Main-Tauber

Engpässe beim Streusalz Crailsheim seit drei Wochen auf dem Trockenen / Kommunen der Region weichen auf private Anbieter aus / Landratsamt gibt Entwarnung

Kommunen enttäuscht von Lieferanten

Main-Tauber-Kreis/Crailsheim.Wie gut sind die Kommunen gegen den Winter gerüstet? Diese Frage beantworten die Gemeinden der Region höchst unterschiedlich.

Eine Faustregel scheint zu sein: je weiter südlich der Ort, desto schlechter die Bilanz. Viele beklagen eine Salzknappheit – unter anderem auch Crailsheim.

Kapazitäten reichen nicht aus

Dabei seien die Witterungsverhältnisse jedoch eher das untergeordnete Problem. Das viel Größere seien die vorhanden Lieferverträge. In Crailsheim, so Baubetriebshof-Leiter Johannes Köder auf Anfrage unserer Zeitung, liege der Transport von Nachschub durch die Südwestdeutsche Salzwerke bereits seit drei Wochen auf Eis.

Die Kapazitäten würden aufgrund der extremen Wetterverhältnisse, wie sie in Süddeutschland – und vor allem in Bayern – herrschen und herrschten, nicht ausreichen, sei die Begründung des Betriebs gewesen. Liefer-Probleme mit den Südwestdeutschen Salzwerke kenne Jürgen Meder, Leiter des Bauhofs Niederstetten, nur allzu gut. Er beziehe sein Streumaterial deshalb bereits seit drei Jahren von einem „privaten Anbieter“. Ironischerweise komme dieser aus dem Raum München.

„Wir haben in diesem Winter mittlerweile 150 Tonnen Salz verstreut“, sagt Meder. Dabei wurden die vorhandenen Silos mit einer Kapazität von 60 und 35 Tonnen quasi eineinhalb Mal geleert. „Allein letzte Woche waren wir an zwei Dritteln der Tage im Einsatz.“ Weitaus öfter als im Winter 2017/2018, erzählt der Bauhof-Leiter.

Das treffe in abgeschwächter Form auf den ganzen Main-Tauber-Kreis zu, weiß Markus Moll, Pressesprecher des Landratsamtes. Dort hätten die Straßenmeistereien in Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim in diesem Winter bereits 2400 Tonnen auf einer Strecke von 913 Kilometern verstreut. „Im Vergleich zu dem mittleren Streugutverbrauch von 2800 Tonnen pro Wintersaison zeichnet sich die aktuelle Saison als eine leicht überdurchschnittliche ab. Vorbehaltlich, was an Wintereinsätzen bis Ende März noch zu erwarten ist“, sagt Moll. Mit einer Gesamtlagerkapazität von 4800 Tonnen Streusalz gebe es aber keinen Grund zur Sorge.

Das meint auch Andreas Knolmayer, Leiter des städtischen Bauhofs der Stadt Weikersheim. Diese sei sogar so gut aufgestellt, dass man der Anfrage des Lieferanten zustimmen habe können, die erwartete Lieferung anderen Kunden zu überlassen.

Carsten Müller von der Stadt Bad Mergentheim berichtet ebenfalls von einem „gut gefüllten Lager“. „Unser Bauhof hat bereits im Sommer einige Hundert Tonnen Salz eingelagert – zu diesem Zeitpunkt war es auch günstiger zu beschaffen. Für den Ernstfall baue man auf einen Zulieferer, der Salz für die Kommune zwischenlagert und bei dem im Ernstfall innerhalb von zwei Tagen Nachschub erhältlich sei. Außerdem: „Haben wir seit diesem Winter ein zweites Silo“, so Müller.

Für Crailsheim hingegen sind das luxuriöse Verhältnisse. Dort müsse man sich damit behelfen, untergeordnete Straßen zwar zu räumen aber nur noch in Kreuzungsbereichen zu streuen. Außerdem wich man auch dort zwischenzeitlich auf einen anderen Lieferanten aus.