Main-Tauber

IG Metall Zweite Delegiertenversammlung des Jahres fand in Tauberbischofsheim statt

„Es fängt an zu rumpeln“

Archivartikel

Odenwald-Tauber.Die zweite Delegiertenversammlung der IG Metall Geschäftsstelle Tauberbischofsheim fand im Gründerzentrum in Tauberbischofsheim statt. Neben den üblichen Regularien standen politische Diskussionen rund um die anstehende Europa - und Kommunalwahl an. Ebenso wird die Beteiligung und die Fahrt an dem IG Metall Aktionstag in Berlin organisiert und der im Oktober anstehende Gewerkschaftstag vorbereitet.

Veränderung der Arbeitswelt

Bereits bei der letzten Versammlung spielte das Thema der Veränderung in der Arbeitswelt durch Digitalisierung, Globalisierung und Elektromobilität eine große Rolle. Die Betriebsräte hatten damals die Aufgabe bekommen, sich in ihren Unternehmen über den Fortschritt dieser Transformation zu informieren. Elf Betriebe nutzten den Transformationsatlas der IG Metall.

Hierbei handelt es sich um ein Instrument zur Erfassung des Grades der Veränderung in der Arbeitswelt. Hier stellten sich beispielsweise Fragen wie „Welche Arbeitsprozesse wurden bereits ausgelagert? Wie viele Arbeitsplätze wurden durch Roboter ersetzt?“, oder „Gibt es schon Auftragsrückgänge im Hinblick auf Dieselmotorenantriebe, welche durch Elektromobilität ersetzt werden?“ Die Ergebnisse konnten nun vorgestellt werden. Viele Betriebsräte zeigten sich erstaunt über den Fortschritt der Transformation in ihren Unternehmen. Schleichend entwickle sich dieser Prozess, jedoch unaufhörlich. Hier setzte die IG Metall ganz klar auf die Qualifizierung von Mitarbeitern. Ein weiterer Vorschlag der IG Metall neben der Weiterbildung ist das Transformationskurzarbeitsgeld. Damit soll das Niveau der Beschäftigten in den Betrieben gehalten werden.

Vom Ortsjugendausschuss berichtete Andreas Diefenthaler (Weinig Tauberbischofsheim). Er freute sich über die besonders aktive Gruppe von etwa 30 Jugendlichen. Bei den regelmäßigen Treffen werden betriebliche Themen angesprochen und diskutiert. Auch der Austausch über gesellschaftspolitische Aspekte käme nicht zu kurz.

Angeschlagene Unternehmen

Sabine Maurer, Betriebsrätin bei Magna in Assamstadt und Ortsvorstandsmitglied, erläuterte die Ergebnisse aus einer Umfrage. Die Delegierten waren gefragt worden, wie die vierteljährlich stattfindende Versammlung attraktiver gestaltet werden könnte. In Zukunft werde es eine beschränkte Redezeit geben. Außerdem sollen unter anderem mehr Aktionen in den Unternehmen vorgestellt und Stimmungs- und Meinungsbilder abgefragt werden.

Zur Situation in ihren Unternehmen nahmen einige Betriebsräte Stellung. In den Firmen Alfi (Wertheim), Getrag/Magna (Rosenberg), Schimmel (Adelsheim), Rauch Möbelwerke (Freudenberg), und Bartec (Bad Mergentheim) seien zum Teil Verhandlungen im Gange oder Schwierigkeiten in Sicht. Martin Sambeth, von der Bezirksleitung der IG Metall nahm dazu Stellung. Er meinte, in jedem Unternehmen gebe es andere Gründe für die wirtschaftlich angeschlagene Situation und die drohenden Entlassungen. Er nehme zur strukturellen Veränderung einen Konjunktureinbruch wahr.

„Es fängt an zu rumpeln“, war Sambeths Statement. Dieser Mix sei gefährlich und es gebe dafür keine einfachen und kurzfristigen Antworten. Er rief dazu auf, Debatten zu führen und mit der Unterstützung der IG Metall Aktionen in den Unternehmen durchzuführen.

Als Paradebeispiel wurde eine Kundgebung bei der Firma Rauch in Freudenberg genannt. Hier stehen aktuell 250 Arbeitsplätze auf der Kippe.

„Der Betriebsrat bei Rauch hat es geschafft, die Belegschaft immer informiert zu halten“, lobte auch Gerd Koch, 1. Bevollmächtigter IG Metall Geschäftsstelle Tauberbischofsheim. „Das ist eine tolle Entwicklung.“

Sowohl die Politik als auch die Bevölkerung soll zudem am großen Aktionstag am 29. Juni in Berlin auf die Herausforderungen des Wandels aufmerksam gemacht werden. Unter dem Motto #Fairwandel - Nur mit uns“ will die Gewerkschaft ein Zeichen setzen für eine soziale, ökologische und demokratische Transformation. Die Geschäftsstelle organisiert die Fahrt zur Hauptstadt mit insgesamt vier Bussen. In Berlin erwartet die Demonstranten neben der „Kundgebung für eine gerechte Transformation“ ein buntes Bühnenprogramm. Jörg Hofmann, Vorsitzender der IG Metall Deutschland wird neben Olaf Tschimke, dem Präsident des Nabu, und vielen anderen sprechen. Bekannte Künstler werden die Stimmung darüber hinaus einheizen: Von Clueso über Culcha Candela, bis hin zur Rosenstolz-Sängerin AnNa R. & Jule Neigel und anderen, wird für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Ausblick

Am 10. Juli findet in Dittigheim eine Veranstaltung zum Thema Rente statt. Referieren wird Hans-Jürgen Urban aus der Vorstandsverwaltung in Frankfurt.

Am 13. Juli findet der IG Metall Azubi-Cup in Werbach statt. Dort wird wieder mit Spannung erwartet, welche Azubi-Mannschaft das Fußballturnier gewinnen wird. igm