Main-Tauber

Jahresrechnung Positive Entwicklung auch im Jahr 2017 festgestellt

Solide Planung mit Realitätssinn

Main-Tauber-Kreis.Bei den Jahresrechnungen, die der Kreistag zu verabschieden hat, ist es immer so eine Sache. Die Finanzpolitiker haben sich bestens auf ihre Statements vorbereitet, während die anderen den Tagesordnungspunkt eher zum gegenseitigen Austausch nutzen. Finanzen sind eben nicht jedermanns Sache. Auf jeden Fall aber sind sie die „Sternstunde des Jahres“ von Rechnungsprüfer Michael Haas, dem mit seinem Team die Aufgabe zufällt, das Vergangene akribisch unter die Lupe zu nehmen.

Haas stellte fest, dass sich die Finanzlage 2017 in einem robusten Zustand befand. Der Überschuss betrug 1,5 Millionen Euro über dem Planansatz. Vermehrte Zuweisungen und ein Plus bei der Grunderwerbssteuer waren der Grund. Seit Jahren sei zudem der Schuldenabbau vorangetrieben worden. Die Zahlungsmittel hätten 4,8 Millionen Euro betragen und damit die gesetzlich vorgeschriebene Mindestrate von 2,9 Millionen Euro bei weitem übertroffen.

Auch bei den Schulden nehme man mit knapp 52 Euro pro Einwohner einen guten Platz gegenüber den Nachbarlandkreisen ein, so Haas. Er mahnte allerdings, in den kommenden Jahren ein besonderes Augenmerk auf die liquiden Mittel zu haben. Die nämlich könnten bis zum Jahr 2022 mit im Schnitt zwei bis knapp drei Millionen Euro im Minus liegen.

Mit Blick auf die eigentlich schon überholte Jahresrechnung stellte Landrat Reinhard Frank fest: „Das geht in Ordnung. Es ist noch etwas in der Kasse.“ Manfred Schaffert (CDU) bilanzierte eine „Punktlandung bei den Ausgaben“. Klaus Kornberger (Freie Wähler) sah die Finanzwirklichkeit bestätigt und attestierte der Landkreisverwaltung ein hohes Maß an Realitätssinn bei der Planung. Die sozialen Transferleistungen gelte es allerdings im Blick zu haben.

Gernot Seitz (SPD) mahnte, die Personalentwicklung der Landkreisverwaltung zu beobachten. Zudem beantragte er, eine genaue Auflistung der Erstattungen des Landes und der Ansprüche des Landkreises für die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen sowie den konkreten Nachweis der Verwendung von Mitteln der Gesellschaft Krankenhaus und Heime Main-Tauber-Kreis (KHMT) in Höhe von 15 Millionen Euro für die Jahre 2015 bis 2017 vorzulegen.

Letztlich billigte der Kreistag den Schlussbericht über die Prüfung der Jahresrechnung 2017 und die Feststellung des Jahresabschlusses einstimmig. hvb