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FN Sommer Teilnehmer genossen „Der Glöckner von Notre Dame“ und die Backstage-Führung im Stage Apollo Theater Stuttgart

Imponierender Blick hinter die Musical-Kulissen

Archivartikel

Liebe, Hass und Freundschaft: Disney’s „Der Glöckner von Notre Dame“ hat als Musical große Emotionen und tolle Musik zu bieten. Beim FN-Sommer blickte man hinter die Kulissen.

Stuttgart. Die Augen strahlen. Annegret Frank ist begeistert. „Es war ein toller Tag“. Besser kann die Bilanz über die Tour zum FN-Sommer nicht ausfallen. Die Gruppe hatte nicht nur die Vorstellung des Musicals „Der Glöckner von Notre Dame“ im Apollo Theater im SI Centrum in Stuttgart besucht, sondern vorher noch eine Backstage-Führung durch die Räume genossen. Dabei hatten die Leser die Chance, hinter die Kulissen dieser Produktion zu blicken.

Wenn sich Quasimodo (Jonas Hein) an die Seile der Glocken hängt, um sie zu läuten, oder von Erzdiakon Claude Frollo (Felix Martin) die Kommunion empfängt, schauen die Teilnehmer mit ganz andern Augen hin. „Die Glocken sind zwar nicht aus Bronze, sondern aus Styropor, doch wiegt das Geläut allein 2,5 Tonnen“, erzählt Führerin Melanie vom Stage Apollo Theater. Zu hören ist der Originalklang von Notre Dame aus Paris. Dazu sind in den Rand der Glocken Tonsensoren eingebaut, die beim Anschlag der Klöppel reagieren. Da geht ein Raumen durch die Runde. Erst recht, wenn sie weiter ausführt, dass Quasimodo gleich mehrfach eine schwere Bank über Kopf herumträgt.

Auch die Hostie ist keine echte und schon gar nicht geweiht. „Das ist ein Stück Banane, weil der Schauspieler ja gleich wieder singen muss“, erfahren die Leser. Denn eine Oblate wäre zu trocken und könnte problematisch werden.

Die Musical-Adaption von Victor Hugos Roman kam 1999 in Berlin auf die Bühne und ist vor wenigen Monaten nach Stuttgart mit Kulissen und teilweise auch mit den Schauspielern „umgezogen“. Für Sascha Weber und seine Frau Isabelle ist es das zehnte Musical, das sie mit großer Begeisterung sehen. „Die Atmosphäre ist einfach toll“, finden die beiden. Von „Hair“ bis „Tarzan“, wenn die Schauspieler über das Publikum hinwegschwingen, haben sie schon einiges erlebt. Dem pflichten auch Hedi und Wolfgang Engert bei. Ein halbes Dutzend Aufführungen haben die beiden besucht. „Aber ,Phanton der Oper’ ist immer noch das Musical schlechthin“, sagt Wolfgang Engert. „Die Inszenierung und die Musik sind faszinierend“, beschreiben sie den Reiz. Auf einer Backstage-Tour war allerdings noch keiner dabei. Auch Joachim Müller und seine Frau nicht, die schon seit vielen Jahren Musical-Fans sind. Daher nutzen alle die Möglichkeit, ihre Fragen los zu werden.

Als hinter der Bühne die Kostüme angefasst werden dürfen, hat der ein oder andere mit dem Schauspieler des Erzdiakons Mitleid: Das Gewand ist sehr schwer, die Stola darüber schon etwas leichter. Damit alles dort haftet, wo es hin soll, und nicht verrutscht, wie etwa der Buckel von Quasimodo, wird vieles mit Klettverschluss, Druckknöpfen oder extrem starken Magneten befestigt. In Stuttgart gibt es für alle Produktionen eigene Schneider, beantwortet die Führerin die Frage einer Leserin.

Der Gang hinter und unter die Bühne, mit Requisite, Ton oder Maske „ist absolut imponierend“, findet Maria Günther. Mit der Stoppuhr steht später keiner da, um die rennende Esmeralda (Mercedesz Csampai) zu verfolgen, die in 28 Sekunden von der Bühne nach unten und wieder „in den ersten Stock“ flitzen muss.

Waltraud Schmitt als Sängerin im Chor der Wertheimer Stiftskirche und auch Joachim Müller beeindruckt nicht nur die Leistung der Profis auf der Bühne, sondern auch des Laienchors. 24 Sänger sind während der Aufführung als Bestandteil des Bühnenbilds mit dabei, als mittelalterlicher Chor, der gleichzeitig wie auch die Sprechrollen ein erzählendes Element ist.

Nach der dreistündigen Aufführung leuchten die Augen der Teilnehmer. Das Musical über Liebe, Leid und Freundschaft hat sie in den Bann gezogen. „Es ist sehr aktuell“, meint Waltraud Schmitt mit Blick auf einen Ausspruch des Erzdiakons, dass zu viele Fremde in der Stadt seien. Sascha Weber ist beeindruckt von der wunderbaren Atmosphäre und der Umsetzung mit Chor und Erzähler. Und Wolfgang Engert ergänzt, dass er durch die Führung nun mehr auf die Details geachtet hat. Die Teilnehmer sind begeistert vom Paket, das für den FN Sommer geschnürt worden ist. Einige planen schon die nächste Fahrt ins Musical.