bereits seit 2009 beschäftigt sich Experten im Rahmen der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (HOT) mit dieser Pflanze. Im Jahr 2012 wurden dann sowohl Versuche mit der Pflanzung von Setzlingen, als auch Ertragsmessungen unterschiedlicher Sorten durchgeführt.

Die Pflanzung der Setzlinge mit einer Salatpflanzmaschine erforderte viel Arbeitskraft und war dementsprechend mit sehr hohen Kosten verbunden.

Hervorragende Bilanz

Dank züchterischem und technischem Fortschritt ist es mittlerweile möglich, die Durchwachsene Silphie und Mais gemeinsam in einem Arbeitsgang mit einer Einzelkornsämaschine auszusäen. Somit entfällt das sehr aufwendige und teure Setzen der vorgezüchteten Jungpflanzen. Sowohl der Trockenmasseertrag, als auch die Gasausbeute sind bei der Silphie etwas geringer als bei Mais. Durch die günstigere Bestandsführung, der Auflockerung des Landschaftsbildes und der hervorragenden Ökobilanz, ist der Ertrag der Durchwachsenen Silphie dennoch positiv zu bewerten.

Das hohenloher Landwirtschaftsamt unterstützt interessierte Landwirte sowohl durch Beratung, als auch durch finanzielle Förderung bei der Erstaussaat. Weitere Auskunft erteilt das Landwirtschaftsamt telefonisch unter 07940/18-622 oder per E-Mail unter Landwirtschaftsamt@hohenlohekreis.de. pm