Main-Tauber

Rauch Möbelwerke Vernetzte Wertschöpfungskette

Produktion ganz ohne Lager

Archivartikel

Freudenberg.Beeindruckt war Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, dass die Rauch Möbelwerke die für die Produktion benötigten Spanplatten selbst herstellen. „Wir fertigen große Mengen auftragsbezogen“, informierte Geschäftsführer Michael Stiehl. Durch diese vernetzte Wertschöpfungskette könne auf Warenlager verzichtet werden, die Durchlaufzeit liege bei drei Tagen. Es zählen, laut Stiehl, Ressourcenschonung und Effizienz.

60 Millionen Euro seien in die neue Spanplattenfertigung investiert worden, das Holz komme aus einem Umkreis von rund 200 Kilometern. Was man für die Möbelproduktion nicht brauche, werde für Türen oder für Tischtennisplatten verwendet. Stiehl erläuterte auch die Pläne des Freudenberger Unternehmens. Derzeit werde die Schließung des Werks in der Stadt in zwei oder drei Jahren diskutiert, wodurch 25 000 Quadratmeter für andere Nutzungen frei würden. Ein neues Produktionsgebäude könnte – bei Verlegung des Zoos – auf dem Areal des jetzigen Hauptwerks entstehen.

Bei einem Gang durch eine Fertigungsstraße erläuterte Stiehl den Weg von der angelieferten Spanplatte zum fertigen Möbelstück. Der Ministerin gab er einige Wünsche mit auf den Weg: Die Sanierung der „katastrophalen Straße L 2310“, an der kaum zwei Lastzüge aneinander vorbeikommen und auf der schon viele Menschen zu Tode gekommen seien, eine weitere Unterstützung im Ausbau der Digitalisierung – zumindest für Industriebetriebe im Gigabit-Bereich –, eine Entbürokratisierung und eine länderübergreifende Öffnung Richtung Würzburg.Das führte zum Zwischenruf: „Hauptstadt bleibt aber Stuttgart.“ hvb