Main-Tauber

Übertragbare Krankheit Die südlichen Bundesländer sind in diesem Jahr besonders von der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) betroffen

Gefahr durch achtbeinige Blutsauger gestiegen

Schon jetzt sind in Baden-Württemberg mehr Menschen an Frühsommer-Meningoenzephalitis erkrankt als im gesamten vergangenen Jahr. Auch der Main-Tauber-Kreis ist Risikogebiet.

Main-Tauber-Kreis. Sommerzeit ist Zeckenzeit. Die kleinen Blutsauger übertragen auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Erkrankung, die sich in grippeähnlichen Symptomen und Hirnhautentzündungen äußert. 29 Fälle wurden in Baden-Württemberg in diesem Jahr bereits registriert. Das sind schon jetzt sechs mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Allein im Monat Mai wurden 20 Erkrankungen an das Landesgesundheitsamt übermittelt.

Südliche der Republik betroffen

Der Süden ist besonders von FSME-Erkrankung betroffen: „Wesentliche FSME-Endemiegebiete in Deutschland liegen in Baden-Württemberg, Bayern sowie im südlichen Hessen und Thüringen. Vom Robert-Koch-Institut (RKI) wurde der Main-Tauber-Kreis auch im Jahr 2019 als Risikogebiet ausgewiesen“, teilt der Leiter des Gesundheitsamts des Landratsamts Main-Tauber-Kreis, Dr. Heiner Thirolf, mit.

Zwar sei der letzte Fall von FSME im Kreis schon fünf Jahre her, trotzdem rät Thirolf zur besonderer Vorsicht: „Die Gefahr eines Zeckenstichs besteht generell beim Aufenthalt im Freien, insbesondere in allen Grünanlagen, Wäldern sowie Gärten.“ Kinder seien besonders gefährdet, da sie sich viel im Freien aufhielten.

Schutzmaßnahmen

Zum Schutz empfiehlt der Leiter des Gesundheitsamts„geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen“. Eine weitere mögliche Maßnahme ist das Tragen von heller Kleidung, wodurch sich Zecken „besser erkennen lassen“, erklärt Thirolf. Daneben rät er beim Aufenthalt im Freien insektenabweisende Mittel gegen Zecken, sogenannte Repellentien, zu verwenden.

Das Gesundheitsamt weist die Bevölkerung darüber hinaus im Rahmen der Einschulungsuntersuchung sowie einer Sprechstunde auf die FSME-Impfung hin.

„Die Impfung stellt den einzigen wirksamen Schutz vor einer FSME-Erkrankung dar. Eine spezifische Behandlung gibt es im Falle einer Erkrankung nicht“, verdeutlicht Heiner Thierolf. Die „Ständige Impfkommission“ empfiehlt eine Grundimmunisierung oder entsprechende Auffrischungsimpfung mit einem zugelassenen FSME-Impfstoff für Personen, die viel im Freien arbeiten sowie Laborpersonal.

Drei Impfungen notwendig

„In der Regel sind drei Impfungen notwendig, um den vollen Impfschutz zu erreichen“, erläutert Thirolf. „Nach der ersten Impfung findet entsprechend dem klassischen Schema die zweite ein bis drei Monate später statt. Die dritte Impfung ist nach fünf bis zwölf Monaten nach der zweiten Impfung fällig. Der Impfschutz hält dann mindestens drei Jahre. Nach vollständiger Impfung kann bei 99 Prozent der Geimpften mit einem vollständigen Schutz vor FSME gerechnet werden.“

Thirolf weist auch auf den Umstand hin, dass viele Erkrankte gar nichts von der Infektion merken: „Die meisten Betroffenen spüren gar nichts. Grippeähnliche Beschwerden wie Fieber-, Kopf- und Gliederschmerzen können bei einem Drittel der Betroffenen auftreten. Hirnhäute und Gehirn können sich entzünden, in manchen Fällen ist auch das Rückenmark betroffen.“

In Ergänzung zur FSME-Impfung sollte deshalb generell nach jedem Aufenthalt im Freien der Körper auf Zeckenstiche abgesucht werden.