Main-Tauber

Frankenbahn MdL Katzenstein für verbessertes Angebot

Lösungssuche braucht ihre Zeit

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Das lückenhafte Angebot an Zughalten auf der Frankenbahn zwischen Osterburken und Lauda wird sowohl von Landräten und Bürgermeistern, als auch von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern scharf kritisiert. Hermino Katzenstein, Betreuungsabgeordneter der Grünen für den Main-Tauber-Kreis, hat dies zum Anlass genommen, sich beim Verkehrsministerium in Stuttgart für Verbesserungen einzusetzen. Ein erstes Fachgespräch darüber hat im Ministerium bereits stattgefunden.

Katzenstein, dessen politischer Schwerpunkt ohnehin im Verkehrssektor liegt, ist es aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes ein großes Anliegen, Verkehr vom Auto auf den Umweltverbund zu verlagern. „Wir Grüne sind die Partei, die sich stärker als alle anderen für die Verkehrswende einsetzt“, stellt er fest. Selbst die schärfsten Kritiker sollten anerkennen, dass die grün geführte Landesregierung dabei schon erhebliche Erfolge vorweisen kann.

Stundentakt kommt

Mit dem neuen Verkehrsvertrag kommt ab Dezember 2019 der Stundentakt auf der Frankenbahn, eine erhebliche Ausweitung des Angebots an Zugverbindungen gegenüber dem seit vielen Jahren unverändert bestehenden Status quo. Zudem werden neue Fahrzeuge eingesetzt, in denen es unter anderem kostenloses WLAN gibt. Auf der Tauberbahn kommen die Verbesserungen und Ausweitungen ab Dezember 2020: Der durchgehende Stundentakt von Wertheim über Lauda, Bad Mergentheim bis nach Crailsheim, zunächst Montag bis Freitag, später auch am Wochenende.

Verständnis zeigt der grüne Landtagsabgeordnete gleichwohl für die Enttäuschung der Bürgerinnen und Bürger entlang der Frankenbahn, an denen der neue stündliche Regionalexpress weiterhin vorbeifahren wird, ohne zu halten. „Wegen der Notwendigkeit, die Anschlusszüge in Osterburken und Lauda zu erreichen, gibt es kaum Spielraum für zusätzliche Zughalte“, bedauert Katzenstein.

Mit den Experten im Verkehrsministerium ist er im Gespräch, um für die Region Lösungen für eine bessere Mobilität zu erarbeiten, die finanzierbar sind. „Wegen der niedrigen Bevölkerungsdichte und der für ein Schienenverkehrsmittel leider geringen zu erwartenden Fahrgastzahl ist das nicht leicht“, so Katzenstein. Er sei dennoch zuversichtlich, dass ein gutes Verkehrsangebot geschaffen werden könne, das Mobilität ohne eigenes Auto vereinfacht. Klar sei, dass zum Beispiel der Bahnhof in Boxberg-Wölchingen ohne aufwendige Ertüchtigung nicht als Zughalt für eine Regionalbahn geeignet sei. Daher sei zumindest eine schienengebundene Lösung nicht schnell zu haben.

Erfreut zeigt sich der Abgeordnete, dass das Verkehrsministerium aber eine Prüfung sehr unterschiedlicher Alternativen zugesagt hat, so dass man eine Grundlage für eine rationale Entscheidung hat. pm