Main-Tauber

Neuer Aussichtspunkt Romantischer Blick auf die Europastadt / Kulturverein spendete Tisch und Bänke

Kleinod „hinter der Stood“

Archivartikel

Röttingen.„Es ist eine tolle Bereicherung für Röttingen“ mit diesen freudigen Worten begann Günter Rudolf die offizielle Übergabe der zwei Bänke plus kompletter Sitzgruppe am Rundwanderweg „Hinter der Stood“. Es ist schon längst kein „Geheimtipp“ mehr, der vom ehemaligen zweiten Bürgermeister Anton Engelhardt initiierte Aussichtspunkt. „Hinter der Stood“ (Hinter der Stadt), so nennt Engelhardt den neuen kleinen Aussichtpunkt auf das Taubertalstädtchen Röttingen.

Den neuen Ruheplatz hat er in den letzten Monaten zugänglich gemacht und zu einem Kleinod werden lassen. Der Landwirt und Winzer ist einer der besten Kenner Röttingens und seiner Gemarkung. Oftmals führte sein Spaziergang durch die Weinberge an der ehemaligen Aussichtsbank vorbei. Doch diese wurde vor einigen Jahren entfernt, weil Hecken und die zwischenzeitlich in die Höhe geschossenen Bäume den Blick auf das schöne Weinstädtchen verhinderten. Daher schweifte er vor rund zwei Jahren einmal von seinem üblichen Rundgang ab und bestieg einen Steinriegel.

„Stoodblick“ geboren

Von diesem Ausblick war er so begeistert, dass er sich sofort vornahm, „Das soll nicht mein Geheimnis bleiben“. Er fragte die beiden Grundstückseigentümer, ob er hier einen Blickpunkt anlegen darf. Nach einer Ortseinsicht, bei der er seine Pläne vorstellte, stimmten diese zu. Damit war der „Stoodblick“ geboren. Was wäre solch ein schöner Aussichtpunkt auf die Altstadt von Röttingen mit seiner historischen Stadtmauer mit Stadttürmen, barockem Rathaus und Stadtpfarrkirche ohne Ruheplatz. Eine Sitzgruppe von Zuhause diente als kleiner Rastplatz. Nicht nur der herrliche Ausblick auf die Europastadt und das Käppele ist einmalig, sondern das gesamte Flair rundherum. Vor allem der Blick durch den Stockausschlag einer alten Eiche ist traumhaft.

Da der Aussichtsplatz nur rund zwanzig Gehminuten vom Parkplatz Jakobsturm entfernt ist, ist dieser nicht nur ein Ziel von Röttingern, sondern auch von zahlreichen Touristen der Europastadt. Der Museumweinberg und der Weinbergs-Wanderweg durch die Weinlage „Feuerstein“ sind nur wenige Meter entfernt. Für Ortsfremde ist dieser Aussichtspunkt jedoch nicht so einfach zu finden. Auf vielfachen Wunsch wurde daher im letzten Jahr durch Reinhold Wißmann im Auftrag des Kulturvereins der eineinhalb Kilometer lange Rundweg mit acht wegweisenden Tafeln beschildert. Um die Attraktivität des Weges für Wanderer zu verbessern, bekam die Niedersteinacher Werkstatt um Achim Pochert und Ludmilla Enz „Kunst am Holz“ den Auftrag vom Kulturverein, vier Bänke und einen Tisch zu fertigen. Wie der Altbürgermeister und Ehrenbürger bei dem kleinen Festakt feststellte, haben sich die beiden etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Auf den vom Kulturverein gespendeten schweren Eichenbänken haben die beiden sehr kreativen „Motorsägenfachleute“ in exklusive Handarbeit Eulen und Trauben zur Zierde hervorragend mit eingearbeitet.

Die nun vollständige Aussichtsplattform ist nun auch für kleine Veranstaltungen wie beispielsweise Weinproben für rund 25 Personen bestens geeignet. brun