Main-Tauber

Inklusion im Land Bedingungen für Weiterqualifizierung verbessern / Studienplätze ausbauen

Mehr Unterstützung von allen Seiten erforderlich

Main-Tauber-Kreis.Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für eine bessere Unterstützung der Inklusion an allen Schulen stark.

„Inklusion ist das Thema, bei dem ich mich am meisten dafür schäme, wie stiefmütterlich Grüne und CDU in der Landesregierung, aber auch viele Gemeinden und Städte in unserem wohlhabenden Land damit umgehen. Lehrkräfte verweigern sich nicht der Inklusion. Aber sie wissen, dass erfolgreiche Inklusion nicht nur Engagement, sondern auch gute Bedingungen braucht. Parallel hat sich die Unterrichtsversorgung verschlechtert. Die Rückmeldungen aus den Schulen zeigen, dass so die Inklusion vor dem Scheitern steht“, sagte am Donnerstag in der Kurstadt Bad Mergentheim Jana Kolberg, Kreisvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW erwartet, dass die Landesregierung mehr Studienplätze für Sonderpädagogen anbietet. „Inklusion und der langfristig zunehmende Bedarf an Sonderpädagogen sind nicht vom Himmel gefallen. Wir brauchen dringend mehr Studienplätze. Stattdessen hält die Landesregierung nicht einmal mehr am Ziel fest, dass zwei Pädagogen für den gemeinsamen Unterricht verantwortlich sein müssen. Wenn an den allgemeinen Schulen die Klassen größer werden, kein Förderunterricht angeboten wird und eine Sonderpädagogin nur eine Stunde pro Woche und Kind da ist, kann nicht von einer echten Wahlmöglichkeit der Eltern zwischen inklusivem Bildungsangebot und den SBBZ gesprochen werden“, sagte Kolberg. Die GEW setzt sich dafür ein, dass Haupt- und Grundschullehrkräften die Weiterqualifizierung zu Sonderpädagogen berufsbegleitend in der Arbeitszeit ermöglicht wird. „So können vor allem den Grund-/Haupt- und Gemeinschaftsschulen, von denen die Inklusion überwiegend umgesetzt wird, am schnellsten qualifizierte Kollegen zur Verfügung gestellt werden. Wir verstehen nicht, warum dies bisher vom Kultusministerium abgelehnt wird“, sagte Kolberg.

Die GEW-Kreisvorsitzende sieht auch die Kultusministerkonferenz (KMK) beim Aufbau sonderpädagogischer Kompetenzen in der Verantwortung. Für die Umsetzung der vor fast zehn Jahren unterzeichnete UN-Behindertenkonvention fehle eine klare Strategie und das Geld.