Main-Tauber

Leserbrief Zu „Bürgerlicher Anstrich“ (FN 4. April)

Nirgends von „Monokultur“ zu sprechen

Die Begriffe „monokulturell“ und „monoethnisch“ gehen davon aus, dass es eine Kultur und vor allem eine Volkszugehörigkeit in einer definierten Nation oder einem bestimmten Land gebe.

In keinem einzigen Land kann man aber von einer Monokultur sprechen. Immer wieder sind es Einflüsse von außen, die die Kultur prägen und ständig verändern. Was wären wir ohne Café, Spaghetti oder Pizza, Joghurt ist ein türkisches Wort und die Kartoffel kam aus Amerika.

„Monoethnisch“ ist eine vornehme Umschreibung für Rasse. Die französische Nationalversammlung hat im Juli 2018 einstimmig beschlossen, im ersten Artikel der Verfassung die Worte „Herkunft, Rasse oder Religion“ durch „Geschlecht, Herkunft oder Religion“ zu ersetzen.

Im Artikel 3 des Grundgesetzes kommt allerdings der Begriff Rasse noch vor. Es gibt bereits Überlegungen, die Formulierung des Artikels 3 auch bei uns zu ändern. Bereits Charles Darwin, der Begründer der Evolutionslehre, konnte mit dem Begriff der menschlichen Rasse wenig anfangen.

Mit den Erkenntnissen der modernen Genetik muss man sagen, dass so etwas wie Rasse nicht existiert und der Begriff keinen wissenschaftlichen Wert hat. Die Menschen ähneln sich mehr als es alleine nach der Hautfarbe den Anschein hat.