Main-Tauber

Betriebsgründungen Industrie- und Handelskammer hat die Zahlen für die einzelnen Landkreise aufbereitet / Gute Startchancen für wirtschaftlichen Erfolg

Region Heilbronn-Franken trotzt dem Landestrend

Archivartikel

Heilbronn-Franken.In der Region Heilbronn-Franken wurden vergangenes Jahr 6913 Gewerbe angemeldet. Das sind 4,8 Prozent mehr als noch im Jahr davor. Die Region stemmt sich damit gegen den nunmehr sechs Jahre anhaltenden landesweiten Rückgang im Gründungsgeschehen.

Ordnet man die Zahlen allerdings in den Langfristvergleich ein, gab es im Jahr 2008 noch mehr als 8250 Gewerbeanmeldungen. „Aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage und der damit verbundenen niedrigen Arbeitslosenquote sowie des Fachkräftemangels stellt die abhängige Beschäftigung oftmals eine interessantere Option dar. Zudem gründen weniger Gründer aus der Not heraus.“ erklärt Christina Nahr-Ettl, Referentin Existenzgründung der IHK Heilbronn-Franken. „Eine rückläufige Gründungsdynamik in Boomphasen ist nichts Ungewöhnliches. Wer sich aber unter diesen Voraussetzungen selbstständig macht, ist in der Regel gut vorbereitet.“

Betrachtet man die tatsächlichen Neugründungen, also die Gewerbeanmeldungen bereinigt um Zuzug und Übernahmen, wird es noch deutlicher. Diese sind in der Region mit plus 6,6 Prozent auf 5407 gestiegen, während im Land ein Rückgang von 0,3 Prozent zu verzeichnen ist.

Von den Neugründungen fallen 1215 – also jede fünfte – unter die Kategorie Betriebsgründungen. Das sind Unternehmen, die voraussichtlich größere wirtschaftliche Bedeutung erlangen. Der Anstieg liegt hier sogar bei 10,7 Prozent.

Plus auch im Main-Tauber-Kreis

Innerhalb der einzelnen Teilregionen verzeichnete der Landkreis Heilbronn die meisten Neugründungen. Diese stiegen um 6,8 Prozent auf 2092. Der Landkreis Schwäbisch Hall machte mit einem Plus von 9,0 Prozent auf 1052 Gründungen den deutlichsten Satz nach oben. Aber auch der Main-Tauber-Kreis verzeichnete mit 695 Gründungen einen Anstieg um 8,3 Prozent. Lediglich im Hohenlohekreis lag die Anzahl der Neugründungen auf Vorjahresniveau mit 598 Neugründungen.

Werden die Besonderheiten der einzelnen Kreise herausgegriffen, ergibt sich folgendes Bild. Im Stadtkreis Heilbronn ist die Gründungsintensität mit 20 Gewerbeanmeldungen pro 10 000 Bewohnern am größten und deutlich über dem Landesdurchschnitt. Der Landkreis Heilbronn hat den größten Saldo zwischen angemeldeten und abgemeldeten Gewerben im Bereich des produzierenden Gewerbes. Im Hohenlohekreis ist der Anteil der Gründungen durch Gründerinnen mit 37,7 Prozent am höchsten. Hingegen weist der Landkreis Schwäbisch-Hall den größten Anstieg von plus 32,6 Prozent an Betriebsgründungen mit wirtschaftlicher Substanz aus.