Main-Tauber

Lebenshilfe Main-Tauber Kreisverband zog positive Bilanz / Beratung der Familien nimmt breiten Raum ein

Miteinander Inklusion gestalten

Archivartikel

Auf ein umfangreiches Arbeitspensum blickten die Mitglieder der Lebenshilfe Main-Tauber-Kreis bei der Mitgliederversammlung in Heckfeld zurück. Weiter standen Ehrungen und Wahlen auf der Tagesordnung.

Main-Tauber-Kreis. Einen durchaus positiven Rechenschaftsbericht konnte der Vorsitzende der Lebenshilfe Main-Tauber, Jörg Hasenbusch, bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes im Irma-Volkert-Haus in Heckfeld vorlegen. Die Arbeit des Vereins wird in der Gesellschaft zunehmend positiv wahrgenommen, die Aktivitäten der einzelnen Abteilungen wurden gesteigert und den Bedürfnissen angepasst, das Beratungsangebot und der familienentlastende Dienst haben zugenommen und die finanzielle Basis ist gesichert, wie im Kassenbericht von Schatzmeisterin Hanna Kernwein deutlich wurde.

Rückblick

Der Verein ist trotz beachtlicher Investitionen schuldenfrei. Dieser Umstand ist hauptsächlich der großen finanziellen Unterstützung bedeutender Sponsoren aus dem privaten, dem wirtschaftlichen aber auch dem öffentlichen Bereich geschultert. Besonders wurden an dieser Stelle die Zuwendungen der Stiftung Würth, die Spenden des Gewerbevereins Niederstetten, und des Ehepaares Reinold und Marianne Barlian, die Stiftung Lebenshilfe, sowie die unbürokratisch gewährte finanzielle Unterstützung des Main-Tauber-Kreises genannt, der in der Mitgliederversammlung durch Sozialdezernentin Elisabeth Krug und mehrere Kreistagsmitglieder vertreten war.

Der Vorsitzende machte in seinem Rechenschaftsbericht erneut deutlich, dass sich die Arbeit der Lebenshilfe entsprechend den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention vorrangig darauf konzentriert, dass das Recht von Menschen mit Behinderung auf gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Rahmen des Möglichen umgesetzt wird.

Konkret bedeutet dies, dass die Schwerpunkte der Vereinsarbeit nach wie vor auf den familienentlastenden Dienst, die Beratung und die Öffentlichkeitsarbeit fokussiert sein wird. Auch das gemeinsame Bemühen auf dem Weg des Miteinander-Gestaltens von Inklusion und Barrierefreiheit wurde betont.

Ehrungen

Für langjährige Treue und ihre Verdienste im Kreisverband Lebenshilfe wurden in der Versammlung mehrere Mitglieder ausgezeichnet. So überreichten der Vorsitzende des Kreisverbandes, Jörg Hasenbusch und der Vorsitzende der Stiftung Lebenshilfe Main-Tauber, Edmund Brenner, an Elmar Lurz aus Külsheim die Ehrennadel in Silber.

In Abwesenheit ehrte die Lebenshilfe Main-Tauber-Kreis Klaus Berthold (Dienstadt), Hermann Hörner (Weikersheim), Otmar Stumpf (Schweigern) und Gerhard Henn (Oberschüpf) ebenfalls mit der silbernen Ehrennadel. Das Abzeichen in Gold bekam Waldemar Pagel aus Bad Mergentheim.

An Aktivitäten mangelte es dem Kreisverband der Lebenshilfe Main-Tauber im Jahre 2018 wahrlich nicht, wie aus dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden zu entnehmen war. So wurden die Angebote für die Bereiche Freizeitgestaltung und Betreuung und auch die schulische Betreuung wie auch die Einzelbetreuung weiter ausgebaut. Die Bedarfe wurden neu ermittelt und die Angebote dementsprechend angepasst. So wurde zum Beispiel die „Junge Lebenshilfe“ ins Leben gerufen und in diesem Jahr stand erstmals - von vielen sehnlichst gewünscht - eine Flugreise im Angebot. Neu sind auch die Kids - und Jugendtreffs.

Einheitliche Teilhabeplanung

Dem Aufgabenfeld Beratung hat die Lebenshilfe in den letzten Jahren besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Durch das Bundesteilhabegesetz hat diese Kernaufgabe aber einen noch größeren Stellenwert bekommen. Der elementare Systemwechsel sieht vor: weg vom Fürsorgeprinzip hin zum Menschen, der mit seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen jetzt im Mittelpunkt steht.

Konkret heißt das: Die Leistungen der Eingliederungshilfe werden aus dem Sozialhilfegesetz herausgenommen und in das neunte Sozialgesetzbuch eingefügt, das die Rehabilitation und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen regelt. Im Mittelpunkt steht die einheitliche Teilhabeplanung, die durch die zuständigen Leistungsträger übergreifend erfolgen muss. Durch die Eingliederungshilfe soll dem Leistungsberechtigten eine individuelle Lebensführung ermöglicht werden, die der Würde des Menschen entspricht. Dadurch soll die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft gefördert werden. Die Eingliederungshilfe soll die Betroffenen dazu befähigen, dass sie ihre Lebensplanung und Lebensführung möglichst selbstbestimmt und eigenverantwortlich wahrnehmen können. Deswegen wird das qualifizierte Beratungsangebot nochmals intensiviert.

Betreuungsverein

Sehr erfreut war Hasenbusch auch darüber, dass die so wichtige und vor allem intensiv nachgefragte Arbeit des Betreuungsvereins in vollem Umfang fortgesetzt werden kann. Hier werden vom Geschäftsführer Thomas Heßdörfer und seinen Mitarbeitern speziell die Beratung zu Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen angeboten. Die drohende Unterfinanzierung der Arbeit des Betreuungsvereins konnte durch eine Erhöhung der Mittel des Landkreises um 12 000 Euro abgewendet werden.

Erfolgreich war der Verein auch in der Lobbyarbeit. Neben dem dadurch erzielten Verständnis für die Vereinsbelange, hat es auch der Spendenbereitschaft gutgetan. Des Weiteren versuchte die Vereinsspitze über die Abgeordneten sowie den Landes- und Bundesverband auf die betreffenden Gesetzesvorhaben (Wahlrechtsausschluss) Einfluss zu nehmen. Hasenbusch hofft, dass sich auch in Baden-Württemberg noch rechtzeitig zu den am 26. Mai stattfindenden Kommunalwahlen die Gesetzeslage ändert, da das Bundesverfassungsgericht Anfang des Jahres den Wahlrechtsausschluss für verfassungswidrig erklärt hat.

Der Totenehrung folgten die Geschäftsberichte von Peter Kernwein über das Irma-Volkert-Haus, des Behindertenvertreters Dietmar Wolf, der Arbeitskreise von Hanna Reinhardt und Erhard Lurz, des Betreuungsvereins von Thomas Heßdörfer und der Kassenbericht von Hanna Kernwein.

Zum neuen Schriftführer des Kreisverbandes Lebenshilfe Main Tauber wurde Martin Frankenstein gewählt, seine Stellvertreterin ist Regine Stolzenberger-Hilpert. Die vom Vorsitzenden der Stiftung Lebenshilfe, Edmund Brenner, im Anschluss beantragte Entlastung des gesamten Vorstands erfolgte einstimmig.

Grußworte

In ihren Grußworten unterstrichen die Sozialdezernentin des Main-Tauber-Kreises, Elisabeth Krug und Bürgermeister Joachim Markert aus Grünsfeld die Bedeutung der segensreichen Arbeit der Lebenshilfe. Krug hob dabei das große finanzielle Engagement des Landkreises hervor und sicherte zu, dass sich die Kreisverwaltung weiter auf diesem Feld einsetzen werde, um miteinander die Gestaltung von Inklusion und Barrierefreiheit voran zu bringen. Dabei zähle der Kreis auf die gute Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe.